Mitteilungsblatt 3/2026, 14. August 2026

Animated publication

03 · 2026 14.08.2026

Apothekenreform Fixum rauf, Kassenabschlag auch. Seite 06

Aus-/Fortbildung und AMTS Zusätzliche Impfseminare Seite 28

Notdienst 2027 Tauschfrist beachten Seite 34

Neue Chancen und ein höheres Fixum

EDITORIAL

Ein Erfolg mit Perspektive

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Medikationsmanagements und der Einweisung in Injektionstech niken – unterstreichen, dass unsere Expertise weit über die siche re Arzneimittelabgabe hinausgeht. Sie machen sichtbar, welchen Mehrwert die Apothekenteams vor Ort täglich für die Gesund heitsversorgung leisten. Besonders praxisnah ist zudem die neue Möglichkeit der An schlussversorgung. Patientinnen und Patienten können unter klar definierten Voraussetzungen verschreibungspflichtige Arznei mittel auch ohne aktuelles Rezept erhalten, wenn eine Therapie nicht unterbrochen werden darf. Das schafft Versorgungssicher heit und stärkt das Vertrauen in unsere fachliche Verantwortung – obgleich Probleme wie die Kostenübernahme noch angegan gen werden müssen. Für viele dieser Neuerungen braucht es noch Schulungen, Stan dardarbeitsanweisungen oder Rechtsverordnungen, bevor sie in der Fläche umgesetzt werden können. Sie können sich darauf verlassen, dass Ihr Team im münsterischen Apothekerhaus Ihnen dabei mit Rat und Tat zur Seite stehen wird – von persönlichen Auskünften bis zu maßgeschneiderten Fortbildungsangeboten. Nutzen wir die Zeit gemeinsam, um uns vorzubereiten. Denn die se Reform ist kein Endpunkt, sondern ein Aufbruch. Die öffentliche Apotheke wird noch stärker das Gesicht einer wohnortnahen, verlässlichen und menschlichen Gesundheitsver sorgung. Lassen Sie uns die neuen Möglichkeiten mit Selbstbe wusstsein gestalten und gleichzeitig weiterhin geschlossen für faire wirtschaftliche Rahmenbedingungen eintreten. Denn eines hat die Fixumserhöhung gezeigt: Wer gemeinsam und beharrlich für die Apotheke kämpft, kann etwas bewegen.

es gibt Momente, in denen sich Beharrlichkeit auszahlt. Die jetzt beschlossene Erhöhung des Apothekenfixums ist ein solcher Mo ment. Viele Jahre haben wir als Berufsstand mit Nachdruck dafür gekämpft, dass die unverzichtbare Leistung der öffentlichen Apo theken endlich wieder angemessener honoriert wird. Nun ist das Fixum zum 1. Juli zunächst auf 9,00 Euro gestiegen. Anfang 2027 steigt es auf 9,50 Euro pro Rx-Packung. Das ist ein Erfolg, den wir gemeinsam erreicht haben. Und ja, wir sehen auch die Kehrseite. Die gleichzeitige Anhebung des Kassenabschlags schmälert den finanziellen Effekt erheblich. Zwei Schritte nach vorn, einer zurück – so lässt sich die Reform durchaus beschreiben. Dennoch sollten wir den Blick nicht allein auf das richten, was noch nicht erreicht wurde. Wer über Jahre für bessere Rahmenbedingungen kämpft, weiß: Fortschritt ent steht selten in großen Sprüngen. Er entsteht durch Ausdauer, Ge schlossenheit und die Bereitschaft, sich immer wieder einzubrin gen. Genau das hat unser Berufsstand bewiesen. Doch diese Reform ist weit mehr als eine Honorardebatte. Sie stärkt die Rolle der Apotheke als niedrigschwellige Institution in Gesundheitsfragen und eröffnet uns neue Möglichkeiten, unsere pharmazeutische Kompetenz noch stärker zum Wohl der Patien tinnen und Patienten einzusetzen. Die Ausweitung der Schutzimpfungen ist dafür ein gutes Bei spiel. Künftig sollen Erwachsene mit allen Totimpfstoffen in Apotheken geimpft werden können – sobald die notwendigen Schulungscurricula und organisatorischen Voraussetzungen ge schaffen sind. Damit wächst unsere Verantwortung, aber auch unsere Bedeutung im Gesundheitswesen. Gleiches gilt für die Möglichkeit venöser Blutentnahmen und neuer patientennaher Diagnostik, die nach entsprechender Qualifizierung durch Ihre Kammer schrittweise Einzug in den Apothekenalltag halten werden. Auch die pharmazeutischen Dienstleistungen werden kon sequent weiterentwickelt. Neue Angebote – von der Ein schätzung des individuellen Herz-Kreislauf- und Diabe tesrisikos über Tabakentwöhnung bis hin zu erweiterten

Gabriele von Elsenau Overwiening Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe E-Mail: praesidium@akwl.de

INHALT · IMPRESSUM

Inhalt

06

APOTHEKENREFORM Über die lang erwartete Fixumserhöhung und neue Präventionsangebote

Editorial 03 Ein Erfolg mit Perspektive

Apothekenreform

06 Zwei Schritte vor, einen zurück 08 Apothekenreform 2026. Oder: There is great glory in prevention. Der Vorstand informiert 10 Ihr Kammervorstand / Ihre Ansprechpartner*innen 10 In vena veritas. 11 BTM auch im Kommissionierer 11 Viele Details noch offen Öffentlichkeitsarbeit 12 Tag der Apotheke: Blutdruck messen, digitales Herzalter bestimmen

12

Cybersicherheit

AKTION ZUM TAG DER APOTHEKE Blutdruck messen, digitales Herzalter bestimmen

14 Freie Berufe im Visier

Apothekerstiftung 16 Stiftungspreis für exzellente Projektarbeit 17 Preisträgerin löst Gutschein ein 17 Jetzt anmelden! Vortragsveranstaltung mit Prof. Lioba Werth am 19. September

Im Mitteilungsblatt finden Sie bei vielen Artikeln QR Codes, die direkt zu weiteren Infos oder Internetseiten füh ren. Zum Scannen benötigen Sie lediglich ein Smartphone

Digitalisierung, IT & Mitgliedschaft

18 Die neue Website: mehr Orientierung, mehr Effizienz

oder Tablet und eine kostenlose QR-Code-App aus dem App- oder Google-Play-Store. Nach dem Scannen erscheinen die hinterlegten Inhalte sofort auf Ihrem Gerät.

4 / AKWL Mitteilungs blatt

Impressum Mitteilungsblatt (MB) der Apothekerkammer Westfalen-Lippe Ausgabe 03/2026 Herausgeber Apothekerkammer Westfalen-Lippe, Bismarckallee 25, 48151 Münster, Tel: 0251 520050, Fax: 0251 521650, E-Mail: info@akwl.de, Internet: www.akwl.de

Ratgeber Apothekenpraxis 20 Impfen in der Apotheke: Verlässliche Quellen zur Information 23 Umgang mit Belästigung und Gewalt in der Apotheke 24 Ein Fall aus CIRS NRW -

Aus-/Fortbildung und AMTS

Redaktion Michael Schmitz (V. i. S. d. P.), Sebastian Sokolowski

26 ATHINA-Abschlusssymposium

Kleine Maßnahmen, großer Nutzen

Layout Petra Wiedorn, Sebastian Sokolowski

27 27

White-Coat-Ceremony

AKWL-Fahrt zum pharmacon 28 Schulungen zur Durchführung von Schutzimpfungen

Mitarbeiter*innen an dieser Ausgabe Kirsten Ambühl, Ute Behle, Klaus Bisping, Susanne Gerke, Anita Hepe, Birte Kassenbrock, Anna-Lena Knüppe, Stefan Lammers, Anna belle Ludescher, Dr. Susanne Meseke, Gerburg Mielsch, Margret Nagel, Juliane Niehus, Dr. Sylvia Prinz, Monika Schlusemann, Michael Schmitz, Dr. Oliver Schwalbe, Sebastian So kolowski, Dr. Isabel Waltering, Petra Wiedorn Das Mitteilungsblatt der Apothekerkammer Westfalen-Lippe erscheint regelmäßig circa alle zwei Monate. Die Ausgabe Nr. 4/2026 erscheint am 30. Oktober 2026 als Wende magazin mit dem Fortbildung aktuell – Das Journal zum Fortbildungspaket. Der Bezugspreis ist für die Mitglieder der Apothekerkammer Westfalen-Lippe im Kammerbeitrag enthalten. Auflage Print: 6.100 Online-Bezug: 2.473 Nachdruck – auch in Auszügen – nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers. Gedruckt auf 100% Recyclingpapier. Bildernachweise S. 3: © Martin Jaehnchen S. 1, 6, 12: © Sebastian Sokolowski S. 9: © Clipdealer S. 10: © shock – stock.adobe.com S. 14: © MDKAWSAR – stock.adobe.com* S. 16, 27 (o.), 33: © Yasmina Talhaui S. 17 (o.), 27 (u.): © Alois Müller S. 22: © Graphik Robert Koch Institut S. 23: © Vadym – stock.adobe.com* S. 25: © twc – stock.adobe.com* S. 26: © Dr. Isabel Waltering S. 29: © karto — fotolia.com S. 34: © contrastwerkstatt — fotolia.com S. 35: © Monika Schlusemann S. 36: © AKWL *mit KI generiert S. 17 (u.): © Lioba Werth S. 3, 9, 20, 28: © ABDA

Weiterbildung 29 Filialleiterzirkel als Weiterbildungszirkel anerkennungsfähig 29 Start eines Parallelzyklus „Theoretische und praktische Ausbildung“ 30 Neue Prüfungstermine 30 Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen 31 Ermächtigungen und Zulassungen als Weiterbildungsstätte Qualitätssicherung 32 „Mister QMS“ geht in den Ruhestand 33 Zertifizierte und rezertifizierte Apotheken

Dienstbereitschaft

34 Notdienst 2027

WIVA 35 Masterarbeit zu Stationsapotheker:innen in NRW Mixtum 36 Apotheker, Bergsteiger und Möglichmacher 80 Jahre Ulrich Werner

37 In Memoriam 38 Amtliche Mitteilungen 38 Literaturhinweise

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APOTHEKENREFORM

Zwei Schritte vor, einen zurück.

Zweistufige Fixumserhöhung ist fix. Erhöhung des Kassenabschlags leider auch.

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> Die Erhöhung des Apotheken fixums ist beschlossen und in Tei len bereits seit dem 1. Juli umge setzt. Mit der Veröffentlichung der Änderung der Arzneimittelpreis verordnung im Bundesgesetzblatt war der Weg frei für die seit Lan gem notwendige Anpassung der Vergütung öffentlicher Apotheken. Das Fixhonorar für verschreibungs pflichtige Arzneimittel ist zum 1. Juli 2026 von bislang 8,35 Euro auf 9,00 Euro pro Packung gestie gen. Zum 1. Januar 2027 folgt die zweite Stufe auf dann 9,50 Euro. Die Erhöhung war im Koalitionsvertrag angekündigt worden und gilt als wichtiger Schritt zur wirtschaftlichen Stabilisierung der Apotheken. Gleichzeitig wird jedoch der Kassenabschlag zum Jahreswechsel

2026/2027 um 30 Cent auf 2,07 Euro pro Packung angehoben. Damit wird ein Teil der Honorarverbesserung unmittelbar wieder „aufgefressen“. Dennoch stellt die Fixumserhöhung ei nen Meilenstein dar. Nach Jahren stei gender Kosten und unveränderter Ver gütung erhalten die Apotheken erstmals wieder eine spürbare Anpassung ihrer Honorierung. Um die 13 Jahre Honorarstillstand aufzu holen hätte die Anpassung indes wesent lich höher ausfallen müssen. Dass zukünf tig jährlich verhandelt wird, lässt darauf hoffen, dass zumindest die Kostenent wicklung sich in zukünftigen Honoraren widerspiegelt. Zur Wahrheit gehört auch: Bedenkt man, dass andere Gesundheitsberufe Kür zungen hinnehmen müssen, stand die

aktuelle Fixumserhöhung wohl mehr als auf der Kippe. Dennoch hat die Koaliti on diese umgesetzt. So mancher Beob achter im Politikbetrieb hatte dies nicht mehr für möglich gehalten. Die vielen Gespräche mit Politiker*innen und diver se Protestmaßnahmen der vergangenen Jahre haben es vermocht, die Politik von der Notwendigkeit einer Erhöhung zu überzeugen. Viele Apothekenteams ha ben hierfür unermüdlich demonstriert und protestiert. Gebetsmühlenartig ha ben Apothekerinnen und Apotheker im Austausch mit Politiker*innen auf allen Ebenen den Mehrwert der Vor-Ort-Apo theken für die Gesellschaft und für ein tragfähiges Versorgungssystem auch in Zukunft verdeutlicht – auch unterstützt durch Ihre Kammer. Diese Strategie dürfte am Ende verfangen haben. <

Skonti kommen zurück

> Mit der Mantelverordnung werden Skonti im Arzneimitteleinkauf für Apothe ken wieder erlaubt. Die Neuregelung gilt jedoch erst nach Veröffentlichung im Bun desgesetzblatt und ihrem anschließenden Inkrafttreten. Bis zum Redaktionsschluss ist das noch nicht geschehen. <

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APOTHEKENREFORM

Apothekenreform 2026. Oder: There is great glory in prevention.

Impfungen, weitere pharmazeutische Dienstleistungen, Gesundheitstests

Patienten gewährleisten und alle Hygie ne-Standards erfüllen. Die Aufklärung, Anamnese, Einwilligung und Dokumen tation verbleiben grundsätzlich in der Verantwortung der Apothekerin oder des Apothekers; die Injektion selbst kann un ter Aufsicht an entsprechend qualifizier tes pharmazeutisches Personal delegiert werden. Sobald die nötigen Curricula feststehen, wird Ihre Kammer die notwenigen Schu lungen anbieten (s. Artikel auf Seite 28 in diesem Mitteilungsblatt). Die pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) entwickeln sich weiter: Mit der Apo thekenreform erweitert der Gesetzgeber das bisherige Angebot um fünf neue Leis tungen, die die pharmazeutische Kom petenz noch stärker in die Versorgung einbinden. Pharmazeutische Dienstleistungen

> Beim Deutschen Apothekertag 2025 in Düsseldorf hatte Bun desgesundheitsministerin Nina Warken erstmals ihre Vorstellun gen von der Apotheke der Zukunft präsentiert. Gerade die Absage an eine direkte Honorar-Erhöhung hatte im Herbst 2025 zu viel Frust im Berufsstand geführt. Nun ist dieser Punkt abgeräumt. Wie ver ändert sich nach aktuellem Stand (21. Juli 2026) die Apotheke vor Ort durch das in Kraft getretene Apothekenversorgung-Weiter entwicklungsgesetz (ApoVWG)? Eines ist besonders auffällig: Viele Aufgaben aus dem Bereich der Prävention sollen künftig in der Apotheke vor Ort etabliert werden.

len Apotheken wird schon jetzt gegen Covid-19 und Grippe geimpft. In Zukunft dürfen öffentliche Apotheken auch alle weiteren Schutzimpfungen mit Totimpf stoffen bei Erwachsenen durchführen. Damit erhält die Apotheke einen noch größeren Stellenwert in der wohnortna hen Gesundheitsversorgung. Bis die neuen Impfangebote starten kön nen, sind jedoch noch einige Vorausset zungen zu erfüllen. Derzeit entwickeln Bundesapothekerkammer und Bundes ärztekammer gemeinsam das erforderli che Mustercurriculum für die Qualifizie rung der impfenden Apothekerinnen und Apotheker. Erst nach Abschluss dieser Ar beiten können entsprechende Schulungen angeboten und die neuen Impfleistungen flächendeckend eingeführt werden. Auch organisatorisch gelten klare Quali tätsanforderungen: Impfungen müssen in geeigneten Räumlichkeiten erfolgen, die die Privatsphäre der Patientinnen und

Schutzimpfungen

Die Rolle der Apotheke in der Impfprä vention wird deutlich ausgebaut. In vie-

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KOLUMNENTITEL

Neu hinzu kommen die Risikoeinschät zung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes, eine Kurzintervention zur Tabakentwöhnung, das pharmazeutische Medikationsmanagement bei komple xer beziehungsweise neu begonnener Dauermedikation sowie eine erweiterte Einweisung in die korrekte Arzneimittel anwendung einschließlich des Übens von Injektionstechniken. Bevor die neuen pDL in der Praxis an den Start gehen, erstellt die Bundesapotheker kammer Standardarbeitsanweisungen. Sobald diese finalisiert und veröffentlicht sind, wird die AKWL die Kammermitglie der informieren. Mit der Apothekenreform werden auch die Möglichkeiten für patientennahe Ge sundheitstests ausgeweitet. Apothekerin nen und Apotheker sowie das pharmazeu tische Personal öffentlicher Apotheken dürfen künftig In-vitro-Diagnostika für Schnelltests auf Adeno-, Influenza-, Noro viren, RS- und Rotaviren anwenden, so fern die Testungen im Rahmen ihrer Tätig keit in der jeweiligen Apotheke erfolgen. Unabhängig von einer beruflichen Quali fikation bleibt darüber hinaus die Durch führung patientennaher Schnelltests auf HIV, Hepatitis C, SARS-CoV-2 und Trepo nema pallidum (Syphilis) zulässig. < Gesundheitstests

Aktuelle Infos zur Reform gibt's im internen Bereich der AKWL-Website unter www.akwl.de/ apothekenreform2026

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DER VORSTAND INFORMIERT

Ihr Kammervorstand Ihre Ansprechpartner*innen Präsidentin Gabriele von Elsenau Overwiening Apotheke am Borkener Klinikum, Propst-Sievert-Weg 8, 46325 Borken, Tel.: 02861 9084900, E-Mail: g.overwiening@akwl.de Vizepräsident Frank Dieckerhoff Funkturm-Apotheke, Arcostraße 78, 44309 Dortmund, Tel.: 0231 253247, E-Mail: info@funkturm-apotheke.de Dr. Claudia Brüning c/o Stern-Apotheke, Ludgeristraße 66, 48143 Münster, Tel.: 0251 1345538, E-Mail: clcbruening@arcor.de Eva-Maria Gödde c/o Colosseum Apotheke Brüning, Altstadtstraße 32, 44534 Lünen, E-Mail: evagoedde@gmail.com Dr. Günter Hagenhoff Hagenhoff Beratung, Michaelstraße 21, 44329 Dortmund, E-Mail: g.hagenhoff@hagenhoff-beratung.de Pharmazie am See OHG, Weseler Straße 20, 45721 Haltern am See, Tel.: 02364 7566, E-Mail: hannes.mueller1@gmail.com Sandra Potthast c/o Höke's Alte-Apotheke Weitmar, Hattinger Straße 334, 44795 Bochum, Tel.: 0234 431421, E-Mail: sandrapotthast07@gmail.com Ina Richling, PharmD c/o Zentralapotheke des St.-Johannes-Hospital Dortmund SJG St. Paulus GmbH, Johannesstraße 9-17, 44137 Dortmund E-Mail: ina.richling@gmx.de Dr. Hannes Müller Römer-Apotheke

In vena veritas.

> Mit einer gesetzlichen Regelung wurde die Grundlage dafür geschaffen, dass Apotheker innen und Apotheker unter klar definierten Voraussetzungen venöses Blut zu diagnos tischen Zwecken entnehmen dürfen.

Dr. Lars Ruwisch Hirsch-Apotheke am Markt, Lange Straße 63, 32791 Lage, Tel.: 05232 951050, E-Mail: ruwisch@hirsch-apotheke-lage.de Dr. Philipp Schulte-Mecklenbeck Bären-Apotheke Pharmazie am See OHG, Rekumer Str. 18, 45721 Haltern am See, Tel.: 02364 2600, E-Mail: schultemecklenbeck@gmail.com Christine Weber c/o Amts-Apotheke, Alte Bahnhofstr. 82, 44892 Bochum, Tel.: 0234 280717, E-Mail: christine.weber@mailbox.org

Voraussetzung ist, dass Apothekerinnen und Apotheker eine ärztliche Schulung erfolgreich absolviert haben und diese nachgewiesen werden kann. Zudem dürfen Blut entnahmen ausschließlich im Rahmen ihrer Tätigkeit in einer öffentlichen Apotheke erfolgen und nur bei volljäh rigen Personen durchgeführt werden.

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BTM auch im Kommissionierer

> Mit der Reform dürfen Betäubungsmit tel (in Form von Fertigarzneimitteln) auch im Kommissionierer aufbewahrt werden.

Sicherungs richtlinie des BfArM für BTM.

Voraussetzung: Eine separate Bestands- und Nachweis information ist technisch gewährleistet. Das BfArM hat hierzu Anfang Juli die Vorgaben der Sicherungsrichtlinie für BTM aktualisiert. <

Viele Details noch offen

Auch die Einbindung des pharmazeutischen Nachwuchses ist vorgesehen: Apothekerinnen und Apotheker können die eigentliche Blutentnahme an Personen delegieren, die sich in der praktischen Ausbildung befinden – vor ausgesetzt, diese wurden ebenfalls ärztlich geschult und arbeiten unter unmittelbarer Aufsicht. Die Aufklärung, Anamnese und Einholung der Einwilligung können eben falls delegiert werden. Bis die neuen Möglichkeiten tatsächlich in der Praxis ankommen, wird allerdings noch etwas Zeit vergehen. Derzeit erarbeiten die Bundesapothekerkammer und die Bundesärztekammer gemeinsam ein Mustercurriculum für die erforderliche ärztliche Schulung. Erst wenn dieses vorliegt und entsprechende Schulungsangebote durch laufen worden sind, können Apothekerinnen und Apo theker die venöse Blutentnahme rechtssicher anbieten. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen sind damit ge schaffen – die praktische Umsetzung steht jedoch noch aus. Bis auf Weiteres finden daher keine venösen Blutent nahmen in öffentlichen Apotheken statt. <

> Die einzelnen Maßnahmen und Regelungen in den aktuellen Gesetzgebungsverfahren sind teilweise inein ander verschachtelt und müssen einerseits durch Veröf fentlichung in Kraft gesetzt werden, andererseits bedarf es an vielen Stellen noch der inhaltlichen Ausgestaltung durch die Entwicklung von Curricula usw. Gerade bei den pharmazeutischen Themen werden sich in den nächsten Wochen und Monaten immer wieder Neuerung ergeben. Ihre Kammer wird Sie daher regelmäßig informieren. Sie können sich zudem über den internen Bereich der Kam merwebsite auf dem Laufenden halten: Hier informieren die Kolleg*innen der Abteilung Pharmazeutische Praxis über den Status quo.

www.akwl.de/apothekenreform2026 <

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Blutdruck messen, digitales Herzalter bestimmen Aktion zum Tag der Apotheke

> Zum Tag der Apotheke am 7. Juni setzten viele Vor Ort-Apotheken in Westfalen-Lippe und die Assmann Stiftung für Prävention ihre gemeinsame Kampagne „Ihre Apotheke mit Herz“ fort. Mit gutem Beispiel voran ging Münsters Oberbürgermeister Tilman Fuchs, der in der Phoenix-Apotheke Blutdruck und Herzalter be stimmen ließ. Die Initiative fand in diesem Jahr bereits

zum vierten Mal statt und rückt erneut die Vorbeu gung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den Fokus.

Ziel der Kampagne ist es, Bürgerinnen und Bürger für das Thema Herzgesundheit zu sensibilisieren und niedrigschwellige Vorsor ge direkt vor Ort zu ermöglichen. In teilnehmenden Apotheken

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PRESSE- UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Apothekerin Juliane Hermes bei der Blutdruck messung von Münsters Oberbürgermeister Tilman Fuchs. Mit dabei: Professor Gerd Assmann (Gründer und Vorstandsvorsitzender der Assmann-Stiftung für Prävention), Gabriele von Elsenau Overwiening (Präsidentin AKWL, rechts) und Dr. Claudia Brüning (Vorstands mitglied AKWL und Kuratoriumsmitglied der Assmann-Stiftung für Prävention).

wurden rund um den 7. Juni Blutdruckmessungen angeboten. Auf Wunsch ließ sich außerdem das individuelle Herzalter über einen digitalen Fragebogen bestimmen. Prominente Unterstützung erhielt die Gesundheitskampagne in diesem Jahr von Münsters Oberbürgermeister Tilman Fuchs. Als einer der Ersten ließ er in der Phoenix-Apotheke von Inhaberin Juliane Hermes den Blutdruck messen und nutzte anschließend den digitalen Herzalter-Check. Das Ergebnis für den 56-jährigen Oberbürgermeister: erfreuliche 47 Jahre. „Ich freue mich, die Kampagne in diesem Jahr unterstützen zu dürfen. Trotz des ho hen Risikos durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist das Thema bei vielen Menschen nicht im Fokus“, so Fuchs, der beim Ortstermin in der Phoenix-Apotheke die Bedeutung der Apotheken in der Prävention und in ihrer Funktion als soziale Orte herausstellte. Hintergrund der Initiative ist ein dringliches Gesundheitspro blem: In Deutschland leiden etwa 20 bis 30 Millionen Menschen unter Bluthochdruck. „Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind eine der häufigsten Ursachen für eine eingeschränkte Lebensqualität und vorzeitigen Tod. Das wollen wir mithilfe der Initiative ändern und das Herzalter deutschlandweit bestimmen“, betont Univ.-Prof.

em. Dr. med. Gerd Assmann, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Assmann-Stiftung für Prävention. Auch AKWL-Präsidentin Gabriele von Elsenau Overwiening sieht in der Initiative ein effektives Mittel der Gesundheitsvorsorge: „Unsere Apotheken vor Ort sind oft der erste Anlaufpunkt, wenn Menschen Fragen zu ihrer Gesundheit haben. Mit dieser Kampa gne zeigen wir, wie niedrigschwellige Prävention ganz konkret aussieht.“ Apothekerin Juliane Hermes pflichtet bei: „Viele Patientinnen und Patienten nutzen die Gelegenheit für einen spontanen Herz alter-Check. Gerade niedrigschwellige Angebote wie dieses kön nen entscheidend sein, um Risiken frühzeitig zu erkennen.“ Die Aktion „Ihre Apotheke mit Herz“ fand in diesem Jahr an den Tagen um den Tag der Apotheke am 7. Juni in vielen Apotheken in Westfalen-Lippe statt. Das eigene Herzalter lässt sich auch digital ermitteln unter: www.herzalter-bestimmen.de <

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CYBERSICHERHEIT

Freie Berufe im Visier

Digitale Risiken im Blick behalten

Cyberangriffe treten regelmäßig auf und stellen eine reale Gefahr dar. Eine gute Vorbereitung und wirksame Schutzmaß nahmen sind daher unerlässlich.

> Im Rahmen einer Sitzung des Verbands Freier Beru fe NRW berichtete Ute Kemmler von der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen (ZAC NRW) von zunehmenden Cybercrimeangriffen durch Ransomware auf Einheiten der Freien Berufe. Hierbei handelt es sich um eine Schadsoftware, die Computer oder Netzwerke infiziert, um Daten zu verschlüsseln oder den Systemzugriff zu blockieren. Anschließend erpressen die Angreifer ein Lösegeld (oft in Kryp towährungen), um die Daten wieder freizugeben. „Diese Form von Cyberangriffen treten regelmäßig auf und stel len eine reale Gefahr dar. Eine gute Vorbereitung und wirksame Schutzmaßnahmen sind daher unerlässlich“, erklärte Kemmler. Hierzu zählt sie die folgenden Punkte: • Regelmäßige Updates aller IT-Systeme / Computer • Einen Notfallplan erstellen • Alle wichtigen Telefonnummern physisch griffbereit halten • Vorbereitet sein!

Im Falle eines Angriffs empfiehlt die Expertin, in keinem Fall auf die Lösegeldforderung einzugehen und immer die Polizei einzu schalten, da sich durch die Expertise der Behörden ausschließ lich Vorteile ergeben: Teilweise sind Entschlüsselungscodes bei den Behörden bekannt, zudem dient jeder Fall der Aufklärung und der Bekämpfung von Cyberkriminalität. Hilfe erhalten Be troffene bei der Polizei vor Ort, beim Landeskriminalamt NRW und bei der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime des Landes Nordrhein-Westfalen. Auf der Plattform DIGITAL.SICHER.NRW gibt es praxisnahe, un abhängige und kostenfreie Informationen und Unterstützungs angebote rund um die Themen IT- und Cybersicherheit, u.a. We binare, Workshops und Schulungen zu aktuellen Bedrohungen und bewährten Schutzmaßnahmen. Unternehmen erhalten verständliche Handlungsempfehlungen. Darüber hinaus stellt DIGITAL.SICHER.NRW unter anderem Checklisten und Leitfäden bereit, die Unternehmen unterstützen, ihre Cybersicherheit sys tematisch zu verbessern. Alle Infos auf www.digital-sicher.nrw <

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Foto: v. li. Dörthe Koryciak, Gabriele von Elsenau Overwiening, Selina Kunzemann, Christiane Römhild

Stiftungspreis für exzellente Projektarbeit

> Die Apothekerin Selina Kunzemann hat für ihre Projektarbeit im Rahmen der apothekerlichen Weiterbildung im Bereich Allgemeinpharmazie den Stiftungspreis der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe erhalten. AKWL-Präsidentin Gabriele von Elsenau Overwiening würdigte die Preisträgerin gemeinsam mit den Stiftungsvorständinnen Dörthe Koryciak und Christiane Römhild für ihre besonders gelungene und fachlich überzeugende Projektarbeit. Unter dem Titel „Gründung eines Fortbildungsnetzwerkes“ stellt Selina Kunzmann in den Mittelpunkt, wie Wissen besser vernetzt und jederzeit abrufbar gemacht werden kann. Der Stiftungspreis der Apothekerstiftung ist mit 500 Euro dotiert und würdigt inno vative sowie praxisrelevante Beiträge zur Weiterentwicklung der pharmazeutischen Versorgung. <

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APOTHEKERSTIFTUNG

Foto: v. li. Dr. Sylvia Prinz, Lina Katharina Messerich, Ute Behle, Sandra Potthast

pharmacon Kongress in Meran Preisträgerin des Stiftungspreises löst Gutschein ein

> Lina Katharina Messerich, Preisträgerin des Stiftungspreises der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe 2021, nahm in diesem Jahr am pharmacon Kongress in Meran teil. Sie erhielt die Auszeichnung, weil sie an der Universität Münster alle Prüfungsfächer des zweiten Staatsexamens mit der Bestnote „Sehr gut“ abgeschlossen hat. Mit dem Preis sind ein Gutschein für die Teilnahme an einem pharmacon nach Wahl sowie ein Zuschuss zu den Reisekosten verbunden. In diesem Jahr nutzte Lina Katharina Messerich diese besondere Gelegenheit und reiste nach Meran. AKWL-Vorstandsmitglied Sandra Potthast begrüßte gemeinsam mit den Bereichsleiterinnen Pharmazie Ute Behle und Dr. Sylvia Prinz die Preisträgerin vor Ort. Der pharmacon Kongress in Meran gilt als eine der bedeutendsten Fortbildungsver anstaltungen für Apothekerinnen und Apotheker im deutschsprachigen Raum und bietet seit vielen Jahren eine Plattform für Wissenstransfer, Vernetzung und fachlichen Dialog. <

Vom Umgang mit der Macht Jetzt anmelden! Vortragsveranstaltung mit Prof. Lioba Werth > Sie haben jetzt noch die Möglichkeit sich zur diesjährigen Veran staltung der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe anzumelden. Am Samstag, 19. September 2026 ab 15:00 Uhr referiert Prof. Lioba Werth im Erbdrostenhof in Münster zum Thema „Vom Umgang mit

QR-Code: Videorück blick auf die Veranstal tung

der Macht“. Weitere Informationen sowie die Möglich keit zur Anmeldung finden Sie im Mitteilungsblatt Nr. 2/2026 und unter: www.akwl.de/stiftungsvortrag <

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DIGITALISIERUNG, IT & MITGLIEDSCHAFT

Die neue Website: mehr Orientierung, mehr Effizienz

> Abseits der zentralen Anlaufpunkte auf unserer Website – Fortbildung, Notdienst und Stellenmarkt – wurden mit dem Relaunch von www.akwl.de Funktionen integriert, die den Zugriff auf Informationen verein fachen. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

Gemeinsame Login-Funktion für AKWL-Mitglieder und PTA-Campus

Kammermitglieder und Mitglieder des PTA-Campus nutzen die- selbe Login-Maske auf akwl.de. Damit wurde eine häufige Hürde beseitigt und es gibt eine zentrale Anlaufstelle für Kammermit- glieder und die registrierten PTA-Capus-Nutzer und -Nutzerinnen: www.akwl.de.

Quicklinks

Über die Schnell-Navigationsleiste können häufig gefragte Inhal te der AKWL-Website direkt angesprungen werden. Wählen Sie neben der Lupe einfach das Link (Kettenglied)-Symbol auf. Das er leichtert Ihnen den Zugriff auf relevante Informationen deutlich.

Optimierte Suchfunktion: Präziser und schneller

Auch die Suchfunktion wurde grundlegend verbessert. Sie liefert nun präzisere Ergebnisse und erleichtert das Auffinden von Inhal ten in Seiten und Beiträgen sowie in Dokumenten. Die Ergebnis liste enthält also auch Treffer innerhalb der von uns bereitgestell ten Dokumente. Durch eine optimierte Trefferdarstellung wird die Recherche deutlich effizienter. Über die Reiter innerhalb der Suchergebnisse können Sie beispielsweise direkt in die Trefferlis te wechseln, die sich aus den Dokumenten ergibt. Das Personen symbol mit Schloss signalisiert: Hier ist Ihr Login erforderlich.

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DIGITALISIERUNG, IT & MITGLIEDSCHAFT

Themenfilter: Relevante Inhalte schneller finden

Mit den neuen Themenfiltern auf www.akwl.de lassen sich die News gezielt nach Interessen oder Fachbereichen eingrenzen. Nutzerinnen und Nutzer können so schneller auf die für sie re levanten Informationen zugreifen. Die strukturierte Aufberei tung unterstützt dabei eine individuellere Nutzung der Website. Klicken Sie neben den aktuellen Mitteilungen auf „Apotheker stiftung“ finden Sie zum Beispiel alle Meldungen mit Bezug zur Stiftung. Um die Orientierung auf der umfangreichen Startseite des in ternen Bereichs zu erleichtern, wurden Sprungpunkte zu den Themenblöcken eingeführt. Sie ermöglichen einen direkten Zu griff auf relevante Abschnitte innerhalb dieser Seite – ohne lan ges Scrollen. Sie suchen alles rund um Ihre Notdienste? Ein Klick auf die „Marke“ und sie landen im entsprechenden Abschnitt. So wird eine schnellere Navigation zu den relevanten Bereichen gewährleistet. In der Benachrichtungsbox unterhalb der Begrüßung werden Sie an anstehende Termine (etwa Notdienste oder gebuchte Veran staltungen erinnert). Künftig werden wir hier u.a. zusätzlich über neu eingestellte Dokumente informieren. Die Benachrichtigung erfolgt in der Regel sieben Tage vor dem Termin und erneut einen Tag zuvor. Klicken Sie rechts oben auf „als gelesen markieren“, wird Ihnen die Info beim nächsten Login nicht mehr angezeigt. Gezielte Navigation durch Sprungpunkte Benachrichtigungsbox

Die neue Website bietet zahlreiche funktionale Verbesserungen, die den Arbeitsalltag unterstützen und den Zugang zu Informati onen vereinfachen.

Social Media Wall – Nutzen ohne Nutzer zu sein

Kennen Sie schon unsere Social Media Wall? Diese „Wand“ bün delt auf einen Blick alle Beiträge, die die AKWL auf ihren Social Media-Kanälen, also Instagram, Facebook, LinkedIn und YouTu be, veröffentlicht. Das Besondere an unserer Social Media Wall: Sie müssen selbst kein Nutzerkonto bei den Kanälen haben, um die Aktivitäten und Inhalte der AKWL zu verfolgen. Der Service speichert alle Beiträge der AKWL auf DSGVO-konformen Servern zwischen und stellt sie dann auf unserer Website vollständig zur Verfügung, ohne dass man auf die einzelnen Plattformen verlinkt wird und sich dort anmelden muss. Ein Nutzertracking findet nicht statt. <

Probieren Sie es also gerne einmal aus unter www.akwl.de/social-media

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Impfen in der Apotheke Verlässliche Quellen zur Information

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RATGEBER APOTHEKENPRAXIS

Durch das Impfangebot in den Apotheken kommen jetzt und in Zukunft vermehrt Fragen, Ängste und Bedenken der Bevölkerung zum Impfen in den Beratungsgesprä chen auf. Apothekerinnen und Apotheker können Beden ken und Sorgen im Gespräch aufgreifen und – unterstützt von gutem Informationsmaterial – das Vertrauen in Impfungen steigern.

> Im Zuge der Apothekenreform dürfen Apotheken – neben der Grippe- und Corona-Impfung – zukünftig auch weitere Impfungen mit Totimpfstoffen für Erwachse ne anbieten. Gerade beim The ma Impfen besteht oftmals viel Unsicherheit, einige Impfmythen halten sich hartnäckig. Hier können Apothekerinnen und Apotheker Bedenken und Sorgen im Gespräch aufgreifen und – unterstützt von gutem Informationsmaterial – das Vertrauen in Impfungen steigern. Für viele Menschen sind Apotheken eine niederschwellige Anlaufstelle in Gesund heitsfragen. Gerade beim Thema Impfen bestehen viele Fragen und Unsicherhei ten. Während echte Impfgegner in der Regel nicht mit Argumenten umzustim men sind, sind Personen, die dem Impfen im Allgemeinen oder einzelnen Impfun gen gegenüber skeptisch gegenüberste hen, meistens offen für gute Argumente. Hier ist es sinnvoll, gute Informations quellen schnell zur Hand zu haben. Das Robert-Koch-Institut bietet auf seinen Internetseiten eine Vielzahl guter Infor mationen, sowohl bei fachlichen Fra gen als auch Infomaterial für Laien, das die Beratung unterstützen kann. Unter www.rki.de findet man unter dem Reiter „Impfen“ alle benötigten Informationen, wie z. B. den Impfkalender (auch in ver schiedenen Sprachen) oder die aktuellen

STIKO-Empfehlungen. Vor allem unter der Rubrik „Impfthemen A-Z“ sind viele Fra gen aus der Praxis beantwortet, so zum Beispiel zu Impfabständen, zum Impfen bei Asplenie oder bei Patient*innen mit Immundefizienz bzw. unter immunsup pressiver Therapie. Um Impfende in ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen, hat das Robert Koch-Insti tut kompakte Faktenblätter zum Thema Impfen entwickelt. Die Faktenblätter fas sen kurz und knapp die wichtigsten Infor mationen zu einer Impfung zusammen und richten sich in erster Linie an Impfen de. Darüber hinaus können die Informa tionsblätter im Aufklärungsgespräch als wichtige Informationsquelle oder auch Handout genutzt werden, um auch Pa tientinnen und Patienten sowie Eltern bzw. andere Sorgeberechtigte durch ent sprechende Infografiken verständlich und ansprechend über die Impfung zu infor mieren [1]. Bisher wurden Faktenblätter zu den Themen COVID-19-Impfung, rich tige und falsche Kontraindikationen, zur FSME-, Herpeszoster-, HPV-, Influenza-, Masern-, Meningokokken sowie Pneumo kokken-Impfung, RSV-Prophylaxe und zur 6-fach-Impfung erstellt. Auch das Bundesinstitut für Öffentli che Gesundheit (BIÖG) hält auf der Seite www.Infektionsschutz.de/impfen/ eine Menge an Informationen zum Thema Impfen bereit. Infos bei RKI und BIÖG

Gesprächskarten für Dialog mit Patient*innen

Um mit Patient*innen leichter ins Ge spräch zu kommen, hat das RKI in Zu sammenarbeit mit Forschenden der Universitäten Erfurt und Bristol kurze Hilfestellungen auf Gesprächskarten [2] zusammengestellt. Offene Fragen, wie zum Beispiel: „Was genau bereitet Ihnen Sorgen?“, aufmerksames Zuhören und Verständnis für die Meinung des anderen können eine Tür öffnen, um wichtige und richtige Aussagen zum Impfen zu plat zieren. Besonders wichtig ist es, nicht zu belehren oder moralische Vorwürfe zu machen. Die Gesprächskarten sind auf den Seiten des RKI abrufbar (www.rki.de > Themen > Impfen > Impfthemen A-Z > Impfgespräch). Rund ums Impfen kursieren viele Impf mythen, manche halten sich hartnäckig. Impfmythen funktionieren nur selten über Fakten. Häufig sind sie emotional ge leitet: Sorge, dass man den eigenen Kin dern durch die Impfung einen Schaden zufügt, Misstrauen gegenüber Institutio nen oder der Pharmaindustrie, schlechte Erfahrungen im Gesundheitssystem oder auch das Bedürfnis nach Kontrolle und Selbstbestimmung. Umgang mit Impfmythen

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RATGEBER APOTHEKENPRAXIS

FAZIT: Durch das Impfangebot in den Apo theken kommen jetzt und in Zukunft ver mehrt Fragen, Ängste und Bedenken zum Impfen im Beratungsgespräch auf. Auch Impfmythen sind dabei kein Randphäno men, sondern Teil des Beratungsalltags in Apotheken. Apotheker*innen können hier eine Schlüsselrolle übernehmen: Sie sind fachlich qualifiziert, gut erreichbar und ge nießen hohes Vertrauen. Entscheidend ist, Mythen und Fehlinformationen nicht nur sachlich zu korrigieren, sondern Sorgen ernst zu nehmen und verlässliche Quellen sichtbar zu machen. Wer ruhig, transpa rent und evidenzbasiert kommuniziert, stärkt nicht nur die individuelle Impfent scheidung, sondern auch die Gesund heitskompetenz der Bevölkerung. Apo- thekerinnen und Apotheker können so ei nen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Impfquote leisten. < Auch die Faktenboxen des Harding Centers für Risikokompetenz sind zur Ri sikokommunikation sehr brauchbar. Sie stellen Vor- und Nachteile einzelner Imp fungen sehr anschaulich und in absoluten Zahlen dar. Bisher wurden Faktenboxen z. B. für die Grippeschutzimpfung, die Per tussis- sowie die MMR-Impfung erstellt [4]. [1] Kurz und knapp: Faktenblätter zum Thema Impfen, Stand: 19.5.2026. RKI - Faktenblätter zum Impfen [2] Gesprächskarten: Wie spreche ich über das Thema Impfen? RKI - Impfmythen: Falschinformationen wirksam aufklären - Gesprächskarten: Wie spreche ich über das Thema Impfen? [3] Impfmythen: Falschinformationen wirksam aufklären, Stand: 3.12.2025; RKI - Impfmythen: Falschinformationen wirksam aufklären [4] Faktenboxen | Harding-Zentrum für Risikokompetenz Alle Quellen zuletzt abgerufen am 17.6.2026. eignet, werden Impfmythen entkräftet, so zum Beispiel zur Sicherheit von Impfstof fen, zu Nebenwirkungen oder zur Autis mus- oder Unfruchtbarkeits-Behauptung. Quellen:

Typische Impfmythen lauten zum Beispiel:

holt und dann widerlegt, kann ihn unbe absichtigt weiter verankern. Um Falschinformationen zu korrigieren, eignet sich besonders gut das sogenannte Fakten-Sandwich: Fakt – Benennung des Mythos – Aufklä rung – Wiederholung des Faktes. Zu den häufigsten Impfmythen hat das RKI solche Fakten-Sand- wiches [3] erstellt. Auf einer Seite, die sich auch zum Aus drucken für Patient*innen

• • Impfstoffe verursachen Krebs Impfstoffe haben unkalkulierbare Nebenwirkungen Langzeitfolgen sind nicht untersucht und nicht absehbar mRNA-Impfstoffe verändern das Erbgut Impfungen machen unfruchtbar MMR-Impfstoff verursacht Autismus Für die pharmazeutische Beratung ist ent- scheidend: Wer einen Mythos nur wieder- • • • •

FALSCHINFORMATIONEN ZUM IMPFEN WIRKSAM AUFKLÄREN Nutzen-Risiko Abwägung THEMA

Impfungen bergen weniger Risiken als die Infektionen und Erkrankungen, gegen die sie schützen. Impfungen werden nur zugelassen und empfohlen, wenn ihr potenzieller 0/5 ) Ң #0/5 1*- )! &/$*) 0) . #2 - - -&- )&0)"ң "-źƠ - $./ '. ihr potenzielles Risiko (mögliche Nebenwirkungen). Manche Erkrankungen -" ) / $'. - ( /$. # $.$& )҂ 2$ 5ҁ ҁ #$-) )/5ƭ) 0)" ) Ң $ . -)ң oder Lähmung (bei Polio). Diese Risiken können durch Impfungen stark verringert oder sogar ganz verhindert werden.

Fakt

»Die Impfung ist gefährlicher als die Infektion.«

Mythos

Durch die Erfolge von Impfprogrammen konnten viele Krankheiten stark eingeschränkt oder sogar ganz eliminiert werden, wie z.B. die Röteln in Deutschland. Die meisten Menschen haben daher keinen Kontakt mehr zu impfpräventablen Erkrankungen. Es ist deshalb verständlich, dass der Eindruck entstehen kann, die möglichen Risiken einer Impfung seien bedrohlicher als das Risiko von Erkrankungen, mit denen man keine direkte Erfahrung hat. Richtig ist jedoch, dass Impfungen erfolgreich viele, teils schwere Erkrankungen verhindert haben, die bei einem Sinken der Impfquoten 2$ - -) 0/ 1 -( #-/ 0Ȩ- / ) 2ƭ- )ҁ

Erklärung

Fakt ist: Die Infektion und ihre möglichen Komplikationen sind deutlich riskanter als die empfohlene Impfung.

Fakt

Denn eine Impfung wird nur zugelassen und empfohlen, wenn ihr Nutzen 0/'$ # "-źƠ - $./ '. $#- +*/ )5$ '' . $.$&*ҁ

Das war ein Faktensandwich. Mehr Infos auf www.rki.de/impfmythen

22 / AKWL Mitteilungs blatt

Immer häufger kommt es auch in der Apotheke zu Belästigungen und Übergriffen auf die Mitarbeitenden. Die AKWL reagiert darauf mit verschiedenen Informationen und Fortbildungsveranstaltungen rund um das Thema Gewaltprävention.

Umgang mit Belästigung und Gewalt in der Apotheke

> Belästigende Anrufe im Not dienst, aggressive Kund*innen, übergriffige Kommentare oder sogar körperliche Angriffe: Das gehört für viele Apothekenteams inzwischen zum Alltag. Die Be lastung nimmt spürbar zu – und mit ihr der Handlungsbedarf.

der Bedarf am größten ist: in konkreten Arbeitssituationen“, sagt Vorstandsmit glied Sandra Potthast. Die zentralen Themen der Vorträge und Seminare sind unter anderem Prävention, Deeskalation und ein sicherer Umgang mit Grenzüberschreitungen. Eine hohe Resonanz bestätigt den Bedarf: „Die gro ße Nachfrage bei den ersten Veranstal tungen im Frühjahr zeigt deutlich, wie relevant das Thema ist – deshalb bauen wir das Angebot weiter aus“, so Behle. Weitere Formate sollen daher im Herbst folgen, und auch für den nächsten West fälisch-lippischen Apothekertag, der im April 2027 in Münster stattfindet, ist ein Schwerpunkt-Seminar zum Thema Ge waltprävention geplant.

Ergänzend dazu stellt die AKWL allen Apothekenteams unter www.akwl.de/ gewaltpraevention praxisnahe Materia lien zum Download bereit: Ein Handout bietet einen niederschwelligen Einstieg in die Thematik. Es vermittelt Orientierung für die wichtigsten Schritte im Team, zeigt präventive Ansätze auf und gibt konkrete Hinweise für den Umgang mit schwieri gen Situationen. Weiterführende Links sowie Kontaktdaten zu Unterstützungs angeboten runden das Angebot ab. <

Die AKWL reagiert darauf mit verschie denen Informationen und Fortbildungs veranstaltungen rund um das Thema Ge waltprävention. „Wir wollen, dass unsere Mitglieder auch in schwierigen Momenten souverän und handlungsfähig bleiben“, betont Ute Behle, Bereichsleiterin Phar- mazie bei der AKWL. „Mit praxisnahen Veranstaltungen und Schulungsangebo ten setzen unsere Angebote dort an, wo

Praxisnahe Materialien zum Download und weitere Informationen unter www.akwl.de/ gewaltpraevention

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RATGEBER APOTHEKENPRAXIS

Ein Wirkstoff, zwei Welten Die Darreichungsform entscheidet

Ein Fall aus CIRS-NRW

> Der vorliegende CIRS-Fall zeigt eine typische Verwechslung von Darrei chungsformen: Ein Arzt löst ein Rezept über Actonel® für eine Angehörige ein und lehnt ein Generikum ab, da er davon ausgeht, dass nur Actonel nach dem Essen eingenommen werden könne. Bei der Durchsicht der Kunden kartei wird jedoch deutlich, dass die Patientin zuvor Actonel erhalten hatte – allerdings in Form von Filmtabletten. Diese wurden von ihr ebenfalls nach dem Essen eingenommen, obwohl gerade diese Darreichungsform nüch tern eingenommen werden muss. Der entscheidende Punkt des Falls ist da mit klar: Es wurde nicht zwischen den un terschiedlichen Darreichungsformen un terschieden – und damit auch nicht zwischen den unterschiedlichen Einnah meschemata. Zwei Darreichungsformen – ein entschei dender Unterschied Actonel® enthält den Wirkstoff Rised ronat, ein Bisphosphonat zur Behand lung der Osteoporose. Trotz identischem Wirkstoff stellen die verfügbaren Darrei chungsformen von Actonel – die Filmta blette und die magensaftresistente Tab lette — zwei unterschiedliche „Welten“

Folgendes kritisches Ereignis fiel in einer Apotheke auf:

Fall-Nr.: 289109 Fehlendes Wissen und Aufklärung über die verschiedenen Darreichungsformen

Was ist passiert? Actonel gibt es sowohl als magensaftresistente Tablette und als Filmtablette. Ärztli che Person kam in die Apotheke und wollte für seine Angehörige ein Rezept mit einer Packung Actonel einlösen. Auf dem Rezept standen Actonel Tabletten, 35 mg, 12 Stück. Als die Frage aufkam, ob es auch ein Generikum seien könnte, verneinte ärztliche Per son dieses mit der Begründung, Actonel sei das einzige Produkt, was nach dem Essen genommen werden könnte. Durch einen Blick in die Kundenkartei wurde klar, seine Angehörige hatte bis jetzt immer Filmtabletten bekommen, die fälschlicherweise nach dem Essen genommen wurden. Wo sehen Sie Gründe für dieses Ereignis und wie hätte es vermieden werden können? Fehlende Beratung, fehlendes Wissen und Aufklärung über die verschiedenen Darrei chungsformen sowohl von Seiten der Apotheke als auch der ärztlichen Person, keine PZN auf dem Rezept, keine Nachfrage der Apotheke, ob die Tabletten Filmtabletten oder magensaftresistente Tabletten sein sollen.

dar: Sie unterscheiden sich grundlegend in ihrer Art der Freisetzung und ihrer Art der Einnahme. Bei der Filmtablette wird der Wirkstoff unmittelbar freigesetzt. Da die Resorpti on von Risedronat stark durch Nahrungs bestandteile – insbesondere polyvalente Kationen wie Calcium oder Magnesium – beeinträchtigt werden kann, sollte die Filmtablette vor dem Frühstück einge nommen werden, spätestens 30 Minuten vor der ersten Aufnahme von Nahrung. Wird die Tablette zusammen mit Nah rung eingenommen, kann der Wirkstoff

gebunden werden und steht für die Auf nahme kaum noch zur Verfügung. Die Folge ist eine deutlich reduzierte Biover fügbarkeit und damit eine potenziell un zureichende Therapie. Demgegenüber steht die magensaftresis tente Tablette. Diese besitzt einen speziel len Überzug, der den Wirkstoff im sauren Milieu des Magens schützt und überwie gend erst später im Dünndarm freisetzt. Dadurch wird die Aufnahme weniger von Nahrungsbestandteilen beeinflusst. Die Einnahme ist ausdrücklich nach dem Früh stück vorgesehen.

24 / AKWL Mitteilungs blatt

Einnahme und Verträglichkeit

dem Essen eingenommen werden – ist korrekt bezogen auf die magensaftre sistente Form. Diese Differenzierung ging verloren und führte dazu, dass die Einnahmeregeln auf die falsche Darrei chungsform übertragen wurden. Der Markenname wurde mit einem einheit lichen Einnahmeschema gleichgesetzt. Für die Patientin bedeutet dies vermut lich, dass der Wirkstoff über längere Zeit nicht ausreichend aufgenommen wurde. Gerade bei einer chronischen Therapie wie der Behandlung der Os teoporose kann ein solcher Medika tionsfehler lange unentdeckt bleiben und dadurch den Therapieerfolg er heblich beeinträchtigen.

Fazit: Die Darreichungsform ist ent scheidend für den Therapieerfolg. Dieser CIRS-Fall verdeutlicht, dass die Darreichungsform keineswegs ein nebensächliches Detail ist. Zwei Präparate mit identischem Wirkstoff können sich in ihrer Art der Einnah me grundlegend unterscheiden. Wird dieser Unterschied nicht berücksich tigt, kann selbst ein korrekt verordne ter Wirkstoff seine Wirkung nicht voll entfalten. < Die zentrale Lehre aus diesem CIRS-Fall lautet daher: Nicht der Name des Arzneimittels entscheidet über das Einnah meschema – sondern seine Darreichungsform.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Verträglichkeit. Bisphosphonate kön nen den oberen Gastrointestinaltrakt reizen, weshalb die Fachinformation ausdrücklich auf entsprechende Ne benwirkungen wie Ösophagitis, Gas tritis oder Oberbauchbeschwerden hinweist. Sowohl Film- als auch magensaftresis tente Tabletten sollten in aufrechter Körperhaltung eingenommen wer den, und Patient*innen sollten sich nach der Einnahme für mindestens 30 Minuten nicht hinlegen. Für die magensaftresistente Form ist die Ein nahme nach dem Essen vorgesehen. Dies steht unter anderem im Zusam menhang mit der Verträglichkeit, da die Fachinformation darauf hinweist, dass eine Einnahme auf nüchternen Magen mit einem erhöhten Risiko für Oberbauchbeschwerden verbunden sein kann. Ein klassischer Medikationsfehler mit Konsequenzen Der Fall zeigt, wie leicht es zu einer Verwechslung kommen kann. Die Aus sage des Arztes – Actonel kann nach

Was ist CIRS-NRW? Die Buchstaben „CIRS“ stehen für Critical Incident Reporting-System, zu Deutsch „Datenbank für kritische Ereignisse“. Es handelt sich um ein internetgestütztes, einrichtungsübergreifendes Berichts- und Lernsystem zur anonymen Meldung von kritischen Ereignissen in der Patienten versorgung. CIRS-NRW ist eine gemeinsame Initiative der Ärztekammern Nordrhein (ÄKNO) und Westfalen Lippe (ÄKWL), der Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein (KVNO) und Westfalen-Lippe (KVWL) und der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) sowie der Apotheker kammern Nordrhein (AKNR) und Westfalen-Lippe (AKWL) in Zusammenarbeit mit dem Ärztli chen Zentrum für Qualität in der Medizin. Die Initiative soll dazu beitragen, dass über kritische Ereignisse offen gesprochen und aus ihnen gelernt wird. Somit sollen Wege zur Vermeidung von Risiken diskutiert und Lösungsstrategien erarbeitet werden. Langfristig soll CIRS-NRW dazu beitragen, die Sicherheitskultur in NRW zu verbessern und die Patientensicherheit zu fördern. CIRS-NRW dient somit auch als Instrument des Risiko- und Qualitätsmanagements.

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ATHINA-Abschlusssymposium / 72 neue AMTS-Manager*innen Kleine Maßnahmen, großer Nutzen

> 72 neue AMTS-Manager*innen für Westfalen-Lippe! Beim 27. ATHINA-Symposium am 13. Juni im PharmaCampus Münster erhielten sie ihr Zertifikat.

Helene von Richthofen, Julia Krayer und Ramona Sedelmaier zeigten eindrück lich, welchen Mehrwert Medikationsana- lysen für Patient*innen bieten, und dass auch kleine Maßnahmen zu großen Ver besserungen der Lebensqualität füh ren. Ramona Sedelmaier berichtete au ßerdem, wie die Zusammenarbeit von Pharmazeut*innen im Praktikum und Ärzt*innen im Praktikum im Rahmen des SPHERE-Projektes, einem einzigartigen in- terprofessionellen Lehrprojekt der Uni Münster, die gemeinsamen Kompetenzen und die Akzeptanz von Medikationsanaly sen deutlich gestärkt hat. Wie man seine Kompetenzen im Bereich der AMTS noch weiter stärken kann, wur-

de von Professor Ulrich Jaehde vom Phar mazeutischen Institut der Universität Bonn erläutert. Er stellte den interprofes sionellen Masterstudiengang AMTS vor. Professorin Hanna Seidling, Universitäts klinikum Heidelberg, konnte mit der Vor stellung des NEFA-Projektes, Netzwerk der forschenden Apotheken, die Lust an eigener Forschung in der breiteren Dar stellung des Nutzens der öffentlichen Apotheke wecken. Beim Sektempfang mit Fingerfood, der wieder von der AKWL gesponsert wurde, klang der feierliche Teil mit Zertifikats übergabe fröhlich aus. <

„Wir freuen uns besonders darüber, dass mehr als die Hälfte der Teilnehmenden Pharmazeut*innen im Praktikum sind“, sagt Dr. Isabel Waltering. „Somit werden junge Pharmazeutinnen und Pharmazeu ten bereits mit Erfahrung in pharmazeuti schen Dienstleistungen in das Approbier tenleben entlassen.“ Highlight des Symposiums waren auch in diesem Jahr die Fallvorstellungen des ak tuellen Durchgangs.

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