Mitteilungsblatt 3/2026, 14. August 2026
APOTHEKENREFORM
Apothekenreform 2026. Oder: There is great glory in prevention.
Impfungen, weitere pharmazeutische Dienstleistungen, Gesundheitstests
Patienten gewährleisten und alle Hygie ne-Standards erfüllen. Die Aufklärung, Anamnese, Einwilligung und Dokumen tation verbleiben grundsätzlich in der Verantwortung der Apothekerin oder des Apothekers; die Injektion selbst kann un ter Aufsicht an entsprechend qualifizier tes pharmazeutisches Personal delegiert werden. Sobald die nötigen Curricula feststehen, wird Ihre Kammer die notwenigen Schu lungen anbieten (s. Artikel auf Seite 28 in diesem Mitteilungsblatt). Die pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) entwickeln sich weiter: Mit der Apo thekenreform erweitert der Gesetzgeber das bisherige Angebot um fünf neue Leis tungen, die die pharmazeutische Kom petenz noch stärker in die Versorgung einbinden. Pharmazeutische Dienstleistungen
> Beim Deutschen Apothekertag 2025 in Düsseldorf hatte Bun desgesundheitsministerin Nina Warken erstmals ihre Vorstellun gen von der Apotheke der Zukunft präsentiert. Gerade die Absage an eine direkte Honorar-Erhöhung hatte im Herbst 2025 zu viel Frust im Berufsstand geführt. Nun ist dieser Punkt abgeräumt. Wie ver ändert sich nach aktuellem Stand (21. Juli 2026) die Apotheke vor Ort durch das in Kraft getretene Apothekenversorgung-Weiter entwicklungsgesetz (ApoVWG)? Eines ist besonders auffällig: Viele Aufgaben aus dem Bereich der Prävention sollen künftig in der Apotheke vor Ort etabliert werden.
len Apotheken wird schon jetzt gegen Covid-19 und Grippe geimpft. In Zukunft dürfen öffentliche Apotheken auch alle weiteren Schutzimpfungen mit Totimpf stoffen bei Erwachsenen durchführen. Damit erhält die Apotheke einen noch größeren Stellenwert in der wohnortna hen Gesundheitsversorgung. Bis die neuen Impfangebote starten kön nen, sind jedoch noch einige Vorausset zungen zu erfüllen. Derzeit entwickeln Bundesapothekerkammer und Bundes ärztekammer gemeinsam das erforderli che Mustercurriculum für die Qualifizie rung der impfenden Apothekerinnen und Apotheker. Erst nach Abschluss dieser Ar beiten können entsprechende Schulungen angeboten und die neuen Impfleistungen flächendeckend eingeführt werden. Auch organisatorisch gelten klare Quali tätsanforderungen: Impfungen müssen in geeigneten Räumlichkeiten erfolgen, die die Privatsphäre der Patientinnen und
Schutzimpfungen
Die Rolle der Apotheke in der Impfprä vention wird deutlich ausgebaut. In vie-
8 / AKWL Mitteilungs blatt
Made with FlippingBook - Online catalogs