Mitteilungsblatt 3/2026, 14. August 2026

Einnahme und Verträglichkeit

dem Essen eingenommen werden – ist korrekt bezogen auf die magensaftre sistente Form. Diese Differenzierung ging verloren und führte dazu, dass die Einnahmeregeln auf die falsche Darrei chungsform übertragen wurden. Der Markenname wurde mit einem einheit lichen Einnahmeschema gleichgesetzt. Für die Patientin bedeutet dies vermut lich, dass der Wirkstoff über längere Zeit nicht ausreichend aufgenommen wurde. Gerade bei einer chronischen Therapie wie der Behandlung der Os teoporose kann ein solcher Medika tionsfehler lange unentdeckt bleiben und dadurch den Therapieerfolg er heblich beeinträchtigen.

Fazit: Die Darreichungsform ist ent scheidend für den Therapieerfolg. Dieser CIRS-Fall verdeutlicht, dass die Darreichungsform keineswegs ein nebensächliches Detail ist. Zwei Präparate mit identischem Wirkstoff können sich in ihrer Art der Einnah me grundlegend unterscheiden. Wird dieser Unterschied nicht berücksich tigt, kann selbst ein korrekt verordne ter Wirkstoff seine Wirkung nicht voll entfalten. < Die zentrale Lehre aus diesem CIRS-Fall lautet daher: Nicht der Name des Arzneimittels entscheidet über das Einnah meschema – sondern seine Darreichungsform.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Verträglichkeit. Bisphosphonate kön nen den oberen Gastrointestinaltrakt reizen, weshalb die Fachinformation ausdrücklich auf entsprechende Ne benwirkungen wie Ösophagitis, Gas tritis oder Oberbauchbeschwerden hinweist. Sowohl Film- als auch magensaftresis tente Tabletten sollten in aufrechter Körperhaltung eingenommen wer den, und Patient*innen sollten sich nach der Einnahme für mindestens 30 Minuten nicht hinlegen. Für die magensaftresistente Form ist die Ein nahme nach dem Essen vorgesehen. Dies steht unter anderem im Zusam menhang mit der Verträglichkeit, da die Fachinformation darauf hinweist, dass eine Einnahme auf nüchternen Magen mit einem erhöhten Risiko für Oberbauchbeschwerden verbunden sein kann. Ein klassischer Medikationsfehler mit Konsequenzen Der Fall zeigt, wie leicht es zu einer Verwechslung kommen kann. Die Aus sage des Arztes – Actonel kann nach

Was ist CIRS-NRW? Die Buchstaben „CIRS“ stehen für Critical Incident Reporting-System, zu Deutsch „Datenbank für kritische Ereignisse“. Es handelt sich um ein internetgestütztes, einrichtungsübergreifendes Berichts- und Lernsystem zur anonymen Meldung von kritischen Ereignissen in der Patienten versorgung. CIRS-NRW ist eine gemeinsame Initiative der Ärztekammern Nordrhein (ÄKNO) und Westfalen Lippe (ÄKWL), der Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein (KVNO) und Westfalen-Lippe (KVWL) und der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) sowie der Apotheker kammern Nordrhein (AKNR) und Westfalen-Lippe (AKWL) in Zusammenarbeit mit dem Ärztli chen Zentrum für Qualität in der Medizin. Die Initiative soll dazu beitragen, dass über kritische Ereignisse offen gesprochen und aus ihnen gelernt wird. Somit sollen Wege zur Vermeidung von Risiken diskutiert und Lösungsstrategien erarbeitet werden. Langfristig soll CIRS-NRW dazu beitragen, die Sicherheitskultur in NRW zu verbessern und die Patientensicherheit zu fördern. CIRS-NRW dient somit auch als Instrument des Risiko- und Qualitätsmanagements.

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