Mitteilungsblatt 3/2026, 14. August 2026

RATGEBER APOTHEKENPRAXIS

FAZIT: Durch das Impfangebot in den Apo theken kommen jetzt und in Zukunft ver mehrt Fragen, Ängste und Bedenken zum Impfen im Beratungsgespräch auf. Auch Impfmythen sind dabei kein Randphäno men, sondern Teil des Beratungsalltags in Apotheken. Apotheker*innen können hier eine Schlüsselrolle übernehmen: Sie sind fachlich qualifiziert, gut erreichbar und ge nießen hohes Vertrauen. Entscheidend ist, Mythen und Fehlinformationen nicht nur sachlich zu korrigieren, sondern Sorgen ernst zu nehmen und verlässliche Quellen sichtbar zu machen. Wer ruhig, transpa rent und evidenzbasiert kommuniziert, stärkt nicht nur die individuelle Impfent scheidung, sondern auch die Gesund heitskompetenz der Bevölkerung. Apo- thekerinnen und Apotheker können so ei nen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Impfquote leisten. < Auch die Faktenboxen des Harding Centers für Risikokompetenz sind zur Ri sikokommunikation sehr brauchbar. Sie stellen Vor- und Nachteile einzelner Imp fungen sehr anschaulich und in absoluten Zahlen dar. Bisher wurden Faktenboxen z. B. für die Grippeschutzimpfung, die Per tussis- sowie die MMR-Impfung erstellt [4]. [1] Kurz und knapp: Faktenblätter zum Thema Impfen, Stand: 19.5.2026. RKI - Faktenblätter zum Impfen [2] Gesprächskarten: Wie spreche ich über das Thema Impfen? RKI - Impfmythen: Falschinformationen wirksam aufklären - Gesprächskarten: Wie spreche ich über das Thema Impfen? [3] Impfmythen: Falschinformationen wirksam aufklären, Stand: 3.12.2025; RKI - Impfmythen: Falschinformationen wirksam aufklären [4] Faktenboxen | Harding-Zentrum für Risikokompetenz Alle Quellen zuletzt abgerufen am 17.6.2026. eignet, werden Impfmythen entkräftet, so zum Beispiel zur Sicherheit von Impfstof fen, zu Nebenwirkungen oder zur Autis mus- oder Unfruchtbarkeits-Behauptung. Quellen:

Typische Impfmythen lauten zum Beispiel:

holt und dann widerlegt, kann ihn unbe absichtigt weiter verankern. Um Falschinformationen zu korrigieren, eignet sich besonders gut das sogenannte Fakten-Sandwich: Fakt – Benennung des Mythos – Aufklä rung – Wiederholung des Faktes. Zu den häufigsten Impfmythen hat das RKI solche Fakten-Sand- wiches [3] erstellt. Auf einer Seite, die sich auch zum Aus drucken für Patient*innen

• • Impfstoffe verursachen Krebs Impfstoffe haben unkalkulierbare Nebenwirkungen Langzeitfolgen sind nicht untersucht und nicht absehbar mRNA-Impfstoffe verändern das Erbgut Impfungen machen unfruchtbar MMR-Impfstoff verursacht Autismus Für die pharmazeutische Beratung ist ent- scheidend: Wer einen Mythos nur wieder- • • • •

FALSCHINFORMATIONEN ZUM IMPFEN WIRKSAM AUFKLÄREN Nutzen-Risiko Abwägung THEMA

Impfungen bergen weniger Risiken als die Infektionen und Erkrankungen, gegen die sie schützen. Impfungen werden nur zugelassen und empfohlen, wenn ihr potenzieller 0/5 ) Ң #0/5 1*- )! &/$*) 0) . #2 - - -&- )&0)"ң "-źƠ - $./ '. ihr potenzielles Risiko (mögliche Nebenwirkungen). Manche Erkrankungen -" ) / $'. - ( /$. # $.$& )҂ 2$ 5ҁ ҁ #$-) )/5ƭ) 0)" ) Ң $ . -)ң oder Lähmung (bei Polio). Diese Risiken können durch Impfungen stark verringert oder sogar ganz verhindert werden.

Fakt

»Die Impfung ist gefährlicher als die Infektion.«

Mythos

Durch die Erfolge von Impfprogrammen konnten viele Krankheiten stark eingeschränkt oder sogar ganz eliminiert werden, wie z.B. die Röteln in Deutschland. Die meisten Menschen haben daher keinen Kontakt mehr zu impfpräventablen Erkrankungen. Es ist deshalb verständlich, dass der Eindruck entstehen kann, die möglichen Risiken einer Impfung seien bedrohlicher als das Risiko von Erkrankungen, mit denen man keine direkte Erfahrung hat. Richtig ist jedoch, dass Impfungen erfolgreich viele, teils schwere Erkrankungen verhindert haben, die bei einem Sinken der Impfquoten 2$ - -) 0/ 1 -( #-/ 0Ȩ- / ) 2ƭ- )ҁ

Erklärung

Fakt ist: Die Infektion und ihre möglichen Komplikationen sind deutlich riskanter als die empfohlene Impfung.

Fakt

Denn eine Impfung wird nur zugelassen und empfohlen, wenn ihr Nutzen 0/'$ # "-źƠ - $./ '. $#- +*/ )5$ '' . $.$&*ҁ

Das war ein Faktensandwich. Mehr Infos auf www.rki.de/impfmythen

22 / AKWL Mitteilungs blatt

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