Mitteilungsblatt 3/2026, 14. August 2026
RATGEBER APOTHEKENPRAXIS
Durch das Impfangebot in den Apotheken kommen jetzt und in Zukunft vermehrt Fragen, Ängste und Bedenken der Bevölkerung zum Impfen in den Beratungsgesprä chen auf. Apothekerinnen und Apotheker können Beden ken und Sorgen im Gespräch aufgreifen und – unterstützt von gutem Informationsmaterial – das Vertrauen in Impfungen steigern.
> Im Zuge der Apothekenreform dürfen Apotheken – neben der Grippe- und Corona-Impfung – zukünftig auch weitere Impfungen mit Totimpfstoffen für Erwachse ne anbieten. Gerade beim The ma Impfen besteht oftmals viel Unsicherheit, einige Impfmythen halten sich hartnäckig. Hier können Apothekerinnen und Apotheker Bedenken und Sorgen im Gespräch aufgreifen und – unterstützt von gutem Informationsmaterial – das Vertrauen in Impfungen steigern. Für viele Menschen sind Apotheken eine niederschwellige Anlaufstelle in Gesund heitsfragen. Gerade beim Thema Impfen bestehen viele Fragen und Unsicherhei ten. Während echte Impfgegner in der Regel nicht mit Argumenten umzustim men sind, sind Personen, die dem Impfen im Allgemeinen oder einzelnen Impfun gen gegenüber skeptisch gegenüberste hen, meistens offen für gute Argumente. Hier ist es sinnvoll, gute Informations quellen schnell zur Hand zu haben. Das Robert-Koch-Institut bietet auf seinen Internetseiten eine Vielzahl guter Infor mationen, sowohl bei fachlichen Fra gen als auch Infomaterial für Laien, das die Beratung unterstützen kann. Unter www.rki.de findet man unter dem Reiter „Impfen“ alle benötigten Informationen, wie z. B. den Impfkalender (auch in ver schiedenen Sprachen) oder die aktuellen
STIKO-Empfehlungen. Vor allem unter der Rubrik „Impfthemen A-Z“ sind viele Fra gen aus der Praxis beantwortet, so zum Beispiel zu Impfabständen, zum Impfen bei Asplenie oder bei Patient*innen mit Immundefizienz bzw. unter immunsup pressiver Therapie. Um Impfende in ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen, hat das Robert Koch-Insti tut kompakte Faktenblätter zum Thema Impfen entwickelt. Die Faktenblätter fas sen kurz und knapp die wichtigsten Infor mationen zu einer Impfung zusammen und richten sich in erster Linie an Impfen de. Darüber hinaus können die Informa tionsblätter im Aufklärungsgespräch als wichtige Informationsquelle oder auch Handout genutzt werden, um auch Pa tientinnen und Patienten sowie Eltern bzw. andere Sorgeberechtigte durch ent sprechende Infografiken verständlich und ansprechend über die Impfung zu infor mieren [1]. Bisher wurden Faktenblätter zu den Themen COVID-19-Impfung, rich tige und falsche Kontraindikationen, zur FSME-, Herpeszoster-, HPV-, Influenza-, Masern-, Meningokokken sowie Pneumo kokken-Impfung, RSV-Prophylaxe und zur 6-fach-Impfung erstellt. Auch das Bundesinstitut für Öffentli che Gesundheit (BIÖG) hält auf der Seite www.Infektionsschutz.de/impfen/ eine Menge an Informationen zum Thema Impfen bereit. Infos bei RKI und BIÖG
Gesprächskarten für Dialog mit Patient*innen
Um mit Patient*innen leichter ins Ge spräch zu kommen, hat das RKI in Zu sammenarbeit mit Forschenden der Universitäten Erfurt und Bristol kurze Hilfestellungen auf Gesprächskarten [2] zusammengestellt. Offene Fragen, wie zum Beispiel: „Was genau bereitet Ihnen Sorgen?“, aufmerksames Zuhören und Verständnis für die Meinung des anderen können eine Tür öffnen, um wichtige und richtige Aussagen zum Impfen zu plat zieren. Besonders wichtig ist es, nicht zu belehren oder moralische Vorwürfe zu machen. Die Gesprächskarten sind auf den Seiten des RKI abrufbar (www.rki.de > Themen > Impfen > Impfthemen A-Z > Impfgespräch). Rund ums Impfen kursieren viele Impf mythen, manche halten sich hartnäckig. Impfmythen funktionieren nur selten über Fakten. Häufig sind sie emotional ge leitet: Sorge, dass man den eigenen Kin dern durch die Impfung einen Schaden zufügt, Misstrauen gegenüber Institutio nen oder der Pharmaindustrie, schlechte Erfahrungen im Gesundheitssystem oder auch das Bedürfnis nach Kontrolle und Selbstbestimmung. Umgang mit Impfmythen
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