Online-Mitteilungsblatt 1/2026, 1. Juni 2026
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Online-Ausgabe 1 · 2026 1. Juni 2026
Neue pharmazeutische Zukunft Kammerversammlung Seite 4
Herausragender Journalismus Apothekerstiftung verleiht Preis Seite 10
Naturkunde und Pharmazie 13. Runder Tisch für Ruheständler Seite 13
Sehen Sie hier den Video-Rückblick zur Kammer versammlung der AKWL auf AKWL-TV
Honorarerhöhung muss jetzt kommen
ICH HELFE DIR. NOCH HEUTE.
WEIL ES UM MENSCHEN GEHT. DIE APOTHEKE.
INHALT · IMPRESSUM
Impressum Mitteilungsblatt (MB) der Apothekerkammer Westfalen-Lippe Online-Ausgabe 01/2026 Herausgeber Apothekerkammer Westfalen-Lippe, Bismarckallee 25, 48151 Münster, Tel: 0251 520050, Fax: 0251 521650, E-Mail: info@akwl.de, Internet: www.akwl.de
Inhalt
Kammerversammlung 04 Aufbruch in eine neue pharmazeutische Zukunft 05 Jahresabschluss der Apothekerkammer 2025 07 Deutscher Apothekertag 2026 in München AKWL entsendet 17 Delegierte Der Vorstand informiert 07 Ihr Kammervorstand / Ihre Ansprechpartner*innen Ausblick WLAT 2027 08 „Save the date“ für den 11. Westfälisch-lippischen Apothekertag Vertreterversammlung des VAWL 09 Renten und Anwartschaften dynamisiert
Redaktion Michael Schmitz (V. i. S. d. P.), Sebastian Sokolowski
Layout Sebastian Sokolowski, Petra Wiedorn
Mitarbeiter*innen an dieser Ausgabe Vanessa Averhage, Birte Kassenbrock, Annabelle Ludescher, Dr. Oliver Schwalbe, Sebastian Soko lowski, Yasmina Talhaui. Das Mitteilungsblatt der Apothekerkammer Westfalen-Lippe erscheint regelmäßig circa alle zwei Monate. Das Mittei lungsblatt Nr. 3/2026 erscheint am 7. August 2026 als Wendemagazin mit dem Fortbildung aktuell – Themen und Termine. Der Bezugspreis ist für die Mitglieder der Apothekerkammer Westfalen-Lippe im Kammerbeitrag enthalten. Auflage Die Online-Ausgaben unserer Mitteilungsblätter veröffentlichen wir auf unserer Website (www.akwl.de/mitteilungsblatt/) Nachdruck – auch in Auszügen – nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers.
Apothekerstiftung 10 Verleihung des Journalistenpreises
Bildernachweise S. 1,5,6,9,13,14,16,21: © Yasmina Talhaui S. 7: © Sebastian Sokolowski S. 10-12: © Michael C. Möller S. 11,16: © Birte Kassenbrock S. 21: © Apothekerkammer Niedersachsen
Öffentlichkeitsarbeit 13 Runder Tisch für Ruheständler*innen 14 Informationsveranstaltung für KVA/BÖ 17 PTA-April – Ein Monat für mehr Sichtbarkeit Ratgeber Apothekenpraxis 18 CIRS-NRW-Bericht des 1. Quartals 2026
Erteilte Erlaubnisse
20 Korrekturhinweis
Mixtum 21 125 Jahre Apothekerkammer Niedersachsen
Aus-/Fortbildung und AMTS
Der Geschäftsbericht 2025 ist online: www.akwl.de/ geschaeftsbericht-2/
21 Erstsemesterfrühstück 22 Anker lichten – Meer Fortbildung auf Langeoog vom 24.09.2026 - 27.09.2026
KAMMERVERSAMMLUNG
Aufbruch in eine neue pharmazeutische Zukunft
Kammerversammlung einig: Honorarerhöhung muss jetzt kommen.
> Im Mittelpunkt der Kammerver sammlung in Münster-Roxel stand der Blick nach vorn: AKWL-Präsi dentin Gabriele von Elsenau Over wiening zeichnete in ihrem Bericht ein bewusst positiv-optimistisches Zukunftsbild der Apotheke vor Ort – trotz aller Steine, die man noch aus dem Weg räumen müsse. Die Kammerpräsidentin betonte in ihrem Bericht, dass die jüngsten politischen Ent scheidungen und die geplanten Reformen neue Chancen für die Apothekerschaft eröffnen. Insbesondere der Ausbau phar mazeutischer Dienstleistungen (pDL), erweiterte Impfangebote sowie zusätzli che heilberufliche Befugnisse stärken die Rolle der Apotheke im Gesundheitswe sen nachhaltig, so die Präsidentin. Neue Leistungen seien dabei weit mehr als zu sätzliche Vergütungsangebote – sie seien ein zentraler Baustein für die Weiterent wicklung der Apotheke als unverzichtbare Säule der wohnortnahen Gesundheitsver sorgung: „Vor uns liegt der Aufbruch in eine ganz neue pharmazeutische Zukunft mit neuen pharmazeutischen Aufgaben, mit versorgenden Aufgaben und ich hof fe sehr, dass wir das als große Chance
nutzen für eine optimierte Versorgung der Menschen.“ Die Entwicklung zeige bereits Wirkung: Mehr als die Hälfte der Apotheken in Deutschland bietet inzwischen pharma zeutische Dienstleistungen an, die Zahl der erbrachten Leistungen wächst seit Jahren dynamisch.
Zugleich verwies die Präsiden tin darauf, dass die wirtschaftli che Situation vieler Apotheken trotz erster Verbesserungen weiterhin angespannt bleibe. Auch wenn nicht alle Hono
„ DIE ZUGESAGTE HONO RARERHÖHUNG MUSS KOMMEN. ZEITNAH.“
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir unter die 1.600er-Marke rutschen. Das sind fast 700 Apotheken weniger in nur zwei Jahr zehnten und zugleich eine Halbierung der Inhaberinnen und Inhaber von fast 2.300 auf nur noch 1.165.“ Zum Jahresende gehe man von einem weiteren Rückgang der Betriebsstätten auf 1.580 aus. Apothekerparlament schließt Haushalts jahr 2025 ab Die Delegierten entlasteten Vorstand und Geschäftsführung. Zudem bestätigten sie den von Friedrich Averbeck, Bereichs leiter Finanzen der AKWL, vorgestellten
rarforderungen erfüllt würden, bringe die Reform indes dank einer zu erwartenden leicht erhöhten Vergütung finanzielle Verbesserungen mit sich. „Diese von der Koalition fest zugesagte Erhöhung muss nun auch kommen. Und zwar zeitnah.“ Der Berufsstand habe 14 Jahre und damit länger als wirtschaftlich verkraftbar auf eine Verbesserung gewartet. Dass die Ho norarerhöhung noch nicht umgesetzt, die Kürzung zum 1.1.2027 um 30 Cent pro Pa ckung allerdings schon verabschiedet sei, habe das Vertrauen in die Politik erschüt tert. Das zeigen auch die Zahlen: „Wir ste hen aktuell nur noch bei 1.602 Apotheken.
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Kammerpräsidentin Gabriele von Elsenau Overwiening zeigte sich gewohnt kämpferisch vorwärtsgewandt.
„ KAMMERMITGLIEDER FINANZIEREN GEMEINWOHLAUFGABEN, WÄHREND SICH DER STAAT EINEN SCHLANKEN FUSS MACHT.“
Haushaltsabschluss des Jahres 2025 mit großer Mehrheit (eine Gegenstimme). In seinem ersten Bericht als AKWL-Haupt geschäftsführer stellte Michael Schmitz die zentralen Kennzahlen des Kammer haushalts vor und betonte, welche Auf gaben die Kammermitglieder über ihre Beiträge für das Gemeinwohl leisten, während sich der Staat „einen schlanken Fuß“ mache, so Schmitz: Beginnend bei der Förderung der PTA-Ausbildung durch die Inhaber*innen und eine Stiftungspro fessur an der Universität Münster, über Fortbildungsangebote für PTA und PKA, die nicht kostendeckenden Fachspra chenprüfungen oder die Organisation des Nacht- und Notdienstes in Auftrags verwaltung für das Land NRW – „aber komplett auf eigene Kosten“. Schmitz
Michael Schmitz präsentierte erstmals in seiner neuen Rolle als Hauptgeschäfts führer der AKWL den Jahresbericht der Kammer.
KAMMERVERSAMMLUNG
resümierte: „Insgesamt ist das gut ein Sechstel des Kammerhaushaltes“.
Abschied von „Mister Qualitätssicherung“
Zum Abschluss dankte Hauptgeschäfts führer Schmitz dem langjährigen AKWL Abteilungsleiter für Qualitätssicherung Wolfang Erdmann (Mitte) für sein Enga gement. Gemeinsam mit der zuständigen Bereichsleiterin Dr. Sylvia Prinz überreich te er ihm als augenzwinkerndes Präsent den Kriminalroman „Erdmann ermit telt“ – die Geschichte eines pensionierten Kommissars und Tennisspielers, der auch im Ruhestand weiter auf Spurensuche geht. <
In der Frühjahrssitzung der Kammerversammlung entlasteten die Delegierten Vorstand und Geschäftsführung. Zudem bestätigten sie den Haushaltsabschluss des Jahres 2025..
DER VORSTAND INFORMIERT / KAMMERVERSAMMLUNG
Ihr Kammervorstand Ihre Ansprechpartner*innen Präsidentin Gabriele von Elsenau Overwiening Apotheke am Borkener Klinikum, Propst-Sievert-Weg 8, 46325 Borken, Tel.: 02861 9084900, E-Mail: g.overwiening@akwl.de Vizepräsident Frank Dieckerhoff Funkturm-Apotheke, Arcostraße 78, 44309 Dortmund, Tel.: 0231 253247, E-Mail: info@funkturm-apotheke.de Dr. Claudia Brüning c/o Stern-Apotheke, Ludgeristraße 66, 48143 Münster, Tel.: 0251 1345538, E-Mail: clcbruening@arcor.de Eva-Maria Gödde c/o Colosseum Apotheke Brüning, Altstadtstraße 32, 44534 Lünen, E-Mail: evagoedde@gmail.com Dr. Günter Hagenhoff Hagenhoff Beratung, Michaelstraße 21, 44329 Dortmund, E-Mail: g.hagenhoff@hagenhoff-beratung.de Pharmazie am See OHG, Weseler Straße 20, 45721 Haltern am See, Tel.: 02364 7566, E-Mail: hannes.mueller1@gmail.com Sandra Potthast c/o Höke's Alte-Apotheke Weitmar, Hattinger Straße 334, 44795 Bochum, Tel.: 0234 431421, E-Mail: sandrapotthast07@gmail.com Ina Richling, PharmD c/o Zentralapotheke des St.-Johannes-Hospital Dortmund SJG St. Paulus GmbH, Johannesstraße 9-17, 44137 Dortmund E-Mail: ina.richling@gmx.de Dr. Hannes Müller Römer-Apotheke
17 Delegierte fahren zum DAT nach München 17 Delegierte werden in diesem Jahr die Apothekerkammer Westfalen-Lippe beim Deutschen Apothekertag in Münster vertreten (Delegiertenfoto aus dem Vorjahr).
> 17 Delegierte vertreten neben Kammerpräsidentin Gab riele von Elsenau Overwiening und BAK-Vorstandsmitglied Dr. Hannes Müller die AKWL beim Deutschen Apotheker tag (DAT) vom 15. bis 17. September 2026 in München.
Für die Gemeinschaftsliste: Dr. Stephan Barrmeyer (Coesfeld), Ina Richling (Dortmund), Johannes Jokiel (Münster), Frank Dieckerhoff (Dortmund), Ul rike Deus-Heibrok (Bielefeld), Jörg Nolten (Bottrop), Uta Vogler (Paderborn), Dr. Olaf Rose (Steinfurt), Edward Mosch (Vlotho), Dr. Inka Krude (Bochum) so wie als Ersatzdelegierte Susanne Erzkamp (Steinfurt), Dörthe Koryciak (Bo chum), Henrike Brinkman (Borken) und Dr. Hannes Müller (Haltern). Für die Aktiven Apotheker*innen Westfalen-Lippe: Heike Schepp (Unna), Claudia Scherrer (Gütersloh), Dr. Ulrike Welslau (Dorsten), Dr. Stefan Schäfer (Dortmund), Michael Beckmann (Dortmund), Dr. Günter Hagenhoff (Dort mund), Ulf-Günther Schmidt (Werl) sowie als Ersatzdelegierte Dr. Susanne Streich-Bierfreund (Lünen), Michael Mantell (Dortmund) und Dr. Frederik Claas (Detmold). Auf dem Deutschen Apothekertag werden die politischen Weichen für die Zukunft gestellt. Er ist der zentrale politische Termin für die deutsche Apo thekerschaft. Hier werden gesetzliche Rahmenbedingungen für den Apo thekenmarkt ebenso diskutiert wie das Berufsbild von Apothekerinnen und Apothekern. Im Rahmen des DAT findet auch die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker statt. Eingebettet ist der DAT in die pharmazeutische Leitmesse Expopharm. <
Dr. Lars Ruwisch Hirsch-Apotheke am Markt, Lange Straße 63, 32791 Lage, Tel.: 05232 951050, E-Mail: ruwisch@hirsch-apotheke-lage.de Dr. Philipp Schulte-Mecklenbeck Bären-Apotheke Pharmazie am See OHG, Rekumer Str. 18, 45721 Haltern am See, Tel.: 02364 2600, E-Mail: schultemecklenbeck@gmail.com Christine Weber c/o Amts-Apotheke, Alte Bahnhofstr. 82, 44892 Bochum, Tel.: 0234 280717, E-Mail: christine.weber@mailbox.org
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AUFBRÜCHE . 24. & 25.4.2027 Münster
Save the date
VERSORGUNGSWERK
Renten und Anwartschaften dynamisiert
> Am Tag der Kammerversammlung fand aus Grün den der Kosteneffizienz die Vertreterversammlung des Versorgungswerkes (VAWL) an gleicher Stelle statt. Das VAWL erzielte im Geschäftsjahr 2025 einen Rohüberschuss in Höhe von 106,4 Millionen Euro. Die Nettorendite belief sich auf 3,8 Prozent und lag damit erneut oberhalb des gemittelten Rechnungszinses. Angesichts eines weiterhin anspruchsvollen Markt umfelds bestätigt dieses Ergebnis die Stabilität und Leistungsfähigkeit der Kapitalanlage des VAWL, so der VAWL-Vorstandsvorsitzende Dr. Mathias Flume.
Dr. Mathias Flume Vorstandsvorsitzender VAWL
Die Vertreterversammlung beschloss die vorgeschlagenen Dyna misierungen von Renten und Anwartschaften:
Dynamisierung aus dem laufenden Geschäftsergebnis:
• 1,50 Prozent für alle Renten und Anwartschaften aus Beitrags zahlungen seit dem 1. Januar 2014 (Abrechnungsverband mit 2,75 Prozent Rechnungszins). • 0,75 Prozent für alle Renten und Anwartschaften aus Beitrags zahlungen bis einschließlich 2013 (Abrechnungsverband mit 3,5 Prozent Rechnungszins). • Für einen fairen Ausgleich beschloss die Vertreterversamm lung eine zusätzliche Dynamisierung der Anwartschaften des Abrechnungsverbands mit 2,75 Prozent Rechnungszins zum 1. Januar 2027. • Die zusätzliche Dotierung beträgt 2,00 Prozent für Anwart schaften aus Beitragszahlungen seit dem 1. Januar 2014, finanziert aus dem außergewöhnlich hohen versicherungs mathematischen Gewinn. < Zusätzliche Dynamisierung aus Sondereffekten:
Lars Rohde Vorsitzender Aufsichtsrat VAWL
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Herausragender Journalismus ausgezeichnet
Apothekerstiftung verleiht Journalistenpreis
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APOTHEKERSTIFTUNG
Für den passenden musikalischen Rahmen sorg te der Sänger, Pianist und Straßenkünstler Lukas Schlichtmann (Radio Lukas).
> Für sechs herausragende journalistische Beiträ ge verlieh die Apothekerstiftung Westfalen-Lippe am 27. April in Münster ihren achten Journalis tenpreis mit einem Gesamtpreisgeld von 12.000 Euro. Rund 80 Gäste verfolgten im „1648“ vor der Kulisse des 360 Grad-Münster-Panoramas eine abwechslungsreiche Preisverleihung, bei der erstmals auch ein Podcast prämiert wurde.
Preisgekrönte Beiträge und ihre Autorinnen und Autoren
In der Kategorie Print/Online wurde Johanna Feckl für ihren Bei trag „Kühl bleiben“, der in der Süddeutschen Zeitung (Ausgabe Ebersberg) veröffentlicht wurde, mit 1.500 Euro ausgezeichnet. In dem Artikel thematisiert Feckl die Auswirkungen steigender Tem peraturen auf Arzneimittel und die wachsenden Anforderungen an Apotheken, um vorgeschriebene Lagerbedingungen einzuhal ten. „Johanna Feckl hat es geschafft, aus scheinbar technischen Details eine Geschichte zu machen, die von der Zukunft der wohn ortnahen Versorgung handelt“, stellte Laudator Kai Heddergott, stellvertretender Vorsitzender des Pressevereins Münster-Müns terland, heraus. Preisträgerin Johanne Feckl nutzte ihre Redezeit für einen Aufruf: „Reden Sie mit Journalisten und Journalistinnen. Damit wir Ihre Geschichten sichtbar machen können.“
In seiner Begrüßung hob Frank Dieckerhoff, Vizepräsident der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, die Wichtigkeit von Qua litätsjournalismus hervor: „Wir haben den Journalistenpreis ins Leben gerufen, um Beiträge zu prämieren, die sich ehrlich und kritisch mit Apotheken, Pharmazie und Arzneimitteln auseinan dersetzen. Es ist enorm wichtig, dass wir Qualitätsjournalismus würdigen.“
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Kaniwar Mohamed (Mitte) führte in Syrien zwei Apo theken. Eine Reportage in der WDR Lokalzeit Südwest falen über Flucht und seinen Weg zum Apotheker in Bad Wünnenberg wurde ausgezeichnet.
Erstmals Podcast ausgezeichnet: In „Wolf of Cannabis“ taucht Host Marlene Halser in die Cannabis-Industrie ein.
Der Jurypräsident des Journalistenpreises, Prof. Dr. Achim Baum, emeritierter Professor für PR und Journalismus an der Hochschu le Osnabrück, Campus Lingen, betonte in seiner Laudatio, die beiden Beiträge seien „Beispiele dafür, was die Regionalbericht erstattung des öffentlichen Rundfunks tagtäglich leisten kann: Fernsehen, das uns allen gehört, in dem Journalistinnen und Journalisten gute und zuverlässige Arbeit machen, die unseren Horizont erweitert.“ Als „konsequent, dicht und fesselnd erzählt“ beschrieb Lauda torin Andrea Benstein, WDR-Landesstudioleiterin Westfalen (Bielefeld, Münster, Siegen) den dritten Preisträger der Katego rie Video. Mit 3.000 Euro Preisgeld wurde die SWR-Produktion „Pharmaland Südwest – Hightech statt Grundversorgung?“ aus gezeichnet. „Es handelt sich um einen Film, der nicht weniger als einen nationalen Notstand beschreibt“, so Benstein. In sei nem Film thematisiert Mark Michel den Spagat zwischen Medi- zininnovation und Versorgungssicherheit und stellt die Frage, ob Deutschland beides langfristig vereinen kann. In der Kategorie Hörfunk kam es am 27. April zu einer Premiere: Erstmals wurde ein Podcast mit dem Journalistenpreis der Apo thekerstiftung Westfalen-Lippe ausgezeichnet. In „Wolf of Can nabis“ taucht Host Marlene Halser in die Cannabis-Industrie ein. Eine Branche zwischen Legalisierung, Unsicherheit und Wild west-Mentalität. Für die siebenteilige Produktion erhielt Halser ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro. Laudatorin Corinna Bischof, Geschäftsführerin der Agentur lege artis: „In einer Zeit, in der sich Mediennutzung rasant verändert, schafft der Podcast Raum. Er schafft Nähe, ohne Komplexität zu verlieren und nutzt die Freiheit des Formats, um ein Thema zu beleuchten, das lange zwischen Klischee und politischer Willkür steckte.“ < Erstmals ein Podcast ausgezeichnet
Ebenfalls mit 1.500 Euro geehrt wurde die Spiegel-Reportage „Viele Menschen nehmen L-Thyroxin, obwohl sie es nicht bräuch ten“. Autorin Marthe Ruddat beleuchtet darin, wie Überdiagnos tik und veraltete Ultraschall-Referenzwerte bei Millionen Men schen in Deutschland zu einer jahrelangen Übertherapie mit dem Schilddrüsenmedikament führen. Laudator Dr. Frank Biermann, Vorstandsmitglied der Fachgruppe Medien ver.di NRW, würdigte Ruddat für ihre Leistung, „ein sehr komplexes Thema anschau lich und verständlich“ darzustellen, und betonte: „Journalismus wirkt. Guter Journalismus bleibt nicht folgenlos. Nie.“ Jeweils 1.500 Euro erhielten die Beiträge „Internationale Apo theke in Hagen: Hier werden 25 Sprachen gesprochen“ von Son ja Gerhardt, für die WDR Lokalzeit Dortmund / Duisburg / Ruhr, und „Syrer arbeitet wieder als Apotheker in Bad Wünnenberg“ von Jan-Ole Niermann, von der WDR Lokalzeit OWL. Beide Bei träge zeigen auf unterschiedliche Weise, wie international Apo theken heute aufgestellt sind: So hat die Hagener Apotheke seit 70 Jahren den Anspruch, auch Menschen weiterzuhelfen, die kein Deutsch sprechen. Die rund 80 Beschäftigten, von denen rund die Hälfte einen Migrationshintergrund hat, sprechen insgesamt 25 Sprachen. Der in Bad Wünnenberg lebende Apotheker Kaniwar Mohamed führte in Syrien zwei Apotheken. Dann zwang ihn der Bürgerkrieg zur Flucht. Vor zehn Jahren kam er nach Deutschland und fing bei null an, durchlief Prüfungen zur Anerkennung seiner Approbation und kann nun wieder als Apotheker arbeiten.
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ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
Naturkunde und Pharmazie
13. Runder Tisch für Ruheständler*innen mit Dr. Bernd Tenbergen
Dr. Bernd Tenbergen (rechts) mit AKWL-Vizepräsident Frank Dieckerhoff.
> Rund 100 Gäste folgten der Einladung der Apothekerkammer Westfalen Lippe zum 13. Runden Tisch für Ruheständler*innen und zur Senioren Akademie in Münster. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein hochkarätiger Fachvor trag, der in einer naturkundlichen Bilderreise durch drei Jahrhunderte die Verbindung von Pharmazie, Naturwissenschaft und Geschichte beleuchtete.
In seiner Begrüßung betonte AKWL Vi zepräsident Frank Dieckerhoff: „Es ist etwas Besonderes, dass diese Veranstal tung seit Jahren so großen Zuspruch fin det und regelmäßig ausgebucht ist. Das zeigt, wie lebendig der Austausch unter Ihnen geblieben ist und das weit über das aktive Berufsleben hinaus.“ Zudem hob er hervor: „Ihre Apothekerkammer lebt nicht nur von der Gegenwart und der Zu kunft, sondern auch von der Erfahrung, dem Wissen und den Geschichten ihrer Ruheständlerinnen und Ruheständler.“
des Referats Biologie am LWL Museum für Naturkunde. Unter dem Titel „Pflanzen, Tiere, Mineralien: Apotheker als kundige Naturforscher – Eine Bilderreise durch drei Jahrhunderte“ zeigte er anschaulich die historische Rolle von Apothekerinnen und Apothekern als Naturforscher. Als Beispiel nannte er das Sammeln und Dokumen tieren von Heilpflanzen: „Viele Herbarien stammen von Apotheker*innen, die Heil pflanzen in ihrer Umgebung oder auch auf Reisen gesammelt und erfasst haben.“ Gleichzeitig appellierte er an das Publi kum: „Helfen Sie auch weiterhin mit, na turkundliche Sammlungen und Apotheker Herbarien zu erhalten.“ Im Anschluss nutzten die Senior-Phar mazeut*innen die Gelegenheit zum kolle gialen Austausch. In entspannter Atmos- phäre wurden Erfahrungen geteilt, Kon takte gepflegt und Gespräche vertieft. <
Den inhaltlichen Hö hepunkt bildete der Vortrag von
Dr. Bernd Ten bergen, stell- vertreten der Direktor und Leiter
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ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
Miteinander reden, gemeinsam weiterdenken Treffen der Kreisvertrauensapotheker*innen und Beauftragten für Öffentlichkeitsarbeit in Münster
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ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
Im Austausch : Die Kreisvertrauensapotheker*innen und Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit der AKWL.
> Diskussion der politischen Situation, fundierte Informa tion, konstruktiver Austausch: Beim jährlichen Treffen der Kreisvertrauensapotheker*innen und Beauftragten für Öffentlich keitsarbeit in Münster standen aktuelle politische Themen und Maßnahmen sowie Informatio nen zur laufenden Medien- und Kampagnenarbeit im Mittelpunkt. I n ihrer Begrüßung nahm Kammerpräsi dentin Gabriele von Elsenau Overwiening die Veröffentlichung der „Empfehlungen zur Stabilisierung des GKV-Beitragssatzes“ der Finanzkommission Gesundheit eben so kritisch in den Blick wie den aktuellen Stand der Planungen für eine Apotheken reform und vor allem die nach wie vor ausbleibende Erhöhung des Fixums: „Wir erleben einen Angriff auf die Expertise der Apothekerinnen und Apotheker und auf die Apotheke vor Ort als soziale Instanz vor Ort, und das überall in Deutschland“, unterstrich von Elsenau Overwiening. Es gelte sich an dieser Stelle deutlich und selbstbewusst zu positionieren.
Noch vor Ort fassten die anwesenden Kreisvertrauensapotheker*innen und Be auftragten für Öffentlichkeitsarbeit den Beschluss, einen gemeinsamen Brief an Bundeskanzler Friedrich Merz zu schrei ben, um zu verdeutlichen: Apotheken sind Daseinsvorsorge, Apothekensterben ist Sozialabbau, der auch Wählerinnen und
die vorhandenen Materialien, bleiben Sie aktiv im gesundheitspolitischen Dialog – das Team aus der Pressestelle der AKWL unterstützt Sie gerne.“ Informationen vom Team Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Birte Kassenbrock, stellvertretende Pres
Wähler betrifft. Kurze Zeit später wurde der aus allen Regionen des Landes unter schriebene Brief verschickt.
„ LASSEN SIE UNS GEMEINSAM DEUTLICH UND DABEI MIT ZUVERSICHT WEITER SO NACHDRÜCKLICH UNSERE BOTSCHAF
Öffentlichkeitsarbeit auf Bundesebende
Welche Maßnahmen der Öf fentlichkeitsarbeit auf Bun desebene geplant sind, erläu terte AKWL-Pressesprecher und Leiter der Stabsstelle Presse- und Öffentlichkeitsar beit Sebastian Sokolowski. Er stellte die einzelnen Bausteine
TEN VOR ORT UND IN DER FLÄCHE SENDEN.“
Gabriele von Elsenau Overwiening
sesprecherin, informierte zu den Themen der lokalen Pressearbeit in den Kreisen Westfalen-Lippes. „Mit diesen Themen erreichen wir Patientinnen und Patienten und schaffen es so, regelmäßig in den re gionalen Medien präsent zu sein.“
der aktuellen ABDA-Kampagne vor und verdeutlichte, wie wichtig eine starke und kontinuierliche Fortführung der Kampa gne auf regionaler und lokaler Ebene ist, um in der Fläche die bestmögliche Wir kung bei Politik und Patientinnen und Pa tienten aufrecht zu erhalten: „Nutzen Sie
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ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
Pressereferentin Yasmina Talhaui stellte die strategi sche Ausrichtung der Social Media-Kanäle der Kammer vor. Über die Neuausrichtung des Aushänge-Projektes „Eine Dosis Zukunft“, das jetzt den Namen „Eine Dosis Zu kunft – Mit.Wirkung vor Ort“ trägt, informierte PR-Assis tentin Petra Wiedorn: Statt ausschließlich Impfungen in den Slums Kalkuttas zu finanzieren, liegt der Fokus nun darauf, die medizinische Grundversorgung dorthin zu bringen, wo es bisher keine gab – mit einer mobilen Klinik und integrierter Apotheke. Sandra Cromberg aus dem Team der Stabsstelle Pres se- und Öffentlichkeitsarbeit gab wichtige Hinweise zur Organisation in der Zusam menarbeit von Kammer mit den KVA und BÖ. Wie aktiv die Kreisvertrau ensapothekerinnen und Beauftragten für Öffent lichkeitsarbeit vor Ort sind, zeigte die Austauschrunde. Von eigenen kleinen, aber wirkungsvollen Kampagnen vor Ort über Briefe an politi sche Vertreter*innen bis hin zu Gastvorträgen zu Gesund heitsthemen und Gesprä chen mit Politikern: Beim Tref fen zeigte sich einmal mehr, wie wichtig das Netzwerk der KVA und BÖ als tragende Kraft für die Botschaften der Apothekerschaft ist. <
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ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
Kampagne „PTA-April“ Ein Monat für mehr Sichtbarkeit
> Die Vielseitigkeit und Bedeutung des PTA-Berufs sichtbar machen – insbesondere für junge Men schen, die sich für eine Tätigkeit im Gesundheitswesen interessieren. Mit diesem Ziel stand der April auf den Social-Media-Kanälen der AKWL im Zeichen der pharmazeu tisch-technischen Assistentinnen und Assistenten: Unter dem Titel „PTApril“ wurde der gesamte Monat genutzt, um den PTA-Beruf in den Fokus zu rücken und einem breiten Publikum näherzubringen. Im Mittelpunkt der Kampagne steht Jana, die seit sechs Jahren als PTA in einer Müns teraner Apotheke tätig ist. In einer Reihe von kurzen Videobeiträgen gibt sie Einbli cke in ihren Arbeitsalltag. Dabei wird deut lich: Die Tätigkeit als PTA ist weit mehr als die reine Abgabe von Arzneimitteln. Die Inhalte reichen von der Beratung von Patientinnen und Patienten über die Ar beit im Labor bis hin zu den vielen kleinen Momenten, die den Berufsalltag prägen – etwa die Zusammenarbeit im Team. Authentisch, nahbar und praxisnah ver mittelt Jana ein realistisches Bild der tägli chen Arbeit in der Apotheke.
„Mit Formaten wie dem ‚PTApril‘ leisten wir einen Beitrag zur Stärkung der Berufs gruppe und zur Nachwuchsgewinnung. Gerade in Zeiten, in denen qualifiziertes Personal im Gesundheitswesen dringend benötigt wird, ist es entscheidend, die Attraktivität und Relevanz dieser Berufe sichtbar zu machen“, resümiert Presse sprecher Sebastian Sokolowski. Auch über den April hinaus bleibt es ein Anliegen der AKWL, den PTA-Beruf und die Arbeit in der Apotheke in den Fokus zu rücken und aktiv zu kommunizieren. Die Videos sind auch weiterhin auf den Kanä len der Kammer in den Sozialen Medien zu finden. <
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RATGEBER APOTHEKENPRAXIS
Methadon und Levomethadon – die Dosierungsfalle Warum wird Umrechnen, Einstellen und Umstellen zur Fehlerquelle?
Der CIRS-NRW-Bericht des 1. Quartals 2026
Opioidagonisten-Therapie. Levometha don kann ebenso für die suchtmedizini sche Behandlung (Substitutiontherapie) eingesetzt werden. Mit L-Polamidon® Lö sung zur Substitution steht hierfür ein Fertigarzneimittel zur Verfügung. Beson dere Wachsamkeit ist geboten, da eine Verwechslung mit L-Polamidon® Tropfen, die zur Schmerztherapie zugelassen sind, naheliegend erscheint. DL - Methadon stellt ein racemisches Ge misch aus L evomethadon (deutlich hö here Bindungsaffinität zu spezifischen Opioid-Rezeptoren) und D extrometha don (niedrige Bindungsaffinität, jedoch aufgrund von Nebenwirkungen zu be rücksichtigen) dar. Die opioidagonistische Wirkung von Levomethadon ist etwa doppelt so stark wie die des DL-Metha don-Racemats. Bei einem Substanzwech sel muss die Dosis daher genau angepasst und sorgfältig berechnet werden. Konkret lautet die standardisierte Umrechnung:
> In Deutschland befinden sich mehr als 80.000 opioidabhängige Menschen in einer (überwiegend) ambulant durchgeführten Sub stitutionstherapie. Dazu stehen verschiedene Substanzen zur Verfügung. Aus sehr unterschiedli chen Anlässen, geplant oder akut, kommen auch diese Menschen in stationäre Behandlung und müssen dort nahtlos weiter substituiert werden. Im ambulanten Setting wird häufig Methadon zur Substitu tion opioidabhängiger Patientinnen und Patienten eingesetzt. In statio nären Einrichtungen/Kliniken wird eher Levomethadon eingesetzt. Umstellung des Substitutionsmittels > Anpassung der Dosis Somit ist in solchen Fällen möglicherwei se eine Umstellung des Substitutionsmit tels erforderlich. Eine solche Umstellung
erfordert zwingend eine Dosisanpassung – eine Tatsache, die nicht immer bekannt ist. Eine besondere Herausforderung er gibt sich zudem dadurch, dass die zur Substitutionstherapie eingesetzten Sub stanzen auch in der Schmerztherapie und Palliativmedizin zur Anwendung kommen, dort jedoch im Vergleich zur Substitu- tionstherapie opioidabhängiger Men schen in abweichenden Dosierungsberei chen. Im klinischen Stationsalltag birgt diese Überschneidung ein erhebliches Potenzial für Fehlinterpretationen sowie Berechnungs- und Dosierungsfehler. Verwechslungsgefahr: L-Polamidon® Lösung und L-Polamidon® Tropfen In der Schmerztherapie wird in Deutsch land Levomethadon zur Behandlung star ker Schmerzen eingesetzt, insbesondere bei Tumorschmerzen und im palliativme dizinischen Kontext. In der Suchtmedizin ist Methadon als racemisches Präparat seit Jahrzehnten ein zentraler Bestandteil der
18 / AKWL Online- Mitteilungs blatt
RATGEBER APOTHEKENPRAXIS
DL-Methadon zu Levomethadon im Ver hältnis 2 : 1. Der CIRS-NRW-Fallbericht „Fehlerhafte Medikamentendosierung – mg vs. ml“ (Fall-Nr. 279153) dient als anschauliches Beispiel für die zuvor beschriebenen Besonderheiten: Ein Patient wird mit stabiler Methadon substitution mit 120 mg Methadon ins Krankenhaus eingeliefert. Da im Haus kein Methadon verfügbar ist, sondern nur Levomethadon, wird durch den
aufnehmenden Arzt 120 mg Polamidon® (Levomethadon) angesetzt. Die Dosierung wird nicht angepasst und in ml statt mg angeordnet. In der Fallschilderung wird zudem ein weiterer, häufig unterschätzter Aspekt deutlich – die Art der Dosierungsangabe. Die Dosis des Substitutionsmedikaments sollte auf allen ärztlichen Dokumenten, Verordnungen und im Substitutionsaus weis ausschließlich in Milligramm (mg) angegeben werden. Die Angabe in Millilitern (ml) ist unbedingt zu vermeiden. Unterschiedliche Konzen- trationen von Trinklösungen, Missver ständnisse in der Kommunikation zwi schen Praxis, Apotheke und Klinik sowie Rechenfehler können andernfalls fatale
Folgen haben. Dies zeigt sich exemplarisch im CIRS-NRW-Fallbericht „Medikamenten überdosierung“ (Fall-Nr. 165556) durch die Verwechslung von Tropfen und Millilitern. Essenziell: eindeutige Verordnungen, kla re Strukturen, engmaschiges Monitoring Aus diesem Grund sind strukturierte Maß nahmen zur Fehlervermeidung von zent raler Bedeutung. Neben einer Schulung des Fachpersonals, wie im CIRS-NRW Fallbericht „Schulung der Mitarbeiter zur richtigen BtM-Verordnung“ (Fall-Nr. 280977) beschrieben, ist insbesondere eine eindeutige und unmissverständliche Verordnung essenziell, vor allem die kla re Benennung, ob Methadon oder Levo methadon verordnet wird. Abkürzungen sollten vermieden werden.
Weitere Meldungen zum Thema: 246260
„Zu hohe Medikamentendosis erhalten“ „Umrechnungsfehler beim Stel- len von Medikamenten“ „Nicht eindeutige Medikations- anordnung“
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Online-MB 01-2026 / 19
RATGEBER APOTHEKENPRAXIS · AMTLICHE MITTEILUNGEN
Die Dosisberechnung sollte grundsätzlich mit standardisierten Umrechnungshilfen erfolgen und idealerweise einer doppelten fachlichen Kontrolle unterliegen. Darüber hinaus ist ein engmaschiges klinisches Monitoring erforderlich, insbesondere in der Einleitungs- und Umstellungsphase. Ebenso wichtig ist es, bei der Anordnung eines Betäubungsmittels die Indikation zu berücksichtigen. Zu klären ist, ob es sich um eine suchtmedizinische Substitutions behandlung oder um eine schmerzmedi zinische Behandlung handelt, die jeweils abweichende bzw. unterschiedliche Do sierungen notwendig machen. Eine sichere Substitutionstherapie opio idabhängiger Patient*innen erfordert: • fundierte Kenntnisse der Wirkstoffe (Substitutionsmittel), • klare Dokumentation in Milligramm, • interdisziplinäre Zusammenarbeit • und gezielte Fortbildung aller beteilig ten Heilberufe.
Zur Substitutionsbro schüre der Ärztekammer Westfalen-Lippe.
Grundsätzlich ist in allen Fällen von Arz neimittelverordnungen die Einhaltung der sogenannten 6-R-Regeln zu empfehlen.
Die 6-R-Regel: 1.
Richtiger Patient
2. 3.
Richtiges Medikament
Richtige Dosierung 4. Richtige Applikationsform/ Verabreichungsweg 5. Richtiger Zeitpunkt 6. Richtige Dokumentation
Für das CIRS-NRW Team:
Grundlegende Informationen zur Subs titutionstherapie opioidabhängiger Pati enten und Patientinnen finden Sie in der Broschüre „Substitution! Warum es zu dieser Therapie keine Alter native gibt. So gelingt die Substitutions therapie opioidabhängiger Patientinnen und Patienten“:
Anke Follmann, Ärztekammer Westfalen-Lippe Carina John, Apothekerkammer Nordrhein <
Erteilte Erlaubnisse
> Im Mitteilungsblatt Nr. 2/2026 ist uns in der Rubrik „Amtliche Mitteilungen“ im Text „Erteilte Erlaubnisse“ ein Fehler unterlaufen, den wir nach stehend korrigieren:
von Elsenau Overwiening, Gabriele | Übernahme Ludgeri-Apotheke 48619 Heek, Ludgeristr. 27
20 / AKWL Online- Mitteilungs blatt
MIXTUM · AUS-/FORTBILDUNG UND AMTS
125 Jahre Apothekerkammer Niedersachsen
Festakt in Hannover
> Beim Festakt zum 125-jährigen Bestehen der Apothe kerkammer Niedersachsen in den Herrenhäuser Gärten in Hannover kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Apothe kerschaft, Politik und Gesundheitswesen zusammen. Hier im Austausch: Cathrin Burs, Gastgeberin und Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen, und ihre westfälisch-lippische Amtskollegin Gabriele von Elsenau Overwiening. Beide Kammern verbinden ein enger Austausch und auch Zusammenarbeit – beispiels weise bei einer Fortbildungstagung auf Langeoog, die in diesem Herbst
zum zweiten Mal stattfindet. Die Festreden unterstrichen die zentrale Rolle der Apotheken für die Gesundheitsversorgung und warben für mehr politischen Gestal tungswillen und Unterstützung angesichts aktueller Herausforderungen wie Fachkräfte mangel, Lieferengpässen und Reformplänen im Gesundheitswesen. <
Erstis zu Gast
> Eine digitale Schnitzeljagd voller Erfolg: So erkundeten die 70 angehenden Phama ziestudierenden die Räumlichkeiten der Apothekerkammer. Nicht nur das Foto in der historischen Einhorn-Apotheke, son dern auch das Tischtennismatch mit dem Hauptgeschäftsführer Michael Schmitz sorgte für schöne Erinnerungen. Auch das großartige Miteinander und die schöne Atmosphäre bei dem gemeinsamen Früh stück luden zum Kennenlernen unterei nander ein. Mit den ersten Vorkenntnis sen und einem Lächeln im Gesicht steht einem guten Start in das erste Semester nun also nichts im Wege. <
Online-MB 01-2026 / 21
AUS-/FORTBILDUNG UND AMTS
Anker lichten – Meer Fortbildung auf Langeoog 2026
Vom 24. bis 27. September 2026
22 / AKWL Online- Mitteilungs blatt
Die Fortbildungsteams der Apothekerkammer Westfalen Lippe und Niedersachsen haben auch in diesem jahr alles für die „Meer-Fortbildung auf Langeoog“ vorbereitet.
> Auch 2026 heißt es wieder: Anker lichten – Meer Fortbildung auf Langeoog! Nach der erfolg reichen Premiere im vergange nen Jahr wird das gemeinsame Fortbildungsformat der Apothe kerkammern Niedersachsen und Westfalen-Lippe auf Langeoog fortgeführt. Vom 24. bis 27. September 2026 erwarten Sie erneut viele praxisnahe Fort bildungen in der besonderen Atmosphäre der Nordseeinsel. Das Besondere: Die Meer-Fortbildung ist kein klassischer Kongress. Statt eines festen Programms stellen Sie sich Ihre Fortbildung individuell zusammen – mit frei kombinierbaren Vorträgen und Se minaren zu unterschiedlichen Themen und Zeitfenstern. Inhaltlich erwartet Sie ein breites Spek- trum aktueller pharmazeutischer The men – von Medikationsberatung, Im- pfungen und Arzneimitteln in Schwan-
gerschaft und Raucherentwöhnung und dermatologischen Volkskrankheiten bis hin zu innovativen Ansätzen wie Künst liche Intelligenz oder der elektronischen Patientenakte. Auch ein Seminar mit einer "Room of Horrors"-Apotheke war tet auf Sie. Schärfen Sie spielerisch Ihr Bewusstsein für konkrete Gefahren für die Sicherheit Ihrer Patientinnen und Patienten. Freuen Sie sich auf ein vielseitiges und praxisnahes Programm mit hochkarä tigen Referentinnen und Referenten: Corinna Bäck, Prof. Dr. Martina Düfer, Dr. Christiane Eickhoff, Nadine Hoff mann, Morten Lehmann, Dr. Julia Pot schadel, Dr. Katja Renner, Ina Richling, Dr. Steffen-Johannes Schmidt, Dr. Oli ver Schwalbe, Dr. Verena Stahl, Prof. Dr. med. Petra Staubach-Renz und Dr. Alex ander Zörner. Neben der fachlichen Fortbildung bie tet die Veranstaltung viel Raum für kollegialen Austausch. Die besondere Insellage erleichtert es, Abstand vom
Arbeitsalltag zu gewinnen und neue Im pulse mitzunehmen. Abgerundet wird das Programm durch gemeinsame Abendver anstaltungen in maritimer Atmosphäre, die Gelegenheit zum Netzwerken und persönlichen Austausch bieten. Die Vorträge sind kostenfrei, für die Teilnahme an Seminaren wird eine Ge bühr erhoben. Die Anmeldung erfolgt für jede Veranstaltung einzeln über den Online-Veranstaltungskalender. Unser Tipp: Buchen Sie schnell. Die Plät ze – gerade in den Seminaren – sind stark begrenzt. Wir freuen uns darauf, Sie auf Langeoog zu begrüßen! <
Alle Informationen finden Sie unter https://www.akwl.de/ meer-fortbildung-auf langeoog/.
Online-MB 01-2026 / 23
Die Kosten steigen. Das Honorar steht still.
UNS GIBT’S NICHT ZUM NULLTARIF!
WEIL ES UM MENSCHEN GEHT. DIE APOTHEKE.
Dies ist eine politische Anzeige. Der Sponsor ist die ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V. Die Anzeige steht im Zusammenhang mit einer von der Bundesregierung geplanten Apothekenreform. Alle Informationen zur Transparenzbekanntmachung finden Sie unter: https://www.gesundheitsichern.de/ttpa/
ICH SORGE FÜR GUTE BESSERUNG.
WEIL ES UM MENSCHEN GEHT. DIE APOTHEKE.
Online-MB 01-2026 / 25
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