Online-Mitteilungsblatt 1/2026, 1. Juni 2026

RATGEBER APOTHEKENPRAXIS

Methadon und Levomethadon – die Dosierungsfalle Warum wird Umrechnen, Einstellen und Umstellen zur Fehlerquelle?

Der CIRS-NRW-Bericht des 1. Quartals 2026

Opioidagonisten-Therapie. Levometha don kann ebenso für die suchtmedizini sche Behandlung (Substitutiontherapie) eingesetzt werden. Mit L-Polamidon® Lö sung zur Substitution steht hierfür ein Fertigarzneimittel zur Verfügung. Beson dere Wachsamkeit ist geboten, da eine Verwechslung mit L-Polamidon® Tropfen, die zur Schmerztherapie zugelassen sind, naheliegend erscheint. DL - Methadon stellt ein racemisches Ge misch aus L evomethadon (deutlich hö here Bindungsaffinität zu spezifischen Opioid-Rezeptoren) und D extrometha don (niedrige Bindungsaffinität, jedoch aufgrund von Nebenwirkungen zu be rücksichtigen) dar. Die opioidagonistische Wirkung von Levomethadon ist etwa doppelt so stark wie die des DL-Metha don-Racemats. Bei einem Substanzwech sel muss die Dosis daher genau angepasst und sorgfältig berechnet werden. Konkret lautet die standardisierte Umrechnung:

> In Deutschland befinden sich mehr als 80.000 opioidabhängige Menschen in einer (überwiegend) ambulant durchgeführten Sub stitutionstherapie. Dazu stehen verschiedene Substanzen zur Verfügung. Aus sehr unterschiedli chen Anlässen, geplant oder akut, kommen auch diese Menschen in stationäre Behandlung und müssen dort nahtlos weiter substituiert werden. Im ambulanten Setting wird häufig Methadon zur Substitu tion opioidabhängiger Patientinnen und Patienten eingesetzt. In statio nären Einrichtungen/Kliniken wird eher Levomethadon eingesetzt. Umstellung des Substitutionsmittels > Anpassung der Dosis Somit ist in solchen Fällen möglicherwei se eine Umstellung des Substitutionsmit tels erforderlich. Eine solche Umstellung

erfordert zwingend eine Dosisanpassung – eine Tatsache, die nicht immer bekannt ist. Eine besondere Herausforderung er gibt sich zudem dadurch, dass die zur Substitutionstherapie eingesetzten Sub stanzen auch in der Schmerztherapie und Palliativmedizin zur Anwendung kommen, dort jedoch im Vergleich zur Substitu- tionstherapie opioidabhängiger Men schen in abweichenden Dosierungsberei chen. Im klinischen Stationsalltag birgt diese Überschneidung ein erhebliches Potenzial für Fehlinterpretationen sowie Berechnungs- und Dosierungsfehler. Verwechslungsgefahr: L-Polamidon® Lösung und L-Polamidon® Tropfen In der Schmerztherapie wird in Deutsch land Levomethadon zur Behandlung star ker Schmerzen eingesetzt, insbesondere bei Tumorschmerzen und im palliativme dizinischen Kontext. In der Suchtmedizin ist Methadon als racemisches Präparat seit Jahrzehnten ein zentraler Bestandteil der

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