Online-Mitteilungsblatt 1/2026, 1. Juni 2026
Kaniwar Mohamed (Mitte) führte in Syrien zwei Apo theken. Eine Reportage in der WDR Lokalzeit Südwest falen über Flucht und seinen Weg zum Apotheker in Bad Wünnenberg wurde ausgezeichnet.
Erstmals Podcast ausgezeichnet: In „Wolf of Cannabis“ taucht Host Marlene Halser in die Cannabis-Industrie ein.
Der Jurypräsident des Journalistenpreises, Prof. Dr. Achim Baum, emeritierter Professor für PR und Journalismus an der Hochschu le Osnabrück, Campus Lingen, betonte in seiner Laudatio, die beiden Beiträge seien „Beispiele dafür, was die Regionalbericht erstattung des öffentlichen Rundfunks tagtäglich leisten kann: Fernsehen, das uns allen gehört, in dem Journalistinnen und Journalisten gute und zuverlässige Arbeit machen, die unseren Horizont erweitert.“ Als „konsequent, dicht und fesselnd erzählt“ beschrieb Lauda torin Andrea Benstein, WDR-Landesstudioleiterin Westfalen (Bielefeld, Münster, Siegen) den dritten Preisträger der Katego rie Video. Mit 3.000 Euro Preisgeld wurde die SWR-Produktion „Pharmaland Südwest – Hightech statt Grundversorgung?“ aus gezeichnet. „Es handelt sich um einen Film, der nicht weniger als einen nationalen Notstand beschreibt“, so Benstein. In sei nem Film thematisiert Mark Michel den Spagat zwischen Medi- zininnovation und Versorgungssicherheit und stellt die Frage, ob Deutschland beides langfristig vereinen kann. In der Kategorie Hörfunk kam es am 27. April zu einer Premiere: Erstmals wurde ein Podcast mit dem Journalistenpreis der Apo thekerstiftung Westfalen-Lippe ausgezeichnet. In „Wolf of Can nabis“ taucht Host Marlene Halser in die Cannabis-Industrie ein. Eine Branche zwischen Legalisierung, Unsicherheit und Wild west-Mentalität. Für die siebenteilige Produktion erhielt Halser ein Preisgeld in Höhe von 3.000 Euro. Laudatorin Corinna Bischof, Geschäftsführerin der Agentur lege artis: „In einer Zeit, in der sich Mediennutzung rasant verändert, schafft der Podcast Raum. Er schafft Nähe, ohne Komplexität zu verlieren und nutzt die Freiheit des Formats, um ein Thema zu beleuchten, das lange zwischen Klischee und politischer Willkür steckte.“ < Erstmals ein Podcast ausgezeichnet
Ebenfalls mit 1.500 Euro geehrt wurde die Spiegel-Reportage „Viele Menschen nehmen L-Thyroxin, obwohl sie es nicht bräuch ten“. Autorin Marthe Ruddat beleuchtet darin, wie Überdiagnos tik und veraltete Ultraschall-Referenzwerte bei Millionen Men schen in Deutschland zu einer jahrelangen Übertherapie mit dem Schilddrüsenmedikament führen. Laudator Dr. Frank Biermann, Vorstandsmitglied der Fachgruppe Medien ver.di NRW, würdigte Ruddat für ihre Leistung, „ein sehr komplexes Thema anschau lich und verständlich“ darzustellen, und betonte: „Journalismus wirkt. Guter Journalismus bleibt nicht folgenlos. Nie.“ Jeweils 1.500 Euro erhielten die Beiträge „Internationale Apo theke in Hagen: Hier werden 25 Sprachen gesprochen“ von Son ja Gerhardt, für die WDR Lokalzeit Dortmund / Duisburg / Ruhr, und „Syrer arbeitet wieder als Apotheker in Bad Wünnenberg“ von Jan-Ole Niermann, von der WDR Lokalzeit OWL. Beide Bei träge zeigen auf unterschiedliche Weise, wie international Apo theken heute aufgestellt sind: So hat die Hagener Apotheke seit 70 Jahren den Anspruch, auch Menschen weiterzuhelfen, die kein Deutsch sprechen. Die rund 80 Beschäftigten, von denen rund die Hälfte einen Migrationshintergrund hat, sprechen insgesamt 25 Sprachen. Der in Bad Wünnenberg lebende Apotheker Kaniwar Mohamed führte in Syrien zwei Apotheken. Dann zwang ihn der Bürgerkrieg zur Flucht. Vor zehn Jahren kam er nach Deutschland und fing bei null an, durchlief Prüfungen zur Anerkennung seiner Approbation und kann nun wieder als Apotheker arbeiten.
12 / AKWL Online- Mitteilungs blatt
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