AKWL-Geschäftsbericht 2025
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AKWL Geschäftsbericht 2025 | Stabsstelle Politik und Projekte
Unverhofft wieder zurück auf Los
VOM PROTEST ZUM AUSTAUSCH
Yvonne Schmees Stabsstelle Politik und Projekte
Im Jahr 2025 standen die berufspolitischen Aktivitäten der Apo- thekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL) ganz im Zeichen der Si- cherung der wohnortnahen Arzneimittelversorgung, der wirt- schaftlichen Stabilisierung der Apotheken und der weiteren Stär- kung des heilberuflichen Profils. Die AKWL brachte die Posi- tionen der Apothekerschaft frühzeitig in Gesetzgebungsverfah- ren und gesundheitspolitische Diskussionen ein. Kernthemen waren wie in den Vorjahren die Sicherung einer aus kömmlichen Honorierung der Apotheke, der Erhalt der flächen deckenden Versorgung – insbesondere im ländlichen Raum – der dringliche Bürokratieabbau samt praxistauglicher Ausgestaltung neuer gesetzlicher Vorgaben sowie eine ebenso rechtssichere wie praktikable Umsetzung digitaler Anwendungen, vom E-Rezept bis zur elektronischen Patientenakte. VOM „KOA-VERTRAG“ ZUM DAT-DEBAKEL
„Es ist ein wichtiger Schritt, dass wir die Arbeit an den Zukunftsthemen Flächendeckung und Fachkräfte mit dem Land verstetigt haben.“
Yvonne Schmees
Koalition hatte sich auch die neue große Koalition unter Kanzler Friedrich Merz und Gesundheitsministerin Nina Warken die nach haltige Stärkung der Apotheken auf die Fahnen geschrieben, ja so gar die Erhöhung des Fixhonorars von 8,35 Euro auf 9,50 Euro im „Koa-Vertrag“ festgeschrieben. Die Erwartungshaltung war groß, als Nina Warken am 16. September das Rednerpult beim Deutschen Apothekertag in der Düsseldorfer Messehalle betrat, das Entsetzen ebenso, zumal ABDA-Präsident Thomas Preis die von ihr vorzu- stellenden Eckpunkte als „heiter bis wolkig“ avisiert hatte. Es folg te jedoch nicht nur eine Absage bzw. Vertagung der zugesagten Honorarerhöhung in Verbindung mit einem Griff in die politische Mottenkiste des Vorgängerentwurfs von Karl Lauterbach (mit An sätzen wie der zeitweisen Leitung von Apotheken ohne apothe kerliches Personal). Die ABDA-Spitze schien wie paralysiert, und es gelang erst am Schlusstag des DAT, durch eine Initiative der Apo thekerkammer Westfalen-Lippe und nach intensiver Debatte im Saal eine Resolution für eine unverzügliche Honorarerhöhung und gegen Apotheken ohne Apotheker*innen zu verabschieden. Seither gilt es in zahlreichen Gesprächen mit Politikerinnen und Politikern wieder das zu verdeutlichen, was eigentlich doch hätte klar sein müssen: Ohne verlässliche Rahmenbedingungen bleibt die Arzneimittelversorgung durch die Apotheken vor Ort als Säule der sozialen Infrastruktur akut gefährdet. Wenn die Politik aber die Rolle der Apotheken durch zusätzliche pharmazeutische Dienst leistungen sogar noch ausbauen will und sie sehr genau um ihre Rolle als Sicherheitsanker in Krisenszenarien weiß, dann muss sie den ersten Schritt vor dem zweiten tun: Die Apotheken zunächst wieder auskömmlich honorieren, damit sie überhaupt in die Lage versetzt werden, die sinnvollen zusätzlichen Leistungen und Dienstleistungen nachhaltig zu implementieren.
Der Weg von Freude zur Fassungslosigkeit beschreibt sehr gut die ersten neun Monate des Berichtsjahrs. Wie schon die Vorgänger-
Eines von zahlreichen Politikergesprächen, wenn auch mit einem besonders prominenten Gesprächspartner. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (2. v. r.) nahm sich in Coesfeld die Zeit für einen intensiven Austausch mit Kammer präsidentin Gabriele von Elsenau Overwiening, Coesfelds Apothekersprecher Dr. Stephan Barrmeyer und dem AVWL-Vorsitzenden Thomas Rochell.
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