Mitteilungsblatt 1/2026, 13. Februar 2026

POLITISCHE LAGE

Protestmaßnahmen zum Fixum Erhöhung der Vergütung: Basis für erweitertes Leistungsspektrum der Apotheken

> Kurz vor Weihnachten hat es der Gesetzesentwurf von Ministerin Nina Warken durchs Kabinett ge schafft. Damit hat es das Apothe kenversorgung-Weiterentwick lungsgesetz (ApoVWG) schon weiter gebracht als das geplante Reform gesetz ihres Vorgängers Karl Lauter bach. Die Enttäuschung ist groß bei all denen, die täglich in den öffentli chen Apotheken Patientinnen und Patienten versorgen. Denn die ver sprochene und im Koalitionsvertrag vereinbarte Erhöhung des Fixums ist vertagt. Was unterm Strich bleibt ist eine Reihe positiver Ansätze und das Versprechen der Ministerin, das Fixum doch noch zu er höhen. Die Ansätze haben das Potenzial, die Apotheken vor Ort nachhaltig zu stär ken: Die Notdienstpauschale soll nahezu verdoppelt werden, Skonti werden wieder gestattet und das Honorar jedes Jahr neu verhandelt – so wie bei den anderen Leis tungserbringern auch. Mehr Kompetenz sollen die Teams einbringen durch erwei terte Austauschmöglichkeiten, die Etab lierung neuer Präventionsaufgaben, pati entennahe Schnelltests, eine Ausweitung der Impfmöglichkeiten und die Abgabe von Rx-Arzneimitteln ohne Verordnung in bestimmten Fällen. Das Problem: All diese positiven An sätze können von den Apotheken-Teams nur in die Tat umgesetzt werden, wenn die Apotheken auch finanziell stabilisiert werden. Damit ist klar, dass die angekün digten Kompetenzerweiterungen für Apotheker*innen und PTA zwar wichtig und relevant für die Bevölkerkung sind, diese aber nur erbracht werden können, wenn die Vor-Ort-Apotheken zumindest einen kleinen Ausgleich für die vielen Fixum im Fokus

Kunststück: GKV-Beiträge stabil halten und Fixum erhöhen – das hat Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zugesagt. Die Apotheken brauchen die Erhöhung zur Stabilisierung – am besten gestern.

Jahre ohne Honorar-Erhöhung erhalten. Deshalb rückt die deutsche Apotheker schaft genau diesen Punkt in den Fokus. Mit zeitlichem Bezug auf das aktuelle Gesetzgebungsverfahren im Bundestag und eine Verordnung des BMG (hierü ber wird das Honorar geregelt) wird das Thema politisch auf allen Ebenen ange gangen – auch mit Kampagnen und im Frühjahr dieses Jahres mit verschiedenen Protestmaßnahmen, bei denen auch die Apotheken vor Ort mit einbezogen wer den sollen. Welche Maßnahmen das sein werden, wird situativ entschieden und idealerweise bundesweit umgesetzt. Die Kampagne hat Ende Januar begonnen. Weitere Infos und Möglichkeiten zur Be teiligung siehe Seite 6 in dieser Ausgabe. Eine große Sorge ist, dass die verspro chene Fixums-Erhöhung angesichts klammer Kassen der GKVen erneut den Sparzwängen zum Opfer fällt: Eine

Finanzkommission soll im Frühjahr Er gebnisse präsentieren, wie die Kranken kassenbeiträge stabil gehalten werden können. Ein zumindest kleiner Lichtblick: Hier hat Ministerin Warken klargestellt, dass die Kommission bei der Erarbeitung der Sparmaßnahmen die Honorarerhö hung von insgesamt rund einer Milliarde Euro einpreisen soll – und das wäre ziem lich genau die versprochene Honorarerhö hung auf 9,50 Euro. <

4 / AKWL Mitteilungs blatt 01-2026

Made with FlippingBook Online newsletter creator