Online-Ausgabe Mitteilungsblatt 1/2018, 15. Juni 2018

KAMMERVERSAMMLUNG

Frühjahrssitzung der Kammerversammlung „Mit dem GKV-Spitzenverband ist kein konstruktiver Dialog möglich" Overwiening: Positionspapier der Krankenkassen attackiert das bewährte Apothekensystem

> Wie kann es bei einem deutlichen Rückgang der Apothekenzahlen und einer gleichzeitig alternden Bevölkerung gelingen, die Arznei- mittelversorgung „in Pantoffelnähe“ zu sichern und die pharmazeuti- sche Beratung und Betreuung der Patienten sogar noch auszubauen? Mit diesem schwierigen Spagat befassten sich amMittwoch die 92 Delegierten des westfälisch- lippischen Apothekerparlamentes. Erstmals tagte die Kammerversamm- lung in den Räumen der Ärztekammer Westfalen-Lippe. Apotheker und Ärzte übten nicht nur räumlich, sondern auch inhaltlich den Schulterschluss: „Unsere beiden Berufe eint der Auftrag, die Pati- entinnen und Patienten in Zeiten des de- mographischen Wandels wohnortnah zu „ Ärzte und Apotheker sind als Heilberufe nicht nur verkammert, sondern auch miteinander verklammert. “ Dr. Michael Schwarzenau (Ärztekammer) versorgen“, betonte Kammerpräsidentin Gabriele Regina Overwiening. Dr. Micha- el Schwarzenau, Hauptgeschäftsführer der Ärztekammer Westfalen-Lippe argu- mentierte in die gleiche Richtung: „Ärzte und Apotheker sind als Heilberufe nicht nur verkammert, sondern auch mitein- ander verklammert. Wir sollten uns da- her nicht auseinanderdividieren lassen.“ Beide Heilberufe betrachten mit Sor- ge, dass ausländische Konzerne zuneh- mend in die medizinische Versorgung und die Arzneimittelversorgung eindringen.

Präsidentin Gabriele Regina Overwiening fand bei ihrem Lagebericht vor den Delegierten der Kammerver- sammlung deutliche Worte.

Freiberuflichkeit stärken

Konzerne betreiben „Rosinenpickerei“ und locken die Patientinnen und Patienten mit hohen Boni, ohne sich an den vielfäl- tigen Gemeinwohlpflichten zu beteiligen und sind anders als die inhabergeführten Apotheken vor Ort nicht zur Gewährleis- tung einer ordnungsgemäßen flächen- deckenden Arzneimittelversorgung ver- pflichtet“, heißt es im Resolutionstext. In ihrem Lagebericht hatte Kam- merpräsidentin Gabriele Regina Over- wiening zuvor aufgezeigt, welchen

Die Mitglieder des Apothekerparlamen- tes verabschiedeten daher am Mittwoch einstimmig eine Resolution, mit der die Freiberuflichkeit im Interesse der Pati- enten gestärkt werden soll: So berge der Einstieg von Fremdkapitalgebern in die Arzneimittelversorgung die Gefahr, „dass die Bedürfnisse von Patientinnen und Pa- tienten gegenüber den Renditeinteressen von Konzernen in den Hintergrund treten.

AKWL Mitteilungs blatt Online 01-2018 /  4

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