Mitteilungsblatt 2/2026, 16. April 2026

AUSBILDUNG PKA/PTA

Fachkräftemangel Engpassanalyse 2026

Der Bundesagentur für Arbeit für Apothekenberufe

2. Unterstützung bei der internationalen Rekrutierung Da der inländische Markt den Bedarf kaum noch decken kann, bietet die BA über die Zentrale Auslands- und Fachver mittlung (ZAV) Unterstützung bei der An erkennung ausländischer Berufsabschlüs se und der Vermittlung von Fachkräften aus dem EU-Ausland an. Der Arbeitgeber-Service der Bundesagen tur für Arbeit berät zudem zu finanziellen Zuschüssen, etwa wenn Bewerber*innen noch zusätzliche Qualifikationen benöti gen oder nach längerer Pause in den Apo thekenalltag zurückkehren. < 3. Qualifizierung und Förderung

> Die aktuelle Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit (BA) zeigt deutlich, dass der Fachkräftemangel im Bereich der Apothekenberufe kein temporäres Phänomen ist, sondern strukturelle Züge trägt: Während die Zahl der Apotheken sinkt, steigt der Bedarf an hoch qualifiziertem Personal stetig an. Die Analyse der Bundesagentur differen ziert zwischen den verschiedenen Berufen im Apothekenwesen: • Apotheker*innen: Hier ist die Lage am kritischsten. Die BA stuft den Beruf bundesweit als Engpassberuf ein. Die Vakanzzeit – also die Dauer, bis eine ausgeschriebene Stelle besetzt werden kann – liegt signifikant über dem bun desweiten Durchschnitt aller akademi schen Berufe. Besonders in ländlichen Gebieten führt dies dazu, dass Not dienste und Öffnungszeiten nur noch unter extremem personellem Druck aufrechterhalten werden können. • Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA): Obwohl der Bedarf punktuell sehr hoch ist, zeigt die Statistik der Bundes agentur für Arbeit, dass der Engpass bei den PTA im Vergleich zu den Vorjahren nicht mehr in jedem Bundesland – und

auch spezifisch in NRW – nicht mehr als „akut“ gilt. Dennoch bleibt die Rekru tierung eine Herausforderung, da viele Fachkräfte in die Industrie oder Verwal tung abwandern. • Pharmazeutisch-kaufmännische Ange stellte (PKA): In diesem Bereich ist die Lage noch entspannter, allerdings wird auch hier ein zunehmender Wettbe werb um motivierte Auszubildende verzeichnet. Strategien gegen den Mangel: Den Arbeit geber-Service nutzen Um die Versorgungssicherheit nicht zu gefährden, appelliert die Bundesagentur an Apothekeninhaber*innen, freie Stellen proaktiv und frühzeitig zu kommunizie ren. Eine enge Kooperation mit den Be hörden ist oft der erste Schritt zur erfolg reichen Besetzung. Über das Portal für Unternehmen der BA können Stellenangebote präzise nach Qualifikationsprofilen (z. B. Approbation, Fachapotheker-Titel) erstellt werden. Die se erscheinen automatisch in der bundes weiten Jobbörse und erreichen so auch wechselwillige Fachkräfte in anderen Regionen. 1. Digitale Reichweite durch das Arbeitgeber-Portal

Freie Stellen aktiv melden Die Meldung offener Stellen ist nicht nur für die individuelle Suche wichtig, sondern bildet die Datenbasis für politische Entscheidungen und Förderprogramme. Apothekenleiter*innen sollten – neben dem Stellenmarkt auf der AKWL-Website das eService-Angebot (https://www.ar beitsagentur.de/unter

nehmen/arbeitskraefte/ stellenangebot-melden ) nutzen, um ihre Sichtbar keit am Arbeitsmarkt zu erhöhen.

38 / AKWL Mitteilungs blatt

Made with FlippingBook - professional solution for displaying marketing and sales documents online