Mitteilungsblatt 2/2026, 16. April 2026
ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
Glück ist keine Glückssache
Jahresauftakt-Event der Apothekerkammer Westfalen Lippe mit inspirierendem Impulsvortrag
> Unter dem Motto „Glück ist keine Glückssache“ ist die Apo thekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL) mit ihrer Jahresauftakt veranstaltung in das Kammerjahr 2026 gestartet. In der „Cloud“ des Factory Hotels am Germania Campus Münster folgten knapp 200 Kammerangehörige und Gäste der Einladung zu einem eben so wissenschaftlich fundierten wie lebensnahen Impulsvortrag der Münsteraner Wirtschafts- und Organisationspsychologin Professorin Lioba Werth. Im Mittelpunkt stand die Frage, was Men schen tatsächlich glücklich macht – und was nicht. Gleich zu Beginn räumte Werth mit verbreiteten Mythen auf: Glück sei weder angeboren noch primär von äuße ren Umständen abhängig. „Die Umstän de entscheiden nicht maßgeblich über
sondern müssten aktiv gestaltet werden: durch Zeit und Wertschätzung. Auch Hilfsbereitschaft und Großzügigkeit wirk ten dabei doppelt: Sie machten nicht nur die Empfänger*innen, sondern auch die Gebenden glücklicher. Ebenso wichtig sei der konstruktive Umgang mit Krisen, Stress und Verletzungen. Wer lerne, sich selbst und anderen zu vergeben, schaffe Raum für einen inneren Neustart. Weitere Glücksfaktoren seien das Erle ben von Flow, also das völlige Aufgehen in einer Tätigkeit, der bewusste Genuss im Hier und Jetzt sowie das Setzen sinn voller Ziele. „Glückliche Menschen haben ein Projekt, keine Leere“, so Werth. Auch das Thema Selbstfürsorge dürfe nicht un terschätzt werden: Bewegung, Meditati on und ein achtsamer Umgang mit sich selbst seien wirkungsvolle Glücksbringer – für Leib und Seele. Kammerpräsidentin Gabriele von Elsenau Overwiening dankte Lioba Werth für den
unser Glücklichsein“, machte die Referen tin deutlich. Vielmehr liege ein erheblicher Teil des Glückserlebens in der eigenen Haltung, im Denken und im Verhalten. Anhand anschaulicher Grafiken, Studien ergebnisse und alltagsnaher Beispiele zeigte Werth, dass Glück kein dauerhafter Zustand, sondern ein dynamischer Prozess ist, für den wir in großem Maße selbst ver antwortlich sind. Bewusstes Handeln, be tonte Werth, könne dabei helfen, mehr Zufriedenheit im Alltag zu erleben. Eine zentrale Rolle spielen dabei sogenannte „Glücksaktivitäten“, die wissenschaftlich gut belegt sind. Dazu zählen unter ande rem Dankbarkeit und Optimismus, der bewusste Umgang mit Grübeleien („die bringen niemanden weiter“) und sozialen Vergleichen („lassen Sie das“) sowie das Pflegen tragfähiger sozialer Beziehungen. Besonderes Augenmerk legte die Refe rentin auf zwischenmenschliche Aspekte: Beziehungen seien keine Zufallsprodukte,
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