Mitteilungsblatt 1/2026, 13. Februar 2026

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01 · 2026 13.02.2026

Frühjahr der Proteste Fixum im Fokus

PROTESTMASSNAHMEN ZUM FIXUM Vergütung ist Basis für mehr Leistung Seite 4

STAFFELSTAB ÜBERGEBEN Schmitz folgt auf Dr. Walter Seite 5

KAMMERWEBSITE VON GRUNDAUF NEU Neue Funktionalitäten Seite 10

INHALT

Sparpolitik gefährdet

Ihre Gesundheit. Jetzt das Honorar erhöhen!

UNS GIBT’S NICHT ZUM NULLTARIF!

WEITERBILDUNG

WEIL ES UM MENSCHEN GEHT. DIE APOTHEKE.

Alle Informationen zur Transparenzbekanntmachung finden Sie unter: https://www.gesundheitsichern.de/ttpa/

17 18 18

Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen

Neue Bereichsweiterbildung „Pädiatrische Pharmazie“

Frühjahr der Proteste Kampagne: „Uns gibt’s nicht zum Nulltarif!“ 6

Neue Prüfungstermine

18 Gemeinsam für einheitliche Standards und starke Prüfer*innen 19 Erfahrungsaustausch für Weiterzubildende und Ermächtigte 19 1000. Fachsprachenprüfung für Apotheker*innen mit ausländischem Apothekerdiplom abgenommen 22 Ermächtigungen und Zulassungen als Weiterbildungsstätte QUALITÄTSSICHERUNG 23 Qualitätssicherung nach Maß – ZL Ringversuche 2026 24 Zertifizierte und rezertifizierte Apotheken AUSBILDUNG PKA/PTA 24 Der AKWL-Berufsbildungsausschuss berichtet 25 Beste Azubis 2025 der Freien Berufe aus NRW 25 Boys'Day und Girls'Day am 23. April 2026 WIVA 26 Stationsapotheker:in NRW beim ADKA-Regionalkongress West vorgestellt MIXTUM 26 45. Sportweltspiele der Medizin und Gesundheit – Medigames 2026 27 „Regionale Notfall-Liste“ als Hilfe von Kolleg*innen für Kolleg*innen 27 Neuer Bezugspreis für die Pharmazeutische Zeitung 27 Golfturnier am 25. Juni 2026 27 IMPRESSUM 28 IN MEMORIAM AMTLICHE MITTEILUNGEN 28 Erteilte Erlaubnisse 20 Kammerversammlung verabschiedet Prüfungsordnung

EDITORIAL

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Für eine starke und sichtbare Kammer POLITISCHE LAGE Protestmaßnahmen zum Fixum GESCHÄFTSSTELLE Orange Days 2025 DER VORSTAND INFORMIERT

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05 07

Schmitz folgt auf Dr. Walter: Staffelstab übergeben

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Ihr Kammervorstand / Ihre Ansprechpartner*innen ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

06 07

Frühjahr der Proteste

WhatsApp-Kanal der AKWL

08 Mobile Klinik und Apotheke erreichen entlegenste Regionen 09 Minus 28 Prozent in 20 Jahren: Auffällig viele Schließungen nach Warken-Rede APOTHEKERSTIFTUNG 9 18. Vortragsveranstaltung der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe IT & MITGLIEDERVERWALTUNG 10 Umfassender Neustart von akwl.de RECHT 12 Barrierefreiheitsstärkungsgesetz: Marktüberwachungsstelle nimmt ihre Arbeit auf RATGEBER APOTHEKENPRAXIS 12 Magnesiumsalze im Vergleich 14 Neuausrichtung der Apothekenaufsicht in NRW 15 Ein Fall aus CIRS NRW 16 Save the Date & Einladung: CIRS-Gipfel 2026 AUS-/FORTBILDUNG UND AMTS 16 Anker lichten – Meer Fortbildung auf Langeoog im September 2026 (Programmheft im Mittelteil) 16 PTA-Fortbildungstag am 19. November 2025 in Münster 17 Feierliche Kittel-Übergabe im Apothekerhaus 17 Jetzt für den pharmacon 2026 in Meran anmelden!

Mit QR-Codes schnell zur Information: Inzwischen finden Sie im Mitteilungsblatt zu vielen Artikeln auch die direkte, schnelle Verlinkung über QR-Codes. Die kleinen quadratischen „Helfer“ liefern verschlüsselt Informationen oder Verlinkun gen auf Internetseiten. Man benötigt ein Smartpho ne/Tablet-PC und ein QR-Code-Scanner-Programm

(kostenlos im App-/googleplay-Store erhältlich unter „qr code“). Mit dieser App kann man die jeweiligen QR-Codes scannen und man er hält dann die darin enthaltenen Informationen oder Links direkt auf dem benutzten Endgerät zur weiteren Benutzung angezeigt.

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EDITORIAL

Editorial

Für eine starke und sichtbare Kammer Michael Schmitz Hauptgeschäftsführer der Apothekerkammer Westfalen-Lippe E-Mail: m.schmitz@akwl.de

„Sie kennen mich.“ Mit diesem Satz hat Angela Merkel vor vie len Jahren eine TV-Debatte zur Bundestagswahl beschlossen. Sie als Mitglieder der Apothekerkammer kennen mich womöglich auch: Bereits seit dem Mai 2002 darf ich für die berufsständische Selbstverwaltung der Apothekerinnen und Apotheker in Westfa len-Lippe tätig sein. Zunächst als Pressesprecher und Leiter der Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, seit Anfang 2009 als Geschäfts führer für den Bereich Kommunikation, IT und Neue Medien und seit dem 22. Januar dieses Jahres als Hauptgeschäftsführer. Ich habe mich sehr darüber gefreut, als der Kammervorstand sehr frühzeitig, bereits Mitte 2023, die Weichen für die Nachfolge un seres langjährigen Hauptgeschäftsführers Dr. Andreas Walter ge stellt hat. Denn er war über viele Jahre hinweg maßgeblich an der systematischen Weiterentwicklung der AKWL beteiligt. In seine Amtszeit fallen unter anderem wichtige organisatorische Moder nisierungen, die Stärkung der Serviceangebote für die Mitglieder sowie die konsequente Ausrichtung der Kammer auf die Heraus forderungen eines sich wandelnden Gesundheitswesens. Und er war mit dem famosen Team der Kammergeschäftsstelle und un seren ehrenamtlich tätigen Kreisvertrauensapotheker*innen der Fels in der Brandung, als wir mit den Irrungen und Wirrungen der Corona-Pandemie zu kämpfen hatten. Viele Projekte, Aufgaben und Herausforderungen haben wir in knapp einem Vierteljahrhundert gemeinsam geschultert, stets mit demselben Verständnis für die Rolle der Kammer als leis tungsfähiger Dienstleister für Mitglieder und starke, sichtbare Interessenvertretung unseres freien und für die Gesellschaft un verzichtbaren Heilberufes. Für mich ist es eine Verpflichtung und eine Herzensangelegen heit zugleich, die erfolgreiche Arbeit von Dr. Andreas Walter fort zusetzen. Und zugleich möchte ich mit unserem hochmotivier ten Team im Apothekerhaus auch den ein oder anderen neuen Akzent setzen, getreu der Devise: „Nur wenn sich alles ändert, kann alles so bleiben wie es ist.“ Die Apothekerkammer steht vor wichtigen Zukunftsthemen – von der Digitalisierung über die

Sicherstellung der flächendeckenden Arzneimittelversorgung in Zeiten einer akuten Unterfinanzierung bis hin zur Gewinnung und Sicherung des Fachpersonals. Dass sich die Aufgaben in den Apotheken, Stichwort pharmazeutische Dienstleistungen, erwei tern und weiter auffächern gilt es dabei ebenso zu berücksichti gen wie die Tatsache, dass wir in zwei Jahrzehnten 28 Prozent der Apotheken in unserem Landesteil verloren haben. Daher müssen wir insbesondere dafür kämpfen, dass die wohnortnahe Apothe ke für ihre unverzichtbare Rolle in der Arzneimittelversorge und Daseinsfürsorge endlich fair und auskömmlich honoriert wird. Es darf nicht länger an der Apotheke gespart werden, koste es, was es wolle. Es gilt jetzt, die vorgenannten Aufgaben gemeinsam mit unse ren Gremien und dem hochmotivierten und hochqualifizierten Team der Geschäftsstelle anzugehen. Als Hauptgeschäftsführer bin ich sehr dankbar, ein erfahrenes, engagiertes und gut einge spieltes Team um mich zu haben – den 2025 formierten AKWL Führungskreis mit Friedrich Averbeck (Personal und Finanzen), Ute Behle (Pharmazeutische Qualität), Sören Cromberg (Recht und Auftragsverwaltung), Stefan Lammers (IT und Mitglieder verwaltung), Dr. Sylvia Prinz (Pharmazeutische Qualifizierung) und Yvonne Schmees (Stabsstellenleiterin Projekte). Als Stabsstel lenleiter Presse und Öffentlichkeitsarbeit fungiert Pressesprecher Sebastian Sokolowski, der die lange von mir geführte Abteilung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit übernommen hat und hier für ganz viel frischen Wind sorgt – wie beispielsweise mit unserem frisch auf den Weg gebrachten WhatsApp-Kanal.

Herzliche Grüße aus dem Apothekerhaus am Aasee

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POLITISCHE LAGE

Protestmaßnahmen zum Fixum Erhöhung der Vergütung: Basis für erweitertes Leistungsspektrum der Apotheken

> Kurz vor Weihnachten hat es der Gesetzesentwurf von Ministerin Nina Warken durchs Kabinett ge schafft. Damit hat es das Apothe kenversorgung-Weiterentwick lungsgesetz (ApoVWG) schon weiter gebracht als das geplante Reform gesetz ihres Vorgängers Karl Lauter bach. Die Enttäuschung ist groß bei all denen, die täglich in den öffentli chen Apotheken Patientinnen und Patienten versorgen. Denn die ver sprochene und im Koalitionsvertrag vereinbarte Erhöhung des Fixums ist vertagt. Was unterm Strich bleibt ist eine Reihe positiver Ansätze und das Versprechen der Ministerin, das Fixum doch noch zu er höhen. Die Ansätze haben das Potenzial, die Apotheken vor Ort nachhaltig zu stär ken: Die Notdienstpauschale soll nahezu verdoppelt werden, Skonti werden wieder gestattet und das Honorar jedes Jahr neu verhandelt – so wie bei den anderen Leis tungserbringern auch. Mehr Kompetenz sollen die Teams einbringen durch erwei terte Austauschmöglichkeiten, die Etab lierung neuer Präventionsaufgaben, pati entennahe Schnelltests, eine Ausweitung der Impfmöglichkeiten und die Abgabe von Rx-Arzneimitteln ohne Verordnung in bestimmten Fällen. Das Problem: All diese positiven An sätze können von den Apotheken-Teams nur in die Tat umgesetzt werden, wenn die Apotheken auch finanziell stabilisiert werden. Damit ist klar, dass die angekün digten Kompetenzerweiterungen für Apotheker*innen und PTA zwar wichtig und relevant für die Bevölkerkung sind, diese aber nur erbracht werden können, wenn die Vor-Ort-Apotheken zumindest einen kleinen Ausgleich für die vielen Fixum im Fokus

Kunststück: GKV-Beiträge stabil halten und Fixum erhöhen – das hat Bundesgesundheitsministerin Nina Warken zugesagt. Die Apotheken brauchen die Erhöhung zur Stabilisierung – am besten gestern.

Jahre ohne Honorar-Erhöhung erhalten. Deshalb rückt die deutsche Apotheker schaft genau diesen Punkt in den Fokus. Mit zeitlichem Bezug auf das aktuelle Gesetzgebungsverfahren im Bundestag und eine Verordnung des BMG (hierü ber wird das Honorar geregelt) wird das Thema politisch auf allen Ebenen ange gangen – auch mit Kampagnen und im Frühjahr dieses Jahres mit verschiedenen Protestmaßnahmen, bei denen auch die Apotheken vor Ort mit einbezogen wer den sollen. Welche Maßnahmen das sein werden, wird situativ entschieden und idealerweise bundesweit umgesetzt. Die Kampagne hat Ende Januar begonnen. Weitere Infos und Möglichkeiten zur Be teiligung siehe Seite 6 in dieser Ausgabe. Eine große Sorge ist, dass die verspro chene Fixums-Erhöhung angesichts klammer Kassen der GKVen erneut den Sparzwängen zum Opfer fällt: Eine

Finanzkommission soll im Frühjahr Er gebnisse präsentieren, wie die Kranken kassenbeiträge stabil gehalten werden können. Ein zumindest kleiner Lichtblick: Hier hat Ministerin Warken klargestellt, dass die Kommission bei der Erarbeitung der Sparmaßnahmen die Honorarerhö hung von insgesamt rund einer Milliarde Euro einpreisen soll – und das wäre ziem lich genau die versprochene Honorarerhö hung auf 9,50 Euro. <

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GESCHÄFTSSTELLE

akuten Unterfinanzierung bis hin zur Ge winnung und Sicherung des Fachperso nals. Ich freue mich darauf, diese Aufgaben gemeinsam mit den Gremien und dem hochmotivierten und hochqualifizierten Team der Geschäftsstelle anzugehen.“ Dem Führungskreis gehören an: Fried rich Averbeck (Personal und Finanzen), Ute Behle (Pharmazeutische Qualität), Sören Cromberg (Recht und Auftragsver waltung), Stefan Lammers (IT und Mitglie derverwaltung), Dr. Sylvia Prinz (Pharma zeutische Qualifizierung) sowie Yvonne Schmees (Stabsstellenleiterin Projekte). Als Stabsstellenleiter Presse und Öffent lichkeitsarbeit fungiert Pressesprecher Se bastian Sokolowski. Dr. Andreas Walter (66 Jahre) war von August 1999 an für die Apothekerkam mer Westfalen-Lippe tätig, anfangs als Geschäftsführer Pharmazie. Nach dem Pharmaziestudium und der Approbation im Januar 1993 war der gebürtige Dort munder zunächst als Offizin- und Kran kenhausapotheker in seiner Heimatstadt tätig, ehe er im Oktober 1995 zur AOK Niedersachsen wechselte. Hier leitete er die pharmazeutische Beratungsstelle in Oldenburg. Zeitgleich erfolgte im Juni 1999 die Promotion. 2002 absolvierte er die Weiterbildung zum Fachapotheker für Öffentliches Gesundheitswesen. Von 2009 fungierte er als Hauptgeschäfts führer der AKWL. Der passionierte Tennis spieler ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Söhnen. Michael Schmitz (57 Jahre) ist seit Mai 2002 bei der AKWL beschäftigt, seit 2009 als Geschäftsführer Kommunikation, IT und Neue Medien. Nach dem Studium der Politikwissenschaft, Kommunikationswis senschaft und Philosophie (Examen im Mai 1993) war er fünf Jahre als Zeitungs redakteur und vier Jahre als Pressespre cher und Marketingleiter in der Telekom munikationsbranche tätig – zuletzt als Bereichsleiter Öffentlichkeitsarbeit der Tropolys GmbH (Düsseldorf), die heute als 1&1 AG firmiert. Der gebürtige Münste raner, leidenschaftlicher Tischtennisspie ler und seit fast 40 Jahren ehrenamtlich im organisierten Sport tätig, ist verhei ratet und Vater von drei erwachsenen Töchtern. < Zur Person:

Führungswechsel bei der Apothekerkammer Westfalen-Lippe: Dr. Andreas Walter übergibt den Staffelstab an Michael Schmitz (rechts).

Schmitz folgt auf Dr. Walter Staffelstab übergeben Führungswechsel bei der Apothekerkammer Westfalen-Lippe

„Die Zusammenarbeit mit unseren ehren amtlichen Gremien, den Mitarbeitenden und unseren Mitgliedern war für mich stets von großem Vertrauen und Engage ment geprägt. Dafür danke ich allen Be teiligten herzlich“, so Dr. Walter anlässlich der Übergabe, auf die am 30. Januar noch eine feierliche Verabschiedung folgte. Nachfolger Michael Schmitz bringt um fassende Erfahrung in der Verbands- und Organisationsarbeit mit und ist mit den Strukturen der AKWL bestens vertraut. Schmitz hat das öffentliche und gesund heitspolitische Profil der AKWL in mehr als 20 Jahren erheblich geschärft und ist bekannt für eine schnelle, direkte und of fene Kommunikation und Arbeitsweise. Er kündigte an, die erfolgreiche Arbeit seines Vorgängers fortzuführen und zugleich neue Impulse zu setzen: „Die Apotheker kammer steht vor wichtigen Zukunfts themen – von der Digitalisierung über die Sicherstellung der flächendeckenden Arzneimittelversorgung in Zeiten einer

> Bei der Apothekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL) fand am 22. Januar der planmäßige Füh rungswechsel im Hauptamt statt. Dr. Andreas Walter (66) übergab nach mehr als 17-jähriger Tätigkeit als Hauptgeschäftsführer sym bolisch den Staffelstab an seinen Nachfolger Michael Schmitz (57). Mit dem Stabwechsel endet eine prägen de Amtszeit und beginnt zugleich ein neues Kapitel für die Kammer. Dr. Andreas Walter war über viele Jah re hinweg maßgeblich an der systema tischen Weiterentwicklung der AKWL beteiligt. In seine Amtszeit fallen unter anderem wichtige organisatorische Mo dernisierungen, die Stärkung der Service angebote für die Mitglieder sowie die kon sequente Ausrichtung der Kammer auf die Herausforderungen eines sich wandeln den Gesundheitswesens.

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KDOERLUVMONRSETNATNITDELINFORMIERT · ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Frühjahr der Proteste Kampagne: „Uns gibt’s nicht zum Nulltarif!“

Ihr Kammervorstand Ihre Ansprechpartner*innen Präsidentin Gabriele Regina Overwiening Apotheke am Borkener Klinikum, Propst Sievert-Weg 8, 46325 Borken, Tel.: 02861 9084900, E-Mail: g.overwiening@akwl.de Vizepräsident Frank Dieckerhoff Funkturm-Apotheke, Arcostraße 78, 44309 Dortmund, Tel.: 0231 253247, E-Mail: info@funkturm-apotheke.de Dr. Claudia Brüning c/o Stern-Apotheke, Ludgeristraße 66, 48143 Münster, Tel.: 0251 1345538, E-Mail: clcbruening@arcor.de Eva-Maria Gödde c/o Colosseum Apotheke Brüning, Altstadtstraße 32, 44534 Lünen, E-Mail: evagoedde@gmail.com Dr. Günter Hagenhoff Hagenhoff Beratung, Michaelstraße 21, 44329 Dortmund, E-Mail: g.hagenhoff@ hagenhoff-beratung.de Pharmazie am See OHG, Weseler Straße 20, 45721 Haltern am See, Tel.: 02364 7566, E-Mail: hannes.mueller1@gmail.com Sandra Potthast c/o Höke's Alte-Apotheke Weitmar, Hattinger Straße 334, 44795 Bochum, Tel.: 0234 431421, E-Mail: sandrapotthast07@gmail.com Ina Richling, PharmD c/o Zentralapotheke des St.-Johannes Hospital Dortmund SJG St. Paulus GmbH, Johannesstraße 9-17, 44137 Dortmund E-Mail: ina.richling@gmx.de Dr. Lars Ruwisch Hirsch-Apotheke am Markt, Lange Straße 63, 32791 Lage, Tel.: 05232 951050, E-Mail: ruwisch@hirsch-apotheke-lage.de Dr. Philipp Schulte-Mecklenbeck Bären-Apotheke Pharmazie am See OHG, Rekumer Str. 18, 45721 Haltern am See, Tel.: 02364 2600, E-Mail: schultemecklenbeck@gmail.com Christine Weber c/o Amts-Apotheke, Alte Bahnhofstr. 82, 44892 Bochum, Tel.: 0234 280717, E-Mail: christine.weber@mailbox.org Dr. Hannes Müller Römer-Apotheke

mit dem Namen ‚Uns gibt’s nicht zum Nulltarif‘ kann und wird dieses Ziel mit vielen Fakten, aber auch mit Emotionen erreichen“, so ABDA-Präsident Preis. Kam pagnenmaterial gibt's auf www.apothe kenkampagne.de

> Die ABDA kündigte am 29. Janu ar umfassende und mehrmonatige Protestmaßnahmen an. Zu den ersten Maßnahmen, die im Januar starteten, gehört eine bundesweite Kampagne im öffentlichen Raum, in Apothe ken und in den sozialen Medien. Hinzukommen sollen Aktionen der Apo theken-Teams, die Patientinnen und Pa tienten direkt auf die wirtschaftlich be drohliche Lage hinweisen. „Wir wollen die Gesellschaft über die bedrohliche Situa tion für die Apotheken und somit auch für die Versorgung der Patientinnen und Patienten informieren. Unsere Kampagne

Entscheidung über weitere Aktionen im Februar

Bei einer außerordentlichen Mitglieder versammlung, die am 25. Februar stattfin det, sollen weitere mögliche Protestschrit te diskutiert und beschlossen werden. Wir werden Sie über die AKWL-Kom munikationskanäle über die aktuellen Ent wicklungen informieren. <

Sparpolitik gefährdet Ihre Gesundheit.

Apotheken gibt's nicht zum Nulltarif! Das ist der neue Claim der bundesweiten Kampagne, die sich auf die Erhöhung des Fixums fokussiert.

UNS GIBT’S NICHT ZUM NULLTARIF!

WEIL ES UM MENSCHEN GEHT. DIE APOTHEKE.

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Alle Informationen zur Transparenzbekanntmachung finden Sie unter: https://www.gesundheitsichern.de/ttpa/

ÖFFENTLICHKEITSARBEIT · GESCHÄFTSSTELLE

WhatsApp-Kanal der AKWL > Die Apothekerkammer erweitert ihre Kommunikation um einen neuen Kanal: Ab sofort gibt es mit den AKWL NEWS bei WhatsApp zwei- bis dreimal pro Wo che aktuelle Infos zu Services der AKWL, besonderen Veranstaltungen,

Pressesprecher und Stabsstellenleiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der AKWL. „AKWL NEWS ist dazu gedacht, allen interessierten Personen aktuelle Neuigkeiten zu verschiedenen Themen schnell und direkt zu senden.“

Berufspolitik und praxis relevanten Hinweisen für Apotheken.

So können Sie den Whats App-Kanal AKWL NEWS abonnieren: 1. Voraussetzung:

4. Kanal-Updates der AKWL NEWS erscheinen anschließend im Tab „Aktuelles“ Noch ein Hinweis zum Datenschutz: Andere Nutzer können nicht sehen, dass Sie den Kanal abonniert haben. <

WhatsApp muss auf Ihrem Smartphone installiert sein

„Der neue Kommu nikationsweg ist die ideale Ergänzung zu unseren bewährten Kommunikations wegen wie AKWL

2. Der nebenstehende QR-Code führt direkt zur Kanalvorschau 3. Durch Tippen auf den „Folgen“-Button abonnieren Sie

aktuell, Mitteilungsblatt oder auch unserem News letter“, sagt Sebastian Sokolowski,

den AKWL NEWS-Kanal

ORANGE DAYS 2025 Vom 25. November bis zum 10. Dezember 2025 haben die Orange Days weltweit auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam gemacht. Seit 1991 setzt die UN Women mit der Kampagne „Orange the World“ ein sichtbares Zeichen – die Farbe Orange steht dabei symbolisch für eine Zukunft ohne Gewalt. 2025 rückte UN Women Deutschland besonders alltägliche Formen von Gewalt in den Fokus – die Gewalt, die Frauen und Mädchen in der Öffentlichkeit erleben: auf der Straße, am Arbeitsplatz oder in der digitalen Welt. Auch die AKWL setzte ein Zeichen: Vor dem Apothekerhaus zeigten Kolleg*innen Flagge gegen Gewalt. Eine Orange und ein Informationsschreiben auf allen Schreibtischen in der Kammer und im Versorgungswerk sollten uns alle daran erinnern, hinzuschauen, nachzufragen, Hilfe anzubieten – oder sie selbst zu holen, wenn nötig. Jede*r kann betroffen sein oder helfen. Betroffene finden Unterstützung beim Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: 08000 116 016 oder online unter www.hilfetelefon.de.

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ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Hilfsprojekt „Eine Dosis Zukunft“ Mobile Klinik und Apotheke erreichen entlegenste Regionen 30.173 Euro Spenden im Jahr 2025 gesammelt

dizinischen Betreuung stehen Gesund heitsaufklärung und Kinderschutz im Mittelpunkt – zu Themen wie Prävention, Familienplanung und Schutz vor Kinder handel. Durch Vernetzung mit staatlichen Stellen soll die Gesundheitsversorgung nachhaltig verbessert werden. Die Bilanz des Projektjahres 2024/25 zeigt die Wirkung: 17.018 Menschen er hielten medizinische Hilfe, 335 wurden zur Weiterbehandlung in staatliche Kranken häuser überwiesen. 7.840 Hausbesuche sicherten die Medikamenteneinnahme chronisch kranker Menschen. 10.236 Men schen nahmen an Aufklärungsprogram men teil, darunter Diabetes-Camps und Veranstaltungen zur Familienplanung. Zudem wurden 157 Community Health Volunteers geschult, um Wissen in die Ge meinden zu tragen. Im 17. Jahr der Aktion „Eine Dosis Zu kunft“ sind dank des großen Engagements der Apotheken in Westfalen-Lippe und ih rer Patientinnen und Patienten insgesamt 30.173,10 Euro zusammengekommen. Das Herzstück der Initiative bleiben die Spen densammlungen in den Apotheken: In rund 400 westfälisch-lippischen Apothe ken informieren Flyer über das Projekt und Spendenboxen laden dazu ein, direkt vor Ort zu helfen. „Jeder Euro trägt dazu bei, Leben zu retten und Perspektiven zu schaf fen“, betont von Elsenau Overwiening. Spendenbilanz 2025 Spenden für das Projekt sind weiterhin möglich: Online unter www.eine-dosis-zukunft.de oder direkt auf das Spendenkonto bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank, IBAN: DE04 3006 0601 0901 1190 28, BIC: DAAEDEDDXXX, Stichwort: Dosis Zukunft. < Mitmachen und helfen

> Das Hilfsprojekt „Eine Dosis Zu kunft“, eine Initiative der Apothe kerkammer Westfalen-Lippe in Ko operation mit der Kindernothilfe, blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2025 zurück – dank einer entschei denden Neuausrichtung: Statt aus schließlich Impfungen in den Slums Kalkuttas zu finanzieren, liegt der Fokus nun auf der medizinischen Grundversorgung und dem Schutz von Kindern in den abgelegenen Regionen des Sundarban-Deltas. „Die staatlichen Impfprogramme in In dien sind inzwischen gut ausgebaut. Doch für die Menschen in den entlegensten Dörfern südöstlich von Kalkutta bleibt der Zugang zu medizinischer Versorgung na hezu unerreichbar“, erklärt Kammerpräsi dentin Gabriele von Elsenau Overwiening. „Mit unserer Unterstützung können wir genau hier helfen: mit einer mobilen Kli nik, einer integrierten Apotheke und der Ausbildung lokaler Gesundheitsarbeite rinnen.“

Neue Projektausrichtung: Eine Dosis Zukunft – Mit.Wirkung vor Ort

Die Projektregion im Grenzgebiet zu Ban gladesch ist geprägt von extremer Armut, fehlender Infrastruktur und regelmäßigen Naturkatastrophen. Zyklone und Über schwemmungen zerstören Häuser und Ernten, Kinderarbeit und Kinderhandel sind weit verbreitet. Staatliche Gesund heitszentren sind kaum erreichbar, Medi kamente fehlen. Seit der Neuausrichtung trägt das Pro jekt den Namen „Eine Dosis Zukunft – Mit. Wirkung vor Ort“. Aus gutem Grund: Das Projekt bringt medizinische Hilfe dorthin, wo es bisher keine gab. Mit einer mobi len Klinik und integrierter Apotheke wer den fünf Tage pro Woche 47 abgelegene Dörfer im Sundarban-Delta angefahren. Pro Einsatztag können rund 100 Patien tinnen und Patienten behandelt werden. Ergänzend bildet das Projekt Frauen aus den Gemeinden zu sogenannten Gesund heitsarbeiterinnen aus, die langfristig die Versorgung übernehmen. Neben der me

ÖFFENTLICHKEITSARBEIT · APOTHEKERSTFITUNG

Auffällig viele Schließungen nach Warken-Rede Minus 28 Prozen t in 20 Jahren

Nina Warken verkündet, die im Koalitions vertrag versprochene Honorarsteigerung nicht umzusetzen, sondern auf Wieder vorlage zu setzen.“ Das habe bei vielen Inhabern die Hoffnung auf eine Verbes

> Der Trend kennt nur eine Richtung. Nämlich abwärts. „43 Apotheken haben im Jahr 2025 ihre Pforten geschlossen“, bilanzierte Anfang des Jahres der damalige

wurden. „Zehn der 49 Apotheken, die heu te nicht mehr am Netz sind, wurden uns direkt in den Tagen nach dem Deutschen Apothekertag gemeldet. In diesem Rah men hatte Bundesgesundheitsministerin

serung der Lage ersticken las sen. „Da wurden viele Reiß leinen gezogen.“ Unter den Kreisen und kreisfreien Städ ten ist die Stadt Dortmund trauriger Spitzenreiter mit fünf Schließungen (bei einer Neueröffnung). Die Kreise Borken, Recklinghausen und Siegen haben jeweils vier Apotheken verloren – eben so wie der Kreis Soest, wobei letzterer immerhin drei Eröff nungen verzeichnete. Jeweils drei Apotheken schlossen in den Kreisen Höxter, Pader born und Lippe ihre Pforten. „Die Politik muss han deln!“, stellt Walter klar. Erkannt habe sie die Not wendigkeit einer Apotheken Stärkung nach 13 Jahren Honorar-Stillstand ohne In flationsausgleich. Das zeige auch der Koalitionsvertrag. Walter fordert: „Nun muss das Versprechen auch gehal ten werden.“

AKWL-Hauptgeschäftsfüh rer Dr. Andreas Walter zum Jahreswechsel die Apothe kenstatistik der Kammer. 49 Schließungen stehen nur sechs Neueröffnungen ge genüber. Vor 20 Jahren, also zu Beginn des Jahres 2006, versorgten in Westfalen Lippe noch 2.245 Apotheken die Bürgerinnen und Bürger mit Arzneimitteln. Zum 1. Januar 2026 sind es noch 1.613 Apotheken. „Das ist ein Rückgang von 28 Prozent und ein bitteres Warnzei chen an die Politik: Die Regierung muss die verspro chene Stärkung der Vor Ort-Apotheken möglichst schnell umsetzen. Anderen falls gefährdet sie die flä chendeckende Versorgung.“ Dass die Politik maßgeblich die Ursache für die Schließun gen trägt, zeigt auch der Zeit punkt, wann sie gemeldet

Professorin Dr. Lioba Werth: Umgang mit der Macht 18. Vortragsveranstaltung der Apothekerstiftung Westfalen-Lippe

> Die Apothekerstiftung Westfalen-Lippe weist bereits jetzt auf ihre 18. Vortragsveran staltung am Samstag, 19. Sep tember 2026 in Münster hin.

steht unter dem Titel „Umgang mit der Macht“. Professorin Dr. Lioba Werth aus Münster, renommierte Expertin für Or ganisations- und Wirtschaftspsychologie, beleuchtet die psychologischen Mecha nismen hinter diesen Veränderungen. Einladung und Anmeldemöglichkeit fin den Sie im nächsten MB Nr. 2/2026. <

Die diesjährige Veranstaltung blickt über den Tellerrand der Pharmazie hinaus und

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IT & MITGLIEDERVERWALTUNG

Website der AKWL neugestaltet und technisch runderneuert Umfassender Neustart von akwl.de

Die klare Ausrichtung der Website liegt auf der Mobiltauglichkeit. Mittlerweile wird die Kammer-Präsenz zu 40 Prozent über mobile Endgeräte aufgerufen.

kartenbasierter Suche, einfacher denn je. Die Möglichkeit zur direkten Erstkontakt aufnahme ist ein weiteres Feature. Ebenfalls neu: Stellenanzeigen können nun durch AKWL-Mitglieder vollständig selbst erstellt, bearbeitet oder beendet werden. Und bei Bedarf lassen sich „alte“ Anzeigen einfach reaktivieren. Das alles mit mehr Gestaltungsoptionen für Sie (Logo, Bild, ausführliche Stellenbeschrei bung per Editor, Bereitstellung von PDF Dokumenten). Eine Freischaltung durch die AKWL erfolgt für Anzeigen von Mit gliedern nicht mehr. Der Relaunch bringt weitere neue, digi tale Services. Im Mitglieder-Bereich kön nen Sie unter anderem Mitarbeiterdaten online aktualisieren und Beschäftigungs verhältnisse oder Ihre Mitgliedschaft melden. Viele Prozesse laufen jetzt digi tal – schnell, sicher und unabhängig von Personalmeldungen online erledigen

Klare Struktur – schnell zum Ergebnis

> Neues Jahr – neue Website: Der Internetauftritt der Apo thekerkammer Westfalen-Lippe unter www.akwl.de ist Anfang Februar vollständig runderneuert online gegangen. Man muss es so deutlich sagen. Der alte Inter netauftritt war deutlich in die Jahre gekommen und hatte etwas Staub angesetzt. Nun präsentiert sich die AKWL-Website neuge staltet und technisch erneuert.

Ein zentrales Ziel war eine deutlich ver besserte Struktur: Inhalte sind sinnvoller geordnet und schneller zugänglich, Re dundanzen sind entfernt. Sowohl durch die klare Navigation als auch die verbes serte Suchfunktion erhöht sich der Kom fort für alle Nutzerinnen und Nutzer. So erreichen Sie Ihr Ziel mit wenigen Klicks. Unterstützt wird dies auch durch eine Auswahl von Direktlinks, die häufig ange steuerte Seiten zentral bündelt. Ein Schwerpunkt war die Neugestaltung des Stellenmarkts – seit Jahren meistge nutzter Bereich von akwl.de. Daher stand dessen Weiterentwicklung besonders im Fokus. Offene Stellen und Gesuche sind übersichtlich dargestellt. Die Suche nach passenden Jobangeboten ist durch neue Filter- und Sortiermöglichkeiten, inklusive Besonders im Fokus: der Stellenmarkt

Mit moderner Struktur und zeitgemä ßer Technik haben wir unsere Website grundlegend überarbeitet, um Ihnen die Nutzung noch einfacher und angenehmer zu machen. Mit dem Relaunch setzen wir einen klaren Fokus auf Benutzerfreund lichkeit, Übersichtlichkeit und Service Qualität, damit Sie alle Informationen und Leistungen schnell und unkompliziert finden.

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IT & MITGLIEDERVERWALTUNG

Umfassend neu geordnet: Der Mitglieder-Bereich von akwl.de (links oben) und der Veranstaltungskalender.

zum Einblick in Ihr Scheckguthaben. Letz teres kann mit dem Relaunch auch bei der Buchung von Weiterbildungen eingesetzt werden. Und haben Sie die erforderliche Punktzahl erreicht, erteilen wir Ihnen dank vollautomatischem Prüfungslauf Ihr Fortbildungszertifikat ohne Ihr Zutun und stellen es Ihnen online bereit. Die Buchung von Veranstaltungen ist einfach wie bisher. Der User profitiert da bei deutlich davon, dass die Website jetzt vollständig mobilfähig ist und sich au tomatisch an das Endgerät anpasst – ob Smartphone, Tablet oder Desktop. Damit steht Ihnen unser Angebot jederzeit und überall zur Verfügung. Online-Barrierefreiheit und die voll

ständig datenschutzkonforme Einbindung unserer Social Media-Kanäle über eine So cial Media Wall sind weitere Pluspunkte. Dieser Überblick zeigt: Mit diesem Relaunch schaffen wir eine moderne, nutzerfreundliche Plattform, die sowohl informativ als auch funktional einiges bie tet – mit klarem Fokus auf den Ausbau des Mitgliederbereichs. Und eines ist verspro chen: Die Entwicklung geht direkt weiter und neue Anwendungen sind in Vorberei tung. Weitere Informationen zum neuen Auftritt unter www.akwl.de – Ihre Zu gangsdaten behalten selbstverständlich ihre Gültigkeit. <

Öffnungszeiten. Sepa-Mandate einsehen und anpassen, Kontaktdaten ändern – on line jederzeit möglich. Die Bereitstellung von Rechnungen (bisher nur Fortbildun gen) wurde erweitert um Weiterbildungs- und QM-Rechnungen sowie Gebührenbe scheide (Ausnahme: Beitragsbescheide).

Fortbildungskonto mit automatischer Zertifikatserteilung

Der Funktionsumfang des Fortbildungs kontos bleibt natürlich beibehalten (er gänzt um die einfache Übernahme von BAK-akkreditierten Veranstaltungen), von der Veranstaltungsbuchung bis hin zur Verwaltung Ihres Fortbildungskontos und

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RECHT · RATGEBER APOTHEKENPRAXIS

§

Barrierefreiheitsstärkungsgesetz: Marktüberwachungsstelle nimmt ihre Arbeit auf

Im Mitteilungsblatt 3/2025 hat die Apothekerkammer Westfalen-Lippe bereits darüber berichtet, was Apotheker*innen in diesem Zusammen hang bei der Bereitstellung elektronischer Dienste beachten sollten. Am 26. September 2025 hat die gemeinsame Marktüberwachungs stelle der Länder für die Barrierefreiheit von Produkten und Dienstleis tungen (MLBF) als zuständige Behörde nach dem BFSG ihre Tätigkeit aufgenommen. Apothekeninhaber*innen, für deren Apotheken das BFSG Anwendung fin

> Die Teilhabe von Menschen mit Behinderung stärken – das ist das Ziel des Barrierefrei heitsstärkungsgesetzes (BFSG), das im Juni 2025 in Kraft getre ten ist. Das BFSG regelt die Bar rierefreiheitsanforderungen von Produkten und Dienstleis tungen. Für Apotheken bedeu tet dies, dass sie elektronische Dienste barrierefrei gewähr leisten müssen, sofern sie ent sprechende digitale Dienstleis tungen anbieten.

det, können nun ihrer Pflichtangabe nach dem BFSG (Angabe der zuständigen Marktüberwachungsbe hörde) nachkommen.

Weitere Informationen im internen Bereich in der Ru brik Recht > Recht von A-Z <

Magnesiumsalze im Vergleich Welches ist das Beste?

(als Citrat, Aspartat, Orotat, L-Threonat). Die verschiedenen Salze unterscheiden sich zum einen in ihrem relativen Magne siumgehalt, zum anderen in ihrer Löslich keit. Im Magen ist die Löslichkeit von or ganischen Magnesiumsalzen in der Regel höher als die von anorganischen Salzen. Magnesiumoxid zum Beispiel löst sich im Magen schlechter auf als Magnesiumcit rat. Tierexperimentelle Untersuchungen haben aber gezeigt, dass im Dünndarm letztlich alle Magnesiumsalze in gelöster Form vorliegen [4]. Obwohl sich also die physikalisch-chemischen Eigenschaften der verschiedenen Magnesiumverbin dungen unterscheiden, ist ihre Löslichkeit in vivo nahezu identisch und geringe Un terschiede in der Löslichkeit sind klinisch nicht relevant. Eine gute Löslichkeit ist Voraussetzung für eine gute Resorption im Darm und somit eine gute Bioverfügbarkeit. Orga- nische Magnesiumverbindungen werden geringfügig besser aufgenommen als an- organische Verbindungen. Schätzungs weise ist die Bioverfügbarkeit von Magne-

Mensch kann seinen Tagesbedarf dem nach bereits mit einer ausgewogenen Er nährung decken. Trotzdem substituieren viele Perso nen Magnesium zusätzlich zur normalen Ernährung. Eine Verbesserung von Kör perfunktionen wird durch die zusätzliche Einnahme von Magnesium allerdings nur dann erzielt, wenn wirklich ein Mangel vorliegt. Da die zusätzliche Einnahme von Magnesium bei empfindlichen Personen bereits ab 300 mg Magnesium zu leich ten Durchfällen führen kann, schlägt das Bundesinstitut für Risikobewertung eine Tageshöchstdosis von 250 mg Magnesium aus Nahrungsergänzungsmitteln vor [1].

> Magnesium ist als Mineralstoff in vielen tierischen und pflanzli chen Nahrungsmitteln enthalten. Vor allem Vollkornprodukte, grünes Blattgemüse wie Spinat sowie Nüsse und Hülsenfrüchte sind gute Magnesiumquellen [1]. Magnesium wird von vielen Menschen zusätz lich substituiert und die Nachfrage nach geeigneten Magnesiumpräpa raten ist groß. Die auf dem Markt befindlichen Präparate enthalten verschiedene organische und anorganische Salze und es stellt sich dabei die Frage, welche Mag nesiumverbindung die Beste ist. Ein Magnesiummangel kommt in Deut schland selten vor. Die durchschnittliche tägliche Aufnahme über Lebensmittel be trägt in Deutschland je nach Geschlecht und Altersgruppe rund 330 bis 450 mg pro Tag [1]. Die deutschen und europäischen Zufuhrempfehlungen [2, 3] liegen für Er wachsene bei 300 mg/Tag für Frauen und 350 mg/Tag für Männer. Ein gesunder

Organisch oder anorganisch – welche Sal ze funktionieren besser?

Magnesiumsalze sind in Deutschland als Arzneimittel und als Nahrungsergän zungsmittel auf dem Markt. Sie enthalten Magnesium in Form anorganischer Salze (als Oxid, Carbonat, Sulfat, Phosphat) oder als organische Magnesiumverbindungen

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siumcitrat oder -aspartat 5 bis 10 % hö her als für Magnesiumoxid oder -carbo nat [4]. Dies ist klinisch vermutlich nicht relevant. Entscheidend für das Ausmaß des Anstiegs der Magnesiumkonzent ration im Blut ist vielmehr der aktuelle Versorgungsstatus – je schlechter dieser ist, desto mehr Magnesium wird aufge nommen – sowie die absolut zugeführte Magnesiummenge. Bei Gesunden besteht somit kein klinisch relevanter Unterschied zwischen den verschiedenen Salzen. Eine Ausnahme bilden Patient*innen mit eingeschränkter Magensäuresekretion, zum Beispiel infol ge einer Gastritis oder der Einnahme von Antazida. In diesem Fall ist die Löslichkeit anorganischer Salze stärker eingeschränkt als die von organischen Verbindungen. Als besonders wirksam werden zurzeit Produkte mit Magnesium-L-Threonat beworben. Es wird postuliert, dass Ma gnesium-L-Threonat die Bluthirnschranke überwinden könne und daher besonders gut zur Förderung der geistigen Leistungs fähigkeit sei. Es verbessere somit die Kon zentration, mindere Vergesslichkeit und steigere das Lernvermögen. Sogar zur Prävention oder Therapie einer Demenz könne es helfen. Für diese Behauptungen gibt es bisher keinerlei fundierte Beweise. Als Beleg für diese Behauptungen wird meist eine kleine klinische Studie an nur 44 Patienten angeführt, die Magnesium-L Threonat gegen Placebo testete [5]. Diese Studie reicht allerdings – schon aufgrund der viel zu geringen Probandenzahl – für einen validen Wirksamkeitsbeweis nicht aus. Auch eine Überlegenheit von Magne sium-L-Threonat gegenüber anderen Ma gnesiumsalzen kann damit nicht gezeigt werden, da nur gegen Placebo getestet wurde. Wie andere Magnesiumsalze zer fällt auch Magnesium-L-Threonat vor der Resorption in Ion und Gegenion, und freie Magnesiumionen werden im Darm resor biert. Die Art des Magnesiumsalzes spielt für die Resorption daher nur eine unterge ordnete Rolle. Relevant für Personen mit eingeschränk ter Magensäuresekretion Magnesium-L-Threonat: viel gehypt, aber keine fundierten Beweise

Obwohl ein Magnesiummangel in Deutschland selten vorkommt, ist die Nachfrage nach geeigneten Ma gnesiumpräparaten groß.

Wirksamkeitsnachweis. Sie unterliegen in Bezug auf Reinheit und Gehalt nicht den strengen Auflagen eines Arzneimittels. Der tatsächliche Gehalt kann bei mineral stoffhaltigen NEM um bis zu 45 % nach oben und 20 % nach unten vom deklarier ten Gehalt abweichen [6]. <

Hinzu kommt, dass Produkte mit Magne- sium-L-Threonat nur als Nahrungsergän zungsmittel (NEM) verfügbar sind. Zu- gelassene Arzneimittel gibt es in Deutsch land nicht. NEM müssen im Gegen satz zu Arzneimitteln nicht zugelassen werden und benötigen daher keinen

Zusammenfassung: Die Wahl des Magnesiumsalzes scheint bei Gesunden nicht entscheidend zu sein – letztlich liegen alle Magnesiumsalze im Darm in gelöster Form vor. Die Re sorption im Dünndarm ist bei organischen Verbindungen geringfügig höher als bei anorganischen Verbindungen. Dies ist vermutlich klinisch nicht relevant. Viel wichtiger sind hingegen die absolut zugeführte Menge an Magnesium sowie der Versorgungsstatus: Bei einem Mangel wird deutlich mehr Magnesium aufgenom men als bei einem ausreichenden Magnesiumspiegel. Bei Patient*innen mit einer beeinträchtigten Magensäuresekretion, zum Beispiel bei Gastritis, Zustand nach Magen-OP oder bei Einnahme von Protonenpumpenhemmern/H2-Blockern, könn ten organische Salze möglicherweise einen Vorteil haben.

Quellen: [1] Bundesinstitut für Risikobewertung: Höchstmengenvorschläge für Magnesium in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmit teln, https://www.bfr.bund.de/cm/343/hoechst mengenvorschlaege-fuer-magnesium-in-lebens mitteln-inklusive-nahrungsergaenzungsmitteln. pdf, abgerufen am 18.12.25 [2] D-A-CH (2015). Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Österreichische Gesellschaft für Ernäh rung, Schweizerische Gesellschaft für Ernährung. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. 2. Auflage, 1. Ausgabe. Neuer Umschau Buchverlag. [3] EFSA (2015). EFSA NDA Panel (EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies).

Scientific Opinion on Dietary Reference Values for magnesium. EFSA Journal 13: 4186, 63 pp. [4] Ströhle A et al. Magnesium – (k)eine Frage der Verfügbarkeit? Medizinische Monatsschrift für Pharmazeuten, Ausgabe 9/2018 [5] Liu G et al. Efficacy and Safety of MMFS-01, a Synapse Density Enhancer, for Treating Cognitive Impairment in Older Adults: A Randomized, Dou ble-Blind, Placebo-Controlled Trial. J Alzheimers Dis. 2016;49(4):971-90. doi: 10.3233/JAD-150538. PMID: 26519439; PMCID: PMC4927823. [6] https://food.ec.europa.eu/system/ files/2021-11/labelling_nutrition-vitamins_mine rals-guidance_tolerances_1212_de.pdf

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Neuausrichtung der Apothekenaufsicht in NRW Ermöglichungskultur trifft Eigenverantwortung

Bürokratie. „Unnötige Bürokratie gilt es zu vermeiden“, hob Busch hervor. Bürokra tieabbau sei ein erklärtes Ziel auf Landes- und Bundesebene. „Ermessensspielräume sollen im Sinne des Bürokratieabbaus aus genutzt werden“, erklärte er.

> Die Apothekenüberwachung im Land Nordrhein-Westfalen wird weiterentwickelt. Ministerialrat Dominique-André Busch aus dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein Westfalen (MAGS) stellte die Pläne für die „Weiterentwicklung der Apothekenüberwachung in NRW“ im Rahmen der Kammerversammlung am 3. Dezember in Münster vor. Busch informierte die Delegierten über die geplanten Veränderungen zur Weiter entwicklung der Apothekenaufsicht. Er gab wichtige Impulse und kündigte einige wesentliche Neuerungen an. So wurde die veraltete Verwaltungsvor schrift aus der Zeit der Jahrtausendwende nun endlich aktualisiert. Sie ist ab Anfang 2026 gültig sei. Sie bildet den Rahmen für die Apothekenüberwachung, während neu zu erstellende Verfahrensanweisun gen diesen Rahmen ausfüllen. Ab 2026 werden die neuen Verfahrensanweisun gen entwickelt, und zwar nicht mehr ausschließlich von den Expertenfach gruppen der Amtsapotheker*innen, son dern nun auch unter Einbindung der Apo thekerkammern. Diese Einbindung soll die Praxisnähe bei der Überprüfung der Umsetzung rechtlicher Vorgaben im Apo thekenbetrieb erhöhen. Busch kündigte an, dass gemeinsam praktikable, rechtssi chere Lösungen entwickelt werden sollen, um bestehende Spielräume sinnvoll zu nutzen und „Gold Plating“ zu vermeiden.

Zentrales Qualitätsmanagementsystem

Arzneimittelrechtliche Vorgaben und die Apothekenbetriebsordnung sind Bundes- recht, das von den Ländern umgesetzt wird. Um Überinterpretationen zu ver meiden, wird ein zentrales Qualitätsma nagementsystem (QMS) für die Überwa chungspraxis eingeführt. Dieses System soll auch die Vereinheitlichung der Über wachungspraxis fördern und sicherstel len, dass die Apothekenüberwachung landesweit möglichst einheitlich ist. „Es darf nicht sein, dass die Apothekenüber wachung in der Eifel etwas ganz anderes entscheidet als in Ostwestfalen-Lippe“, so der Ministerialrat. Darüber hinaus zielt die Neuausrichtung „ Wenn die Patientensicherheit betroffen ist, gibt es keine Diskussion! Hier werden keine Abstriche gemacht. “ MINISTERIALRAT DOMINIQUE-ANDRÉ BUSCH

Ministerialrat Dominique-André Busch aus dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS) stellte im Rahmen der Kammerversammlung die Pläne für die „Weiterentwicklung der Apothekenüberwachung in NRW“ vor. anderen Bundesländern meist ehrenamt liche Pharmazieräte diese Aufgabe über nehmen. Bisher lag die Zuständigkeit für die Amtsapotheker*innen in NRW bei den Bezirksregierungen. Mit der Gründung des neuen Landesamtes für Gesundheit und Arbeitsschutz (LfGA) in Bochum zum Juli 2025 wurde diese Zuständigkeit zentrali siert. Das LfGA wird Dreh- und Angelpunkt der Apothekenaufsicht sein, die Sonder aufsicht übernehmen, die Expertenfach gruppen koordinieren, Prozesse steuern und QMS-Anweisungen begleiten. Zur Verbesserung der Transparenz werden die neu entwickelten Verfahrensanweisun gen veröffentlicht. Für die Apothekerinnen und Apothe ker in NRW wird es jetzt wichtig sein, dass die angekündigten Punkte, vor allem die „Kultur der Ermöglichung“ und die Stär kung der Eigenverantwortung in der Pra xis ankommen. <

der Apothekenüberwachung in NRW da rauf ab, die Eigenverantwortung des Be rufsstandes sowohl in der Versorgung als auch in der Betriebsorganisation der Apo theken zu stärken.

Einheitliche Standards, praxisnahe Lösun gen, Patientensicherheit im Fokus

Die Apothekenaufsicht in NRW

Die neue Überwachungspraxis soll sich auf das Wesentliche konzentrieren: die Pa tientensicherheit. Busch betonte: „Wenn die Patientensicherheit betroffen ist, gibt es keine Diskussion! Hier werden keine Abstriche gemacht.“ Abstriche machen will Busch jedoch bei der überbordenden

Die Apothekenaufsicht in Nordrhein-West falen unterscheidet sich von der in ande ren Bundesländern. In NRW sind rund 90 hauptamtliche Amtsapotheker*innen in den Kreisen und kreisfreien Städten für die Apothekenaufsicht zuständig, während in

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Ein Fall aus Beratung – mehr als Abgabe

> Bei dem vorliegenden CIRS-Fall kam die Patientin mit einem ver meintlich defekten Inhalator in die Apotheke, um auf die Fehlfunktion hinzuweisen. Im Beratungsge spräch stellte sich heraus, dass die täglich empfohlene Reinigung des Mundrohrs nicht erfolgt war. Zu dem wurde festgestellt, dass das Salbutamol als Dauermedikament genutzt wird, welches durch eine hausärztliche Person verschrieben wurde, da die Patientin aktuell nicht fachärztlich betreut wird. Der vorliegende Fall zeigt eindrücklich, wie sich hinter einem vermeintlichen Quali tätsproblem, ein „defekter“ Inhalator, eine ganze Reihe an arzneimittelbezogenen Problemen mit Auswirkung auf die Pa tientensicherheit verbergen können. An mehreren Stellen im Versorgungsprozess wurden Warnsignale übersehen. So nutz te die Patientin das Bedarfsmedikament dauerhaft und vernachlässigte die sach gerechte Reinigung, zwei Aspekte, die laut Packungsbeilage klar geregelt sind. Die Ursachen sind mehrschichtig: fehlende fachärztliche Betreuung, feh lendes Patientenwissen, unzureichende Beratung in der Apotheke und mangelnde Kommunikation zwischen Hausärztin/- arzt sowie Patientin und Apotheke. In diesem Fall hätten systematische Maß nahmen, wie etwa eine strukturierte Be ratung im Bedarfsfall, unterstützt durch die pDL-Schulung der Inhalationstechnik bei Abgabe des Sprays in der Apotheke, die regelmäßige Überprüfung der Thera pie durch Fachärzt*innen oder ein Check der Indikation in der hausärztlichen Praxis die Fehler im Medikationsprozess verhin dern können. Fälle wie dieser, bei denen Fehlerquel len im Alltag nur auf den zweiten Blick sichtbar sind, zeigen eindrücklich, warum ein sektorenübergreifendes Lernsystem wie CIRS-NRW, das kritische Ereignisse anonym dokumentiert, analysiert und mit allen Berufsgruppen teilt, so wichtig ist:

Unwissen der Patientin über ihre Therapie und über die Anwendung / Reinigung der Sprays

Folgendes kritisches Ereignis fiel in einer Apotheke auf:

Was war das Ergebnis?

Die Patientin wurde darüber aufgeklärt, dass Salbutamol nur als Notfallspray ge dacht ist und für die Dauertherapie ein entzündungshemmendes Präparat not wendig ist. Zudem wurde die tägliche Reinigung des Dosieraerosols erklärt. Nach Rücksprache verordnete die haus ärztliche Person zusätzlich Luforbec zur leitliniengerechten Basistherapie. Wo sehen Sie Gründe für dieses Ereignis und wie hätte es vermieden werden können? Fehlende fachärztliche Betreuung, un zureichendes Wissen der Patientin über Therapie und Inhalatorpflege sowie Lücken in der Kommunikation führten zum Ereignis. Eine klare Therapieeinord nung, regelmäßige Schulung zur Inhala toranwendung und besserer Informa tionsaustausch hätten es verhindern können.

Fall-Nr.: 282172

Was ist passiert?

Eine 61–70-jährige Patientin reklamier te ihr Salbutamol-Dosieraerosol in der Apotheke, da „kein Sprühnebel mehr komme“. Auch in der Apotheke funktio nierte es zunächst nicht. Nach Reinigung mit warmem Wasser war das Dosierae rosol wieder funktionsfähig. Im Bera- tungsgespräch zeigte sich, dass die Patientin das Salbutamol 2 × täglich dauerhaft verwendete, in der Annah me, es handle sich um das notwendige Dauermedikament. Hintergrund: Nach dem Wegfall ihrer früheren pulmologischen Betreuung ließ sich die Patientin das Salbutamol von der hausärztlichen Person verord nen, da sie dieses für das Arzneimittel zur Dauertherapie hielt.

WAS IST CIRS-NRW?

(AKNR) und Westfalen-Lippe (AKWL) in Zusammen arbeit mit dem Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ). Die Initiative soll dazu beitragen, dass über kritische Ereignisse offen gesprochen und aus ihnen gelernt wird. Somit sollen Wege zur Vermeidung von Risiken diskutiert und Lösungsstrategien erarbeitet werden. Langfristig soll CIRS-NRW dazu beitragen, die Sicherheitskultur in Nordrhein-Westfalen zu verbessern und die Patientensicherheit zu fördern. CIRS-NRW dient somit auch als Instrument des Risiko- und Qualitätsmanagements.

Die Buchstaben „CIRS“ stehen für Critical Incident Reporting-System, zu Deutsch „Datenbank für kriti sche Ereignisse“. Es handelt sich um ein internetge stütztes, einrichtungsübergreifendes Berichts- und Lernsystem zur anonymen Meldung von kritischen Ereignissen in der Patientenversorgung. CIRS-NRW ist eine gemeinsame Initiative der Ärztekammern Nordrhein (ÄKNO) und Westfalen Lippe (ÄKWL), der Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein (KVNO) und Westfalen-Lippe (KVWL) und der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) sowie der Apothekerkammern Nordrhein

Es zeigt Fehlerquellen auf und schafft Aufmerksamkeit. Ohne ein solches Sys-

tem bleibt die Gefahr, dass Fehler unent deckt bleiben und sich wiederholen. <

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RATGEBER APOTHEKENPRAXIS · AUS-/FORTBILDUNG UND AMTS

Save the Date & Einladung: CIRS-Gipfel 2026: „Es geht SICHER besser“ > Wir freuen uns, Sie bereits jetzt auf den nächsten CIRS-Gipfel NRW aufmerksam zu machen: Der Gipfel steht unter dem Motto „Es geht SICHER besser“. Der CIRS-Gipfel bietet eine wertvolle Gelegenheit, sich mit anderen Fachkräf ten auszutauschen, aus realen Fehlern und Beinahe-Ereignissen zu lernen und gemeinsam Strategien für eine bessere Patientensicherheit zu entwickeln. Gera de der auf Seite 15 vorgestellte Fall zeigt: Verbesserte Risikokompetenz und inter professioneller Austausch können ent scheidend sein. Machen Sie mit, denn Si cherheit ist keine Einzelleistung, sondern Teamarbeit. <

Weitere Infos unter https://www.cirsgipfel.org

Anker lichten – Meer Fortbildung auf Langeoog im September 2026

• Beratung von Diabetes-Patient*innen, Seminar mit Dr. Katja Renner Praxisworkshop Glucocorticoide, Se minar mit Nadine Hoffmann Kommen Sie für Fortbildung und für den interkollegialen Austausch in einzigartiger maritimer Atmosphäre auf die Insel Lan geoog. Stellen Sie Ihr individuelles Fortbil dungsprogramm aus einem Angebot von über 30 Veranstaltungen zusammen. (Langeoog ist autofrei. Sie erreichen die In sel mit einer sechs bis sieben Mal am Tag verkehrenden Fähre ab Bensersiel.) < •

> Die Apothekerkammer Westfa len-Lippe geht zum zweiten Mal auf die Insel! Gemeinsam mit der Apothekerkammer Niedersachsen organisieren wir vom 24. bis zum 27. September „Anker lichten – Meer Fortbildung auf Langeoog“.

Alle Informationen rund um die Buchung ihrer Fortbildungen und Ihren Aufenthalt auf Langeoog finden unter www.akwl.de/langeoog

Das Fortbildungs-Highlight besteht aus hochkarätigen und praxisnahen Vorträ gen und Seminaren, zum Beispiel: • Optimale Ernährung im Alter, Vortrag mit Professor Martin Smollich

Das Programmheft zur Fortbildung finden Sie in der Mitte dieses Wendemagazins.

PTA-Fortbildungstag am 19. November 2025 in Münster

fortzubilden und miteinander zu vernet zen. Auf dem Programm standen span nende Themen wie Arzneimitteltherapie in Schwangerschaft und Stillzeit, Wech seljahres-Beratung in der Apotheke so wie Kontrazeptiva im pharmazeutischen Beratungsgespräch. <

> Fortbildung, Austausch und jede Menge Fachwissen exklusiv für PTA: Mehr als 40 Pharmazeutisch-technische Assistent*innen waren am 19. Novem ber 2025 beim zweiten PTA-Fortbil dungstag in Münster dabei. Sie nutzten den gemeinsamen Tag, um sich fachlich

40 PTA nahmen am zweiten PTA-Tag in Münster teil.

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